Aktionstag: Lesen lieben lernen

Fantasievolle Tierwelten: Katrin Hagemöller von der HNE liest den Zweitklässlern der Bürgel-Schule in der Hochschulbibliothek aus dem Buch " Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte".
MOZ/Thomas BurckhardtDie Helden des Tages hießen Alex, Math und Clara. Die Abenteuer dieser Hauptfiguren wurden am Dienstag Hunderten Grundschülern vorgelesen. Beim Vorlesetag anlässlich des Welttages des Buches wurde an insgesamt sechs Orten in Eberswalde gelesen. 36 engagierte Vorleser und ein Dutzend Helfer im Hintergrund, darunter Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski und seine Amtsleiter, konnten gewonnen werden. Gelesen wurde in der Stadtbibliothek, in der Buchhandlung Mahler, in der Fachhochschule sowie im Jobcenter. Erstmals dabei war in diesem Jahr die Deutsche Bank. Sie sprang in die Bresche, da das Sparkassen-Forum wegen des Umbaus nicht zur Verfügung steht. Drei Mitarbeiterinnen hatten sich bereit erklärt, für die Grundschüler zu lesen. So las Kundenberaterin Sabine Thiemann Schülern der Förderschule Nordend aus „Dino Wars“ vor. Die Kinder wurden dabei auf eine actionreiche Reise in die Welt der Dinosaurier entführt. Sina Gürtler bot den Viertklässlern der Bürgelschule Höchstspannung mit der Kriminalgeschichte „Die Nachtflüsterer“.
Unweit von der Deutschen Bank entfernt wurde in der Buchhandlung Mahler vorgelesen. Hier lauschten die Grundschüler aus Finow den Worten von Sabine Schulz, Redakteurin beim Märkischen Sonntag. Sie las das Buch „Die Naturdetektive“, in dem es um die Abenteuer einer Bande von vier Freunden und den schwelenden Konflikt mit dem Wolf in heimischen Wäldern ging. Sabine Schulz gelang auch der Schulterschluss zur realen Welt: „Macht doch mal einen Ausflug zum Wildpark Schorfheide, dort erfährt man noch viel mehr über Isegrimm“, riet sie den Kindern.
In der Stadtbibliothek übernahmen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung das Zepter am Lesepult: Der Bürgermeister eröffnete den Reigen der Vorleser bereits um 8 Uhr.
Der Vorlesetag war ein voller Erfolg, so das Fazit von Veranstaltern und Kindern. Letztere waren angetan. „Am liebsten lese ich Tiergeschichten“, meint etwa die neunjährige Lea von der Grundschule Finow. Diese Vorliebe teilt sie mit vielen der befragten Mädchen: Während sie gern über Pferde und Katzen lesen, interessieren die Jungs sich für Dinosaurier und Technik und Detektive.
Lektüre sorgfältig ausgewählt
So mag Vincent aus Finow am liebsten Detektiv- und Gruselgeschichten. Hauptsache viel Spannung, meint der Achtjährige und sein Sitznachbar Tim nickt ebenfalls zustimmend.
Die siebenjährige Ruby von der Schule Finow liebt dagegen Geschichten über Füchse und Eulen. Marie liest gern alles mit Pferden und hat sogar das Glück, dass ihre Eltern ab und zu ein Buch kaufen.
Die meisten der Grundschüler lesen auch zu Hause gern. Auch in Zeiten der Smartphones und Spielekonsolen scheint das Lesen eine beliebte Freizeitbeschäftigung zu bleiben.
„Wir wollen die Lust am Lesen fördern“, so Buchhändlerin Brigitte Puppe-Mahler. Bereits seit Jahren engagiert sich die Buchhändlerin in diesem Bereich und wurde auch in diesem Jahr mit dem Gütesiegel für Leseförderung des Land Brandenburg ausgezeichnet. Die Buchhändlerin organisiert den Vorlesetag und wählt im Vorfeld mit Sorgfalt passende Bücher aus. Dass das in diesem Jahr gelungen ist, zeigten etliche begeisterte Kinder.
Lesen ist wieder sexy
Es gibt viele Gründe Bücher zu lesen. Wir zählen die wichtigsten auf:
Lesen erweitert den Horizont und den Wortschatz. Das wiederum ist gut für das Gehirn und kann, nach Ansicht von Medizinern, Alzheimer vorbeugen. Lesen hilft auch beim Schreiben und Formulieren, denn Schreibstil und Methoden werden unbewusst übernommen. Lesen fördert zudem die Konzentrationsfähigkeit und die Kreativität. Nimmt man ein Buch in die Hand, geht man zugleich mit auf die Reise in die Fantasiewelt des Autors. Zudem haben Umfragen ergeben, dass lesen sexy macht: Menschen wirken attraktiver auf ihre Zeitgenossen, wenn sie ein Buch in der Hand halten. ⇥sha