Das passiert selbst in Norwegen, dem Land der Elche, nicht alle Tage: Am frühen Donnerstagmorgen (26. August) gegen 3.15 Uhr wollte eine Elchkuh bei Finowfurt (Barnim) nahe der Anschlussstelle die Autobahn A11 überqueren - genau in jenem Moment, als ein 60 Jahre alter Autofahrer mit seinem Citroen die Autobahn an dieser Stelle in Richtung Prenzlau befuhr.
Unfall bei Finowfurt: Dieser Elch hat den Zusammenstoß mit einem Pkw auf der A11 im Barnim nicht überlebt.
Unfall bei Finowfurt: Dieser Elch hat den Zusammenstoß mit einem Pkw auf der A11 im Barnim nicht überlebt.
© Foto: Sebastian Erdmann/Berufsfeuerwehr Eberswalde
Wie die Polizei am Vormittag mitteilte, half auch eine Gefahrenbremsung nicht. Der Pkw stieß mit dem Elch zusammen. Ein 52-jähriger Mann, der als Beifahrer im Auto gesessen hatte, erlitt bei dem Geschehen leichte Verletzungen. Das Tier überlebte den Unfall nicht. Der entstandene Sachschaden wird mit rund 5000 Euro angegeben.
Die Polizei informierte anschließend das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE). Elche in Brandenburg sind gar nicht so selten. In den vergangenen vier Jahren wurden laut LFE rund 20 Beobachtungen von Elchen gemeldet.
Unfall bei Finowfurt: Dieser Pkw war in den Wildunfall mit dem Elch auf der A11 im Barnim involviert.
Unfall bei Finowfurt: Dieser Pkw war in den Wildunfall mit dem Elch auf der A11 im Barnim involviert.
© Foto: Sebastian Erdmann/Berufsfeuerwehr Eberswalde
„Elche ziehen teilweise aus Polen Richtung Westen und verbleiben auch in Brandenburg, bevor sie weiter ziehen oder wieder über die Oder zurückkehren“, so das LFE auf seiner Website. „Elche können schwere Unfälle auf Straßen verursachen.“ Wie LFE-Sprecher Jan Engel auf Nachfrage erklärt, ist die Zahl der gemeldeten Unfälle bislang trotzdem noch gering. Wenn es kracht, aber um so schwerwiegender. „Das ist richtig gefährlich, wenn da plötzlich 400 bis 500 Kilo Fleisch auf der Autobahn stehen“, sagt Engel. „Der Elch hat auch die Eigenschaft zunächst stehenzubleiben und sich zu orientieren, statt wie andere Wildtierarten schnell über die Straße zu laufen“. Der Grünstreifen an der A11 sei in diesem Bereich häufig von Damwild frequentiert.

Warum es mit dem Elch-Präparat diesmal nicht klappt

Erst 2019 war ein wahrscheinlich durch einen Zug verletzter Elchbulle in Eberswalde mit einem gezielten Schuss von seinem Leid erlöst worden. Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNEE) hatte ein Präparat vom Tier anfertigen lassen. Seit Dezember 2020 schmückt der Elchbulle die wildbiologische Sammlung der HNEE. Die nun angefahrene Elchkuh hätte diese um ein weibliches Pendant ergänzen können.
Die Meldung vom angefahrenen Tier war, wie der MOZ berichtet wurde, bereits an die Hochschule sowie ans Thüneninstitut in Eberswalde weitergeleitet worden. Doch aus dem Präparat wird nichts. Wie die Polizei mitteilt, sei die Elchkuh bereits von der beauftragten Tierverwertungsfirma abgeholt worden. Auch dort ist zu erfahren, dass da nichts mehr zu machen sei. Das tote Tier befinde sich im Container und wird der Tierverbrennungsanlage zugeführt.