Eislaufen im Barnim
: Wie gefährlich ist das Betreten gefrorener Seen?

Vielerorts packen Leute ihre Schlittschuhe aus und wollen auf die zugefrorenen Gewässer in Eberswalde, Joachimsthal oder Parsteinsee. Es ist aber Vorsicht geboten.
Von
Markus Pettelkau
Eberswalde
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Oder-Havel-Kanal: Fließgewässer sind besonders tückisch. Man sollte sie erst betreten, wenn das Eis mindestens 20 Zentimeter dick ist. Am Wochenende trauten sich bei Liepe bereits einige Menschen aufs Eis.

Oder-Havel-Kanal: Fließgewässer sind besonders tückisch. Man sollte sie erst betreten, wenn das Eis mindestens 20 Zentimeter dick ist. Bei Liepe trauten sich bereits einige Menschen aufs Eis.

Stephan Backert
  • Viele Gewässer im Barnim sind zugefroren, doch Eisflächen bergen Gefahren.
  • Eisdicke: 15 cm bei stehenden, 20 cm bei fließenden Gewässern für sicheres Betreten empfohlen.
  • Brandenburg gibt keine offizielle Freigabe für natürliche Eisflächen – Betreten auf eigene Gefahr.
  • Bei Unfällen: Ruhe bewahren, flach hinlegen, in Bauchlage Richtung Ufer schieben, Notruf 112 wählen.
  • Eisbildung hängt von Wetter, Gewässertyp und Schneebedeckung ab – Vorsicht bei großen Flächen!

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In den vergangenen Tagen waren vielerorts Menschen zu sehen, die sich aufs Eis trauten. Ob am Amtssee in Chorin, am Parsteiner See oder sogar auf dem Oder-Havel-Kanal. In Parstein musste am Samstag (10.1.) sogar der Rettungsdienst ausrücken, da jemand auf dem Eis gefallen war und sich den Kopf verletzt hatte. Viele Seen im Oberbarnim sind zugefroren. Tagelanger Dauerfrost ließ das Eis wachsen. Doch ab welcher Eisdicke gilt es als sicher? Und darf man die Gewässer überhaupt betreten?

In Brandenburg gibt es keine offizielle Freigabe natürlicher Eisflächen; das Betreten erfolgt immer auf eigene Gefahr. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft empfiehlt, stehende Gewässer erst ab einer Eisdicke von mindestens 15 Zentimetern zu betreten, bei fließenden Gewässern sollten es mindestens 20 Zentimeter sein. Diese Dicke bietet eine ausreichende Sicherheit, da Eisdecken oft ungleichmäßig dick sind und unter Brücken oder in der Nähe von Zu- und Abflüssen dünner sein können.

Eisflächen haben tückische Geheimnisse

Eine stabile Eisdecke bildet sich nicht sofort nach den ersten kalten Tagen. Die Temperatur des Wassers muss durchgängig auf etwa 4 Grad Celsius sinken, damit sich das Eis zuverlässig bilden kann. Flache Gewässer frieren schneller zu als tiefe Seen, da sich das wärmere Tiefenwasser langsamer abkühlt. Fällt kurz nach der Eisbildung Schnee, wirkt dieser isolierend und verlangsamt das weitere Wachstum der Eisdecke.

Zudem gilt: Je größer und beweglicher die Wasseroberfläche, desto eher ist Vorsicht geboten. Auf großen Oberflächen entstehen oft Spannungsrisse. Dies sind Risse, die in einer Eisfläche entstehen, wenn sich das Eis durch Temperaturunterschiede oder Bewegungen ausdehnt oder zusammenzieht. Diese Risse können plötzlich und ohne Vorwarnung auftreten und sind oft mit einem lauten Knall verbunden. Spannungsrisse machen das Eis instabil und erhöhen die Gefahr, dass es an diesen Stellen plötzlich bricht.

Bei Unfällen gilt: Ruhe bewahren!

Sollte man merken, dass trotz aller Sicherheitsvorkehrungen das Eis brüchig ist, sollte man wichtige Regeln befolgen. Zunächst die Ruhe bewahren und sich flach auf das Eis legen. Dann sollte man sich in Bauchlage in Richtung Ufer schieben. Sollte jemand ins Eis einbrechen, gilt: sofort den Notruf 112 wählen! Die verunglückte Person sollte mithilfe eines eigenen Kleidungsstückes oder eines Stockes herausgezogen werden. Unüberlegtes Eingreifen kann die Situation plötzlich verschlimmern.

Alles Wichtige auf einen Blick: Was ist zu beachten, bevor man aufs Eis geht?

Nie alleine aufs Eis gehen!

Einen See erst betreten, wenn das Eis 15 Zentimeter dick ist – bei fließendem Gewässer erst bei 20 Zentimetern Dicke.

Erkundigen Sie sich bei der zuständigen Kommune, ob das Eis schon trägt.

Nicht gleich an den ersten kalten Tagen aufs Eis gehen!

Auf Warnungen in Radio und Zeitung achten!

Das Eis sofort verlassen, wenn es knistert oder knackt!

Sollte man das Gefühl haben, einzubrechen, flach hinlegen und vorsichtig auf dem gleichen Weg zurück Richtung Ufer bewegen.