Filmdreh: Hochschule in Eberswalde dreht Seifenoper im Wald
Förderung durch Brandenburger Ministerium
„Wir haben das mit der Seifenoper wörtlich genommen. Unsere Hauptfigur ist Hochschulrainiger“, erklärt Melanie Adam. Der Mann, der auf und rund um den Campus für Sauberkeit sorgt, wird deshalb mit „ai“ geschrieben, weil er Rainer heißt. Das Ganze sei bewusst angelehnt, an die erfolgreiche Serie „Der Tatortreiniger" mit Bjarne Mädel. Wie dessen Figur trifft auch der Hochschulrainiger in den einzelnen Episoden auf Charaktere, mit denen sich ein humorvoll geistreicher Dialog entspinnt. Melanie Adam, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule, hat sich das ausgedacht und zusammen mit einer Lektorin die Drehbücher für die insgesamt drei Episoden geschrieben.
Wer nun an studentische Laiendarsteller und Handykameras denkt, ist ebenfalls auf dem Holzweg. Das Filmprojekt ist auf professionelle Füße gestellt und wird mit 80.000 Euro vom Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur gefördert. Das Geld wurde im Rahmen eines Wettbewerbs ausgeschüttet. Es ging darum, Wissenschaft für Außenstehende erfahrbar zu machen. Die Idee der HNE war eine Miniserie, die den Nachhaltigkeitsgedanken transportiert.
So etwa beim letzten großen Außendreh mit Rückepferden. Die Episode spielt in einem Waldstück nahe dem Waldcampus. Hochschulrainiger Thomas Giegerich tritt in einen Haufen Pferdeäpfel. „Die Scheiße da vergeht“, macht ihm der Besitzer des Pferds, gespielt von Jens Eulenberger klar, und zeigt auf Rainers Schuhe. „Die da nicht“, meint er und deutet auf eine Ladung Sperrmüll im Wald, die der Hochschulrainiger gerade wegräumen will. Es sind Pferderücker, auf die er da getroffen ist. Mit den imposanten Rössern wird gezeigt, dass Holz zum Teil auch auf dem sanftem Weg aus dem Wald geholt werden kann, ohne diesen zu zerstören.
Der Dreh mit den Tieren ist eine besondere Herausforderung. Doch zeigen sich Romy, eine Schwarzwälder Fuchsstute, und Nico, ein Belgischer Kaltbluthengst, von der vielen Technik ziemlich unbeeindruckt. Kameras, Tonstange, Licht, Monitore scheinen sie kaum zu stören. „Es sind charakterlich ruhige und arbeitswillige Tiere“, erklärt Jonathan Witt, Student an der Hochschule und dort Mitglied der IG Zugpferde, die sich für die Arbeit mit den Tieren in Wald und Feld einsetzt. 20 bis 30 Prozent ihres Eigengewichts können die Pferde ziehen. Die eher schmalen Buchenstämme, die Romy geführt von Desirée Warns für den Dreh hinter sich herschleift, sind da eher eine Aufwärmübung.
Mehrmals wird die Szene wiederholt. Immer wieder trottet die stolze Stute an Schauspielern und Kameras vorbei. Früh am Morgen wurde mit dem Aufbau im Wald begonnen. Den kompletten Tag verbringt das Team dort unterm Blätterdach. Am Ende werden Episoden mit einer Länge von fünf bis sieben Minuten dabei herauskommen, schätzt Melanie Adam. Die Premiere der drei Clips, die außer im Wald auf dem Stadtcampus und in der Jurte des Waldcampus entstanden, soll zum Jahresende im Stadtzentrum stattfinden.







