Corona-Schutz: Erstmalig Masken: Ein Blick in die Gesichter von Schorfheide bis Eberswalde

Der Name ist Programm: Der Edeka in Groß Schönebeck heißt passenderweise Maske.
Marco MarschallDort finden sich am Montagmorgen, dem ersten Tag an dem in ganz Brandenburg beim Einkaufen und im ÖPNV Maskenpflicht gilt, keine großen Hinweisschilder darauf. Die braucht es vielleicht auch nicht, denn der Name des Betreibers erinnert in großen Lettern ohnehin jeden an die derzeit geltenden Regeln. „Edeka Maske“ heißt der Markt und die meisten Kunden halten sich ans Gebot. Nur vereinzelt sind noch nackte Gesichter auszumachen.
Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Corona-Blog.
Apotheken sichere Adresse
Im Übrigen gibt es bei Edeka an diesem Montagmorgen sogar Toilettenpapier. Doch das ist eine andere Geschichte. Diesmal will ich wissen, wo man die Abdeckungen für Mund und Nase bekommen kann. Sichere Adresse: die Apotheke. In Groß Schönebeck hält diese am Montag nur Einwegmasken im Sechserpack bereit. Es sollen aber demnächst auch welche aus Stoff reinkommen, wird gesagt. In der Stern-Apotheke in Finow, die ich später fast am Ende meiner Reise betrete, gibt es ebenfalls Schutzmasken. Nur hat die Dame am Schalter zunächst Probleme mich zu verstehen. Ich muss mir angewöhnen, lauter zu reden. Meine eigene Stoffmaske, ein Sicherheitsabstand und die Plexiglasscheibe liegen zwischen meinem Mund und ihrem Ohr. Die Fachfrau offeriert mir einen Fünfer-Wegwerfpack oder wahlweise eine einzelne FFP-2-Maske für knapp zehn Euro. Wiederverwendbar, wird mir erklärt, ist offiziell keine der Varianten. Angesichts solcher Preise und der mangelnden Nachhaltigkeit ist es kaum verwunderlich, dass mir auf meiner kleinen Shoppingtour von Schorfheide nach Eberswalde immer wieder improvisierter Mundschutz, wie das Cowboytuch oder der schnell um den Kopf gezwirbelte Pulli begegnen. Noch scheint der große Einzelhandel auch nicht aufgesprungen zu sein auf die Nachfrage nach Masken. Meinen Gang zu Real in Finowfurt mache ich umsonst. Masken gibt es dort keine, so die Auskunft einer Mitarbeiterin.
Wenn ich schon mal da bin, will ich auch gleich nebenan bei Obi reinschauen. Bei der Schutzbekleidung im Malerbedarf müsste der Heimwerker doch fündig werden. Der erste Kundenbetreuer, dem ich begegne, nährt diese Hoffnung zunächst. Er trägt die mit Abstand coolste Maske, die ich an diesem Tag bislang entdecken konnte. Sie ist schwarz, sieht aus, als sei sie aus elastischem Stoff, und hat auf einer Seite ein etwa flaschendeckelgroßes schwarzes Ausatemventil. Als stamme es aus einer High-Tech-Ausrüstung für Ninjas, überzeugt mich das Utensil optisch derart, dass ich den Mann sofort frage, ob es diese Maske auch bei Obi gibt. Er muss mich enttäuschen. Statt Baumarkt handelt es sich um Marke Eigenbau. Im Obi, erklärt er mir, sei sämtlicher Mundschutz vergriffen. Schon seit etwa sechs Wochen.
Einwegmaske für Eintritt
Vielleicht bietet dieser Mangel ja die Chance für mehr Kreativität in Sachen Maskenmode. Denn vor den Gesichtern findet sich doch noch viel Farbloses. Während meine Recherche beim Toom-Baumarkt und beim Sonderpostenmarkt Thomas Philipps in Eberswalde an langen Einkaufsschlangen vor den Eingängen scheitert, steuere ich zu guter Letzt noch einen Drogerie-Markt an. Doch wie mir die Verkäuferin bei DM im Westendcenter erklärt, stehen keine Masken zum Verkauf. Allein Kunden, die keine haben, können als Voraussetzung zum Einkauf ein Einwegexemplar für einen Euro erwerben.
Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Corona-Blog.
