Eltern in Eberswalde
: Mütter im Wochenbett – wo es Unterstützung gibt

In Eberswalde und anderswo wächst ein Unterstützerinnenkreis, der Müttern im Wochenbett hilft. Worum es geht und weshalb die Regionalgruppe um Hilfe bittet.
Von
Sven Klamann
Eberswalde
Jetzt in der App anhören
Lebenshilfe für Mütter: Jennifer Krentz (38) aus Eberswalde leitet die Barnimer Regionalgruppe von Verenas Wochenbettgeflüster. Das Foto ist vor der Kita im Schorfheider Ortsteil Buckow entstanden, in der ihr beiden Kinder gerade in der Eingewöhnungszeit sind.

Lebenshilfe für Mütter: Jennifer Krentz (38) aus Eberswalde leitet die Barnimer Regionalgruppe von „Verenas Wochenbettgeflüster“. Das Foto ist vor der Kita im Schorfheider Ortsteil Buckow entstanden, in der ihr beiden Kinder gerade in der Eingewöhnungszeit sind.

Sven Klamann
  • In Eberswalde unterstützt „Verenas Wochenbettgeflüster“ Mütter im Wochenbett.
  • Geleitet wird die Barnimer Regionalgruppe von Jennifer Krentz (38).
  • Die Initiative begann in Dresden und breitet sich aus.
  • Rund 20 Helferinnen bieten unentgeltliche Unterstützung.
  • Für ein Neujahrsempfang werden Unternehmensspenden gesucht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Du wirst bald Mama? Ab sofort gibt es bei uns in der Region Eberswalde einen Wochenbett-Unterstützerinnenkreis. Von Frauen für Frauen. Ehrenamtlich und vor Ort. Wir freuen uns, Dich zu unterstützen!“, heißt es auf der Rückseite einer Infokarte, die unter anderem in Arztpraxen, Apotheken oder Eltern-Kind-Zentren ausliegt. „Du hast der Welt einen neuen Menschen geschenkt. Wir beschenken Dich“, ist auf der Vorderseite zu lesen.

So macht die Barnimer Regionalgruppe von „Verenas Wochenbettgeflüster“ auf sich aufmerksam, die im Herbst 2024 gegründet wurde. Die noch nicht als Verein eingetragene Initiative wird von Jennifer Krentz (38) geleitet, die in der Clara-Zetkin-Siedlung, dem jüngsten Ortsteil der Stadt Eberswalde, zu Hause ist. Die Mutter eines zwei Jahre alten Sohnes und einer vier Jahre alten Tochter bietet freischaffend mentale Geburtsvorbereitungskurse an, ist systemische Familientherapeutin und Fachberaterin für Geburtstraumata. Inzwischen bieten etwa 20 Unterstützerinnen Wöchnerinnen in Eberswalde und Umgebung unentgeltlich ihre Dienste an.

Regionalgruppe für Eberswalde und Umgebung wächst weiter

Die Initiative „Verenas Wochenbettgeflüster“ ist von Verena Aly aus Dresden gestartet worden, die sich auf ihrer Internetseite als Mama von zwei Kindern vorstellt, der die Herausforderungen des Wochenbettes aus eigener Erfahrung vertraut seien.„ Ich weiß, wie verletzlich und sensibel diese Zeit für eine Frau sein kann“, heißt es da wörtlich. In dieser besonderen Phase würden die Betroffenen mehr als nur Ruhe benötigen.

Überdies seien Verständnis, Nähe und Unterstützung vonnöten. „Genau das habe ich am eigenen Leib gespürt, und es hat mich dazu inspiriert, etwas zu verändern. So hatte ich an Silvester 2023 eine klare Vision: Frauen sollen im Wochenbett nicht allein sein“, schreibt die Gründerin, die es als ihre Mission bezeichnet, Unterstützerinnenkreise überall in Deutschland, Österreich und der Schweiz ins Leben zu rufen.

Die Initialzündung aus Sachsen hat auch auf Eberswalde und Umgebung übergegriffen - und zieht immer größere Kreise. „Wir wollen weiter wachsen und suchen daher immer motivierte Mitstreiterinnen“, sagt Jennifer Krentz, die in der Barnimer Regionalgruppe von „Verenas Wochenbettgeflüster“ keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zu bestehenden Institutionen wie dem Netzwerk Gesunde Kinder Barnim-Nord sieht, das in Eberswalde am Werner-Forßmann-Krankenhaus verortet ist. Den Unterstützerinnen gehe es nicht um die Babys an sich. „Wir kümmern uns ausschließlich um die Mütter“, hebt die Leiterin einen wichtigen Unterschied zu anderen Einrichtungen hervor.

Diesen Wunsch hat „Verenas Wochenbettgeflüster“ im Barnim

Es gebe viele Gründe, weshalb Wöchnerinnen besonders hilfsbedürftig seien. Jede Schwangerschaft sei für die Frauen ein Hochleistungssport. Ihre Stoffwechselrate sei um das 2,2-fache erhöht, das Herz müsse viel mehr Blut pumpen und mit dem Abgang der Plazenta erleide die Gebärende eine tellergroße Fleischwunde im Körper, die in Ruhe ausheilen müsse, nennt die Mama aus der Clara-Zetkin-Siedlung von Eberswalde auf die Schnelle drei Beispiele.

Die Helferinnen der Regionalgruppe Barnim nehmen den jungen Mamas Arbeiten im Haushalt ab, leihen ihnen ein offenes Ohr, gehen einkaufen, stellen sich an den Herd, backen Kuchen und betreuen die Geschwisterkinder. „Alles mit Herzblut und im Ehrenamt“, verspricht Jennifer Krentz, die sich bei ihren Mitstreiterinnen für deren bisher gezeigtes Engagement mit einem internen Neujahrsempfang bedanken will, der am 18. Januar in Eberswalde ausgerichtet wird, und dafür vor allem Unternehmen noch um Förderung bittet.

Die ersten Zusagen gibt es bereits. Globus Naturkost steuert Schmackhaftes zum Buffet bei, die Waldstadtrösterei hilft mit, die Dankestüten zu füllen. „Es wäre aber eigentlich total schön, wenn sich noch ein paar weitere Firmen finden würden, die diese Feier unterstützen würden, damit die Unterstützerinnen ihren Tag vollumfänglich genießen können und sich nicht noch selbst ihr Essen mitbringen müssen“, heißt es in einem eindringlichen Appell der Leiterin der Regionalgruppe von „Verenas Wochenbettgeflüster“.

Wer zum Erfolg der Veranstaltung beitragen will, ist eingeladen, sich per E-Mail an eberswalde@verenas-wochenbettgefluester.de zu wenden oder Jennifer Krentz unter der Handynummer 0177-4919229 anzurufen.