An Silvester dürfte es zum kommenden Jahreswechsel wieder deutlich mehr knallen als in den vergangenen Jahren. Die Menschen haben etwas nachzuholen, nachdem – bedingt durch die Pandemie – die Silvester-Knallerei ins Wasser gefallen ist. Doch wo darf in der Stadt eigentlich Feuerwerk gezündet werden? Und wie bereiten sich Rettungsdienste und Feuerwehr auf den Abend und die Nacht in Eberswalde vor?
Für Freunde des Feuerwerks die gute Nachricht vorweg: Einschränkungen über geltende Regeln gibt es in Eberswalde 2022 nicht. „Zu beachten ist jedoch, dass das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen, besonders brandempfindlichen Gebäuden oder -Anlagen verboten ist“, sagt Stadtsprecher Johan Bodnar.

Bußgeld wegen Ordnungswidrigkeiten

Wer gegen die Regeln verstößt, müsse damit rechnen, dass aufgrund der begangenen Ordnungswidrigkeit eine „empfindliche Geldbuße“ folgt. Diese kann es auch geben, wenn vom eingekauften Feuerwerk etwas übrig bleibt und jemand auf die Idee kommt, an den restlichen Tagen des Jahres Feuerwerk zu zünden. Denn das ist zwischen dem 2. Januar und 30. Dezember verboten.
Weniger glücklich damit, dass wieder „geknallt“ werden darf, ist Augenarzt Burkhard von Jagow vom Werner-Forßmann-Klinikum in der Stadt. Er verweist auf eine bundesweite Initiative von Augenärzten, die eine Petition auf den Weg bringen wollen, damit privates Feuerwerk verboten wird. So ganz sollen die Menschen jedoch auf die Begrüßung des neuen Jahres nicht verzichten müssen.

Augenärzte wollen private Knallerei verbieten

Die Augenärzte plädieren dafür, dass es öffentliche Veranstaltungen mit Feuerwerk zum Jahreswechsel gibt. Diese sollen dann von den Kommunen organisiert werden. Private „Knallerei“ aber soll wegen des Verletzungsrisikos nicht nur zwischen dem 2. Januar und dem 30. Dezember verboten bleiben, sondern an allen Tagen im Jahr.
Im Werner-Forßmann-Krankenhaus bereiten sich die Mediziner analog zu den vorangegangenen Jahren vor, mit der Berücksichtigung, dass sich wegen des Verbots zuletzt deutlich weniger Verletzungen ergeben haben. In der Planung ist auch vorgesehen, dass ein Handchirurg und ein Augenarzt wegen der zu erwartenden typischen Verletzungsmuster vor Ort oder in Bereitschaft sind.

Weniger Augenverletzungen als in Großstädten

Bei den Augenverletzungen sei es in den vergangenen beiden Jahren wegen der Verbote im Zuge der Corona-Pandemie eher ruhig gewesen, sagt von Jagow. In den Jahren davor habe Eberswalde regelmäßig an Untersuchungen teilgenommen. Dabei habe sich aber gezeigt, dass das Verletzungen in der Waldstadt nicht so häufig sind wie in Großstädten, die an der Studie teilgenommen haben.
Für den Rettungsdienst im Barnim wird die Nacht des Jahreswechsels voraussichtlich ein paar mehr Einsätze bringen, besondere Vorkehrungen trifft die Gesellschaft aber nicht, erklärt Geschäftsführer Claudius Kaczmarek: „Die zu erwartenden Einsätze lassen sich mit den täglich zur Verfügung stehenden und entsprechend ausgerüsteten Einsatzmitteln der Rettung-Barnim versorgen.“

Rettungsdienst nur bei ernsthaften Verletzungen informieren

Trotzdem hat er einen wichtigen Hinweis: „Was allerdings helfen würde, wäre, dass wir nicht zu Bagatellverletzungen gerufen werden, die eigentlich nichts für den Rettungsdienst sind und die eigentlich jeder selbst versorgen kann oder selbst eine medizinische Einrichtung oder Rettungsstelle aufsuchen könnte.“
Mit solchen Einsätzen, die eigentlich nicht notwendig sind, würden unnötig Ressourcen gebunden, die an anderer Stelle, unter Umständen sogar bei lebensbedrohlichen Einsätzen fehlen könnten. Als Beispiel nennt Kaczmarek kleinste Verbrennungen, kleine Schnittverletzungen, alkoholisierte, aber noch ansprechbare und selbst betreubare Personen.

Berufsfeuerwehr Eberswalde wacht über die Stadt

Auch die Berufsfeuerwehr in Eberswalde wacht in der Silvesternacht wie zu jedem anderen Zeitpunkt, sagt Stadtsprecher Bodnar: „Die Feuerwehr in Eberswalde, weder Berufsfeuerwehr noch Freiwillige Feuerwehr, muss sich nicht speziell auf die Silvesternacht vorbereiten. Die Berufsfeuerwehr wird in der normalen Dienststärke von sieben Beamten ihren Dienst unter der Leitung von Brandoberinspektor Sebastian Erdmann versehen und einsatzbereit für die Bürgerinnen und Bürger sein.“