Ehrenamt
: THW braucht dringend neuen Standort in Eberswalde

Seit Monaten laufen Verhandlungen, das neue Grundstück steht noch nicht endgültig. Das THW soll in Eberswalde bleiben.
Von
Andrea Linne
Eberswalde
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  • Seit Monaten laufen Verhandlungen, das neue Grundstück steht noch nicht endgültig. Das THW soll in Eberswalde bleiben. Als Starkregen und Unwetter die Regionalleitstelle Nordost am 13. Juni unter Wasser setzten, war das Technische Hilfswerk aus Eberswalde zur Stelle. Sandsäcke wurden geschippt, Pumpen aufgestellt.

    Seit Monaten laufen Verhandlungen, das neue Grundstück steht noch nicht endgültig. Das THW soll in Eberswalde bleiben. Als Starkregen und Unwetter die Regionalleitstelle Nordost am 13. Juni unter Wasser setzten, war das Technische Hilfswerk aus Eberswalde zur Stelle. Sandsäcke wurden geschippt, Pumpen aufgestellt.

    Julian Stähle
  • Fahrzeuge bereit: Mit Schläuchen überbrückten die THWler den Weg von der Leitstelle zu den Überflutungsflächen.

    Fahrzeuge bereit: Mit Schläuchen überbrückten die THWler den Weg von der Leitstelle zu den Überflutungsflächen.

    THW Eberswalde
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Das Objekt in der Carl–Zeiss–Straße 2 im Eberswalder Technologie– und Gewerbepark ist nur angemietet, die Fläche insgesamt viel zu knapp bemessen. 2024 läuft der Pachtvertrag aus, dann ist Schicht im Schacht, wie es auch der Ortsbeauftragte Mirko Wolter sagt.

„Wir leisten hier ehrenamtliche Arbeit, haben eine aktive Jugendgruppe und sind zur Stelle, wenn wir in Gefahrenfällen gebraucht werden“, erklärt er. Zuletzt rückte das THW bei heftigen Regenfällen vor wenigen Wochen aus, als die Eberswalder Rettungswache des Landkreises selbst zum Notfallgebiet wurde. Alles dauert viel zu lange, meinen die THWler inzwischen, die einigermaßen ungeduldig sind. Seit Jahren leben sie mit den nicht optimalen Bedingungen.

Noch hat sich nichts getan. Sprecher Thorsten Grützner der Bonner Behörde teilt mit: „Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat dem zuständigen THW–Landesverband im vergangenen April vorgeschlagen, für den Ortsverband einen Neubau zu errichten. Dies ist das Ergebnis einer sogenannten Varian­tenuntersuchung. Dieser Vorschlag wird derzeit durch das THW geprüft. Ein Ergebnis beziehungsweise ein Beschaffungsauftrag des THW liegt der BImA bislang noch nicht vor.“ Und weiter schreibt er als Antwort auf die MOZ–Anfrage: „Wann das THW seine internen Prüfungen abschließt, kann die BImA nicht sagen.“ Man unterstütze den Ortsverband bei der Suche. Ein Grundstück, das die Bima auch erwerben könne, stehe jedoch noch nicht fest.

Fahrzeuge stehen draußen

Im Gespräch erklärt der Eberswalder Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP), dass aktuell auf Hochtouren an der Lösung des Problems gearbeitet werde. Längst habe es zahlreiche Gespräche gegeben, das Bauordnungsamt sei eingeschaltet.

Ein geeignetes Grundstück, das in Größe und Zufahrtsmöglichkeiten auch den Ansprüchen des THW Eberswalde entspricht, werde bereits für die konkrete Bauplanung vorbereitet. Wenn alle Fragen rund um Zufahrt zur Landesstraße und Infrastruktur geklärt seien, werde schnellstens ein Kaufangebot an die BImA erstellt, so der Bürgermeister.

„Es liegt und sehr am Herzen, dem THW zu helfen“, macht Boginski deutlich. Auch Landrat Daniel Kurth, selbst bekennender THWler aus Eberswalde, unterstützt dieses Unterfangen mit allen Kräften. Das Ganze müsse auch wirtschaftlich darstellbar sein, betont der 46–Jährige. Für alle Beteiligten.

Die 70 ehrenamtlich Aktiven mit 13 Fahrzeugen samt Gabelstapler – vier Autos passen nicht in die Halle im TGE – sind in den Prozess einbezogen. Der Standort solle außerdem im Stadtgebiet von Eberswalde liegen. Wie das THW später zu einem neuen Depot kommt, sei zweitrangig, betont auch Wolter. Ob über einen Investor, der das neue Depot schlüsselfertig hinstellt, oder über Bundesmittel, sei später noch zu klären. Das THW will in der Kreisstadt bleiben und stößt bei Stadt wie Kreis auf eine breite Unterstützung.

Ist Hochwasser auszupumpen, die Küche zur Versorgung von Helfern am Katastrophenort einzurichten, sind Menschen zu bergen und zu transportieren, dann ist das THW zur Stelle.

Doch im viel zu engen Depot in Eberswalde müssen sich Frauen — immerhin zwölf Aktive gibt es — hinter aufgestellten Schränken die Uniform anziehen. Das ist inakzeptabel, ebenso wie die Sanitäranlagen. Alle Aktiven hoffen auf eine baldige Lösung.