Die Bagger auf dem Oder-Havel-Kanal sind von der Kaiserwegbrücke noch weiter Richtung Finowfurter Autobahnbrücke gerückt. Derzeit laufen die Arbeiten oberhalb des Durchlasses Besters Fließ. Neben den eigentlichen Wasserbauarbeiten finden weiter vorbereitende Arbeiten statt, wie zum Beispiel die Austauschbohrungen zur Verbesserung des Baugrundes unter der Autobahnbrücke als Vorbereitung des Einbringens von Uferspundwänden. In einer Pressemitteilung informiert das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oder-Havel über den Stand der Arbeiten.

Kanal wird deutlich breiter und auch tiefer

Die bislang 27 bis 30 Meter breite Wasserstraße wird zwischen Marienwerder und Lichterfelde auf 55 Meter Wasserspiegelbreite und von zum Teil nur 2,50 auf vier Meter Tiefe ausgebaut – ein Lückenschluss zwischen bereits ausgebauten Teilstücken. Das 65-Millionen-Euro-Projekt des Bundes soll bis 2026 fertig sein. Im Juni 2019 gab es den ersten Spatenstich.
Begleitend zur Erneuerung der Dichtung bei der Verbreiterung des Kanals werde auf beiden Seiten der Wasserstraße das versickernde Kanalwasser mittels einer Wasserhaltungsanlage gefasst und wieder zurückgepumpt, informiert das WSA. So wird zu keinem Zeitpunkt ein vorgegebener Grundwasserstand überschritten. Das diene unter anderem dem Schutz der Anliegergrundstücke.

Zauneidechsen und Waldameisen umgesiedelt

Neben und in der Regel vor den eigentlichen Bauarbeiten seien Vorarbeiten zum Artenschutz notwendig. Innerhalb des Baufeldes sind größere Vorkommen an streng geschützten Zauneidechsen und Waldameisen vorhanden, die vor den baulichen Eingriffen umgesiedelt werden. Auch vorhandene Biberburgen und zugehörige Erdbauwerke konnten laut WSA ohne Schaden für die Tiere in Abstimmung mit dem Landesumweltamt beseitigt werden.
Mit Blick auf den weiteren Bauablauf ist in diesem Jahr die Verbreiterung bis zur Autobahnbrücke und daran anschließend die Ertüchtigung der Ufer auf der Nordseite ab dem Durchlass Besters Fließ Richtung Westen zurück zum Baulosanfang bei Marienwerder geplant.

Abschnitt zwischen Finowfurt und Lichterfelde fertig

Der erste Bauabschnitt zwischen Finowfurt und Lichterfelde ist bis auf kleinere Arbeiten an Betriebs- und Anliegerwegen bereits fertiggestellt. Heißt: Der Kanal ist dort bereits 55 Meter breit und vier Meter tief. Die 20 Zentimeter dicke Tondichtung und die 60 Zentimeter starke Schutzschicht aus Wasserbausteinen ist vollständig erneuert. Im Frühjahr dieses Jahres wurde der Wasserbau am westlichen Ende des Ausbauvorhabens in der Nähe Marienwerders weitergeführt. In diesem halben Jahr wurde zwischen Marienwerder und Besters Fließ die Südseite als Verbreiterungsseite ausgebaut. Auf der Nordseite wird der Kanal nicht verbreitert, nur vertieft.