Flugplatz in Eberswalde
: Das wird bei der Oktoberfest-Premiere in Finow geboten

In Dirndl und Lederhose an der Landebahn? Auf dem Flugplatz Finow gibt es erstmals ein Oktoberfest. Was hinter dieser Idee steckt und wann die Fete steigt.
Von
Sven Klamann
Eberswalde
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Darauf ein Aperol Spritz! In Eberswalde laden die neuen Betreiber des Flugplatzes Finow zur Oktoberfest-Premiere ein. Eine Schnapsidee?

Darauf ein Aperol Spritz! In Eberswalde laden die neuen Betreiber des Flugplatzes Finow zur Oktoberfest-Premiere ein. Eine Schnapsidee?

Artem Lomakin/Flugplatz Finow
  • Flugplatz Finow feiert am 19. September sein erstes Oktoberfest mit freiem Eintritt.
  • Betreiberin Elena Klug will den Platz bekannter machen – Zielgruppe sind auch Leichtflugpiloten.
  • Programm: Rundflüge ab 13 Uhr, Essen aus Kasan und Grill ab 15 Uhr, Drinks, Lounge und Spielplatz.
  • Tracht ist erwünscht, aber keine Pflicht. Anreise zu Fuß, per Rad, Auto, Motorrad oder Flugzeug.
  • Übernachtung möglich im „Boutique Stay“ mit vier Zweibettzimmern und VIP-Lounge, Infos auf gate-1.de.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es tut sich etwas auf dem Flugplatz Finow, dessen Betreibergesellschaft seit Mai 2025 eine neue Eigentümerin hat. Die auf Wirtschaftsrecht spezialisierte, in der Ukraine geborene und seit 26 Jahren in Deutschland lebende Rechtsanwältin Elena Klug und ihre kleine Belegschaft sind mit viel Elan und noch mehr Ideen dabei, den Verkehrslandeplatz aus dem Dornröschenschlaf wachzuküssen.

Seit dem Neustart sind die Zeiten vorbei, in denen in Eberswalde und weit darüber hinaus niemand wirklich wusste, was auf dem Flugplatz Finow passiert, der bis zu ihrem Abzug von den sowjetischen Streitkräften für militärische Zwecke genutzt worden war. Auch nach der Wende war das Areal, obwohl längst in zivilen Händen, noch lange so etwas wie ein Niemandsland.

Aber Elena Klug und ihre sieben Mitstreiter setzen nicht nur alles daran, die Zahl der Flugbewegungen auf dem Verkehrslandeplatz, die aktuell bei 5500 bis 6000 pro Jahr liegt, stetig zu steigern. Ihre Hauptzielgruppe sind dabei Piloten von Leichtflugzeugen.

Überdies bemühen sich die Eigentümerin und ihr motiviertes Team, den Bekanntheitsgrad des Flugplatzes Finow in der Kreisstadt des Barnims, im Landkreis und in ganz Brandenburg und Berlin zu steigern.

Eigentümerin vom Flugplatz Finow freut sich auf Kulturexperiment

Das geschieht mit Veranstaltungen wie dem ersten Sommer- und Flugplatzfest seit elf Jahren, das unter dem Namen „Airventure Finow“ im Juni gefeiert worden war. Zuletzt hatte es am 22. August ebenda ein ebenfalls sommerliches „Fly in“ gegeben, bei dem sich Piloten und Neugierige zwanglos zu Musik, Speisen, Getränken und Gesprächen getroffen haben.

Jetzt steht Eberswalde am 19. September mit dem ersten Oktoberfest auf dem Flugplatz Finow eine echte Premiere bevor. Und das bei freiem Eintritt und mit kostenlos nutzbaren Parkplätzen.

Eine Eigentümerin mit Wurzeln aus der Ukraine, ein Veranstaltungsort im eher preußisch nüchtern eingestellten Eberswalde und eine urbayerische Tradition – wie passt denn das zusammen? „Bayern hat die Berge, der Barnim die Wälder. Bayern hat das Oktoberfest, Eberswalde die Landebahn.

Für einen gemeinsamen Nachmittag und Abend braucht es nur Musik, gutes Essen und Menschen, die neugierig aufeinander sind“, urteilt Elena Klug, die sich auf das Kultur-Experiment freut, dessen Termin übrigens ganz bewusst gewählt worden ist.

Etwas bayerische Festkultur fürs preußisch nüchterne Eberswalde

Am 19. September startet schließlich auch das große Oktoberfest auf den Wiesn in München, der Hauptstadt des Freistaates Bayern. Dort wird das Fassbier bis zum 4. Oktober gezapft. In Eberswalde, auf dem Flugplatz Finow, ist die sprichwörtliche Maß hingegen schon nach einem Tag geleert. „Wir wollen es ja nicht gleich übertreiben“, sagt die Flugplatz-Betreiberin.

„Dirndl, Lederhose, Janker und Trachtenhut sind ausdrücklich gern gesehen.“
Elena Klug
Eigentümerin des Flugplatzes Finow

Es gehe darum, mit dem ersten Oktoberfest am Flugplatz Finow ein Stück bayerische Festkultur in die Region zu bringen. Angestrebt werde eine Atmosphäre, in der sich Pilotinnen und Piloten, Gäste aus Berlin und Menschen aus dem Barnim gleichermaßen willkommen fühlen könnten.

Dürfen Besucher ohne Dirndl und Lederhose in Finow mitfeiern?

„Dirndl, Lederhose, Janker und Trachtenhut sind ausdrücklich gern gesehen. Ein bayerischer Stammbaum wird am Eingang allerdings nicht kontrolliert. Auch Menschen ohne Tracht erhalten selbstverständlich Landeerlaubnis“, verspricht Elena Klug.

Blick auf den Tower: Der Flugplatz Finow in Eberswalde soll beim ersten Oktoberfest nicht nur Piloten, sondern auch an der Luftfahrt interessierte Laien und Feierlustige anlocken. Ob das Konzept aufgeht?

Blick auf den Tower: Der Flugplatz Finow in Eberswalde soll beim ersten Oktoberfest nicht nur Piloten, sondern auch an der Luftfahrt interessierte Laien und Feierlustige anlocken. Ob das Konzept aufgeht?

Artem Lomakin/Flugplatz Finow

Die Anreise sei auf nahezu jedem vernünftigen Weg möglich: zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Motorrad, dem Auto – und natürlich mit dem Flugzeug. Über möglichst viele Tragflächen auf dem Vorfeld würden sich die Veranstalter besonders freuen.

Wer zu viel gefeiert hat, schläft vielleicht im „Boutique Stay“

Wer nach dem Oktoberfest auf dem Flugplatz Finow nicht nach Hause will, kann die neue Übernachtungsmöglichkeit an der Landebahn nutzen. Die vier Zweibettzimmer werden unter der Bezeichnung Boutique Stay vermarktet.

Was dem Publikum beim ersten Oktoberfest auf dem Flugplatz Finow geboten wird

Die Veranstalter verbinden bayerische Festatmosphäre mit der Welt der Fliegerei. Besucherinnen und Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie: Rundflüge, BBQ und Spezialitäten, erfrischende und warme Getränke, ein Kinderspielplatz, ein gemütlicher Loungebereich sowie ein faszinierender Blick auf die Start- und Landebahn. Ab 13 Uhr starten die Rundflüge über den Barnim. Ab 15 Uhr wird im Kasan, einem schweren Kochtopf aus Gusseisen, und auf dem Grill wird das Essen zubereitet.

In der aus zwei ehemaligen Betriebswohnungen und einem Büro hergerichteten Herberge gibt es sogar einen elegant ausgestatteten Gemeinschaftsraum, der als VIP-Lounge geführt wird. Wer eine Nacht im „Boutique Stay“ erwägt, sollte sich allerdings vorher nach der Verfügbarkeit der Zimmer erkundigen. Die Infos dazu gibt es unter www.gate-1.de.