BVG-Streik in Berlin: So können Pendler aus Eberswalde und Bernau fahren

Beim bevorstehenden BVG-Streik droht es voll werden in den Zügen des RE3 und der RB24, die Eberswalde und Bernau mit Berlin verbinden. Aber immerhin: Die Züge fahren, mithilfe der S-Bahn können viele Pendlerinnen und Pendler schon in die Nähre ihres Zieles kommen. (Archivbild)
Monika Skolimowska/dpa- Der bevorstehende Verdi-Streik bei der BVG beeinträchtigt Pendler aus dem Barnim stark.
- RE3 und RB24 Züge fahren weiterhin, S-Bahnen verstärken ihren Takt.
- Einige BVG-Buslinien, betrieben von Fremdfirmen, sind ebenfalls in Betrieb.
- Bus 106, 204, 263 und 380 sind für Barnimer Pendler besonders interessant.
- Call-a-Bike-Räder und E-Scooter bieten zusätzliche Mobilitätsoptionen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
48 Stunden Stillstand. Der bevorstehende Mega-Streik der Gewerkschaft Verdi bei der BVG beeinträchtigt auch Pendlerinnen und Pendler aus dem Barnim. Obendrein ist auch noch Berlinale, und am Freitag spielt Hertha BSC gegen den 1. FC Nürnberg im Olympiastadion. Was für Möglichkeiten haben Pendlerinnen oder Pendler aus dem Barnim?
Einfach zu Hause bleiben und sich gegenüber dem Chef auf den Streik zu berufen, ist keine gute Idee. „Die schlechteste Lösung ist, gar nicht zu kommen“, sagt Carsten Brönstrup, Sprecher der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg. Im schlimmsten Fall würde der Arbeitnehmer eine Abmahnung riskieren.
Pendler aus Eberswalde: RE3 hält an vier Bahnhöfen in Berlin
Brönstrups Tipp: Sich frühzeitig mit dem Arbeitgeber in Verbindung zu setzen und eine Lösung zu suchen. Also beispielsweise, ins Home Office zu wechseln oder frei zu nehmen, gegebenenfalls auch später nachzuarbeiten. Viele Pendlerinnen dürften auch zähneknirschend mit dem Auto fahren oder entsprechende Fahrgemeinschaften bilden – es drohen aber Staus.
Züge und S-Bahnen fahren während des Streiks bei der BVG. Pendlerinnen aus dem Barnim kommt es nun zugute, dass der RE3 von Eberswalde über Bernau ganz Berlin von Norden nach Süden durchquert und am Gesundbrunnen, Hauptbahnhof, Potsdamer Platz und am Bahnhof Südkreuz hält. Stündlich fahren zudem Züge der RB24 über Berlin-Hohenschönhausen, Lichtenberg, Ostkreuz, Schöneweide bis nach Schönefeld. Die Fahrt zu einer Berlinale-Aufführung im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz oder in der Uber Eats Music Hall in Friedrichshain (mit einer Station in der S3 von Ostkreuz nach Warschauer Straße) sollte also nicht allzu problematisch sein.
BVG-Streik in Berlin: Mehr S-Bahnen fahren durch Berlin
Der Regionalverkehr sei nicht vom Warnstreik betroffen, sagt ein Bahnsprecher. Zusätzlich würde die S-Bahn auf Bestellung des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) und des Landes Berlins von 9 bis 14 Uhr den Takt auf der S1 zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz, der S3 zwischen Karlshorst und Ostbahnhof und der S5 zwischen Mahlsdorf und Warschauer Straße erhöhen. Mehr S-Bahnen als sonst rollen zudem am Freitag ab 16:30 Uhr zum Hertha-Heimspiel in Richtung Olympiastadion.

Bei der BVG bleiben nicht nur die U-Bahnen, sondern auch die meisten Busse im Depot. Einige Linien fahren dann aber doch, wir haben herausgesucht, welche für die Barnimer am interessantesten sind.
Sebastian Christoph Gollnow/dpaViele Buslinien der BVG fahren trotz des Streiks – diejenigen, die von Fremdfirmen bedient werden. Für Pendlerinnen aus dem Barnim interessant sein könnten hier beispielsweise die Linie 106, die vom Bahnhof Südkreuz durch Schöneberg, Moabit, Wedding bis zur Seestraße fährt. Bus 204 ebenfalls, der gleich an mehreren S-Bahnstationen hält und den Bahnhof Südkreuz mit dem Zoo verbindet. Bus 263 fährt durch den Südosten Berlins zum Flughafen BER, die Linie 380 vom S-Bahnhof Rathaus Steglitz bis Lichterfelde.
BVG-Streik in Berlin: Buslinien, die trotzdem durch Berlin fahren
Einige Linien mit wichtigen Querverbindungen fahren eingeschränkt – etwa Bus 893 (S Zepernick über Buch nach Hohenschönhausen), 124 (Französisch Buchholz – Alt Heiligensee). 184 (Südkreuz – Lichterfelde – Teltow) oder 112 (S Nikolassee – Marienfelde). Die komplette Liste der Busse, die fahren, ist auf der BVG-Seite hinterlegt. Allerdings sollten Pendler Zeitpuffer einplanen, da in Streikzeiten bei vollen Straßen auch die Busse oft nicht richtig durchkommen.
Für die „letzte Meile“ können Bahnfahrer an vielen Stationen und auch an anderen Punkten innerhalb des Berliner S-Bahnrings ein Call-a-Bike-Rad der Bahn ausleihen. Von der Entsperrung der Räder bis hin zur Bezahlung funktioniert alles per App. Eine 15-minütige Fahrt kostet inklusive Freischaltgebühr zwei Euro im Basistarif. Allerdings wurden bei den letzten Streiks dreimal so viele Räder ausgeliehen wie sonst. Die Bahn will deshalb jetzt an den BVG-Linien zusätzliche Räder zur Verfügung stellen. Nachteil dürfte zudem sein, dass die Fahrräder nur in „virtuellen Rückgabezonen“ wieder abgestellt werden können. Und die sind meistens nur in der Innenstadt zu finden.
Aus Eberswalde mit dem Rad in den Zug – nur gegen Aufpreis
Das eigene Fahrrad in den Zug mitzunehmen ist natürlich ebenfalls eine Option, kostet aber extra (4,30 Euro eine Fahrt, 6,50 Euro für 24 Stunden). Eine Kulanz für eine kostenfreie Mitnahme zu Streikzeiten gibt es nicht. Denn das müsste der VBB entscheiden, was aber wohl nicht der Fall sein wird – denn dann würden bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen Einnahmen entfallen, wofür der VBB aufkommen müsste. Wer ein Faltrad hat, kann dies aber (wie auch grundsätzlich) kostenlos mitnehmen.
Auch E-Roller, Elektroräder oder Mietwagen beispielsweise der Marken Bolt, Voi, Lime, Nextbike, Miles oder Free2move/Sharenow stehen in großer Zahl in Berlins Innenstadt herum und können für spontane Fahrten genutzt werden. Wer sich nicht bei allen Anbietern jeweils einzeln registrieren möchte, kann diese auch über die App Jelbi ausleihen. Diese App ist ein Projekt der BVG in Zusammenarbeit mit vielen Partnern – und hier wird nicht gestreikt.


