Energie: Solarpark vorerst vom Tisch
Die Pläne zur Nachnutzung der Lüdersdorfer Deponie durch Photovoltaik sind geplatzt und auch ob ein solches Projekt in Parstein umgesetzt werden kann, steht in den Sternen. Das ist ein Ergebnis der zurückliegenden Gemeindevertretersitzung von Parsteinsee, bei der auch Johannes Schlößer von der Barnimer Energiegesellschaft (BEG) zu Gast war. Die Arbeiten zur Abdeckung der Lüdersorfer Deponie sind abgeschlossen — das Areal eine brachliegende Konversionsfläche. Die Idee, diese mit Solarplatten zu bestücken, sei allerdings nicht so einfach, machte der Fachmann der BEG deutlich. Denn um die Träger der Module aufstellen zu können, müssen diese in den Boden gerammt werden. Die Bodendecke wäre dafür bis dato zu dünn. Es müsste zusätzlich Erde aufgebracht werden, um das Projekt zu realisieren. „200 Lkw mit Erde“, prophezeite Johannes Schlößer. Erst dann könne eventuell gebaut werden. Doch schon den Transport über die B 158 sehen die Lüdersdorfer skeptisch. „200 Lkw durch Lüdersdorf, dit kannste verjessen“, kam es aus den Reihen der Einwohner bei der Sitzung.
Größer ist rentabler
Das zusätzliche Material wäre kostenfrei zur Verfügung gestellt worden, das Aufbringen allerdings nicht von heute auf morgen möglich gewesen. Da die Anlage bereits Pflanzenbewuchs hat, sind Gutachten nötig. Genehmigung, Planung – bis zur Umsetzung kann es zwei Jahre dauern, schätzt Schlößer. Ein Risiko. Denn derzeit ist fraglich, wie es mit der Einspeisevergütung weitergeht und ob sich eine relativ kleine Anlage mit 380 Kilowatt Spitzenleistung, wie sie in Lüdersdorf geplant war, überhaupt noch rentiert. Deshalb hat die Gemeindevertretung nun davon Abstand genommen, das Projekt weiter zu verfolgen.
Eine mögliche Alternative, die Johannes Schlößer in der Sitzung darlegte, könnte die Deponie in Parstein sein. Sie ist größer und könnte sich als Solarpark daher eher eignen. Allerdings dauert es noch zwei bis drei Jahre bis zur Abdeckung der Deponie. Wie in der Runde anklang, könnten Artenschutzbelange zusätzliche Hinderungsgründe sein. Das wolle die BEG schon jetzt prüfen. Die Entscheidung für Photovoltaik soll erst dann wieder auf den Tisch kommen, wenn die Abdeckung vorangeschritten ist, mögliche wirtschaftliche Risiken besser kalkuliert werden können. Darauf konnten sich die Gemeindevertreter einigen. Die Anlage auf der Lüdersdorfer Deponie hingegen ist vom Tisch.
Lampen mit Einschusslöchern
Das bedeutet nicht, dass der Ortsteil in Sachen Engergieeffizienz auf der Stelle tritt. So könnte es bei der Straßenbeleuchtung bald zu einer Zusammenarbeit mit den Kreiswerken kommen. In Parstein gibt es dafür keinen Bedarf, in Lüdersdorf schon. Dort brennen zu 64 Prozent Natriumdampflampen und 36 Prozent Quecksilberhochdruckdampflampen — vor allem letztere gelten als ineffizient. Daher soll nun die Umstellung auf dimmbare LED vorangetrieben werden. Diese, so erklärte Johannes Schlößer, würden nicht nur für 25 Prozent weniger Energiekosten sorgen, sondern auch für mehr Licht. Derzeit herrschten im Ort nachts sehr eingeschränkte Schaltzeiten – es ist oft duster. Das würde sich mit LED ändern. Die Amtsverwaltung ist nun damit beauftragt worden, einen Beschluss für eine Entwurfsplanung zur Umrüstung zu erarbeiten, die voraussichtlich 4000 bis 5000 Euro kosten soll.
Angesprochen wurden im Zuge der Diskussion auch kaputte Laternen. „Es sind keine Mängel bekannt“, hieß es zur Sitzung seitens der Verwaltung. Wie herauskam, gibt es in Lüdersdorf wohl ein Problem mit Vandalismus. Es gebe Leute im Ort, die die Lampen zerstören. „Ich kann Schirme zeigen, die haben Einschusslöcher“, so eine Stimme aus dem Gremium.


