Diebstahl in Schorfheide
: Schreckschusswaffe und 100 Schuss Munition gestohlen

Der Schreck dürfte tief sitzen. Eine Schreckschusspistole wurde auf einem Campingplatz in der Gemeinde Schorfheide gestohlen. Was bisher bekannt ist.
Von
Stephan Backert
Schorfheide
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Schreckschusswaffe - Illustration: ARCHIV - 26.11.2015, Sachsen, Dresden: Ein Mensch hält einen Schreckschuss-Revolver in der Hand. (zu dpa: «Mann schießt mit Schreckschusswaffe in Sarstedt») Foto: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Auch der Schuss aus Schreckschusspistolen kann tödliche Folgen haben. Eine solche Waffe wird von ihrem Eigentümer vermisst (Symbolbild).

Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa
  • Schreckschusspistole und 100 Schuss Munition in Schorfheide gestohlen.
  • Tatzeitraum zwischen 13. und 18. Oktober; keine Hinweise nach intensiver Spurensuche.
  • Die gestohlene Walther PPQ ähnelt einer echten Pistole und ist seit 2011 in Modellen erhältlich.
  • Schreckschusswaffen unterliegen dem deutschen Waffengesetz und benötigen einen Kleinen Waffenschein.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

War es nur der Hunger, oder wusste der Dieb genau, was er hier finden würde? Zwischen Üdersee und Oder-Havel-Kanal liegt ein Feriencamp, welches nach dem See benannt wurde. Doch statt hier einen ruhigen Tag in den Herbstferien zu haben, musste ein Camper eine Räuberpistole der anderen Art erleben.

Aus seinem Wohnwagen wurden Lebensmittel gestohlen. Doch das war nicht die größte Überraschung. Auch eine Schreckschusswaffe vom Typ Walther PPQ und 100 Schuss Munition gehörten zum Diebesgut. Laut Sascha Dietzel, Dienstgruppenleiter bei der Polizeiinspektion Barnim, hat der Eigentümer den Verlust am Freitagnachmittag (18. Oktober) festgestellt.

Diebstahl bei Eberswalde: Möglicher Tatzeitraum über mehrere Tage

Der Diebstahl am Üdersee in der Gemeinde Schorfheide könnte jedoch schon deutlich früher passiert sein. Die Polizei spricht von einem möglichen Tatzeitraum von Sonntag (13. Oktober) bis zum 18. Oktober. Trotzdem einer intensiven Spurensuche gibt es bisher keine Hinweise, was mit der Waffe und auch den Lebensmitteln passiert ist. Die Kriminalpolizei hat laut Sascha Dietzel die Ermittlungen aufgenommen.

Die Walther PPQ ist auch unter der Bezeichnung Polizeipistole Quick Defense bekannt. Sie wird seit 2011 in mehreren Modell-Varianten hergestellt. Einer echten Pistole sieht sie täuschend ähnlich.

Vermeintlich harmlose Waffen

Der Begriff Schreckschusswaffe lässt vermuten, dass diese Waffen nicht ganz so gefährlich sind, wie andere Schusswaffen. Doch auch bei der Benutzung solcher vermeintlich harmloseren Waffen kommt es immer wieder zu schweren Unfällen, auch mit tödlichem Ausgang. Auch beim Umgang mit diesen Waffen gelten gesetzliche Regeln.

Nach Angaben des Portals jurawelt.com unterliegen auch diese Waffen in Deutschland dem Waffengesetz. Erwerb und Besitz sind erst mit Vollendung des 18. Lebensjahres erlaubt. Die Waffen müssen das PTB-Prüfsiegel der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt tragen, welches sicherstellt, dass die Waffe auf Funktionalität und Sicherheit geprüft wurde.

EU-Schreckschusswaffen erlaubt

Jedoch sei es auch möglich, dass Schreckschusswaffen, die nach den Vorschriften eines anderen EU-Landes hergestellt und verkauft worden, in Deutschland legal erworben und besessen werden dürfen. Wer eine Schreckschusspistole legal benutzen möchte, braucht dafür den sogenannten Kleinen Waffenschein.

Volljährigkeit ist nur eines der Kriterien, um einen Kleinen Waffenschein zu erhalten. Laut der Webseite der Polizei Brandenburg muss der Besitzer eines Kleinen Waffenscheins auch die erforderliche Zuverlässigkeit und Eignung besitzen. Kleine Waffenscheine werden in Brandenburg durch die Polizei in ihrer Funktion als Waffenbehörde ausgestellt. Kosten: mindestens 50 Euro.