Foodie-Podcast aus Brandenburg
: Warum sich regional kochen hier lohnt

Angeblich geht das gar nicht: regional kochen im Gasthof im Land Brandenburg. Ricco Stiehm vom „Lokal“ in Eberswalde erklärt im Podcast, was für ihn möglich ist.
Von
Elisabeth Voigt,
Sandra Ketterer
Eberswalde
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Ricco Stiehm grillt für die Kochkommode in Eberswalde Bratwurst im Kloster Chorin.

Ricco Stiehm ist einer von drei Köchen des Gasthauses „Lokal“ in Eberswalde und nach einem Food-Truck in 2025 im nächsten auch mit einem Museumscafé im „Kloster Chorin“ vertreten.

Elisabeth Voigt
  • Ricco Stiehm kocht im „Lokal“ Eberswalde radikal regional mit biologischen Zutaten.
  • Saisonale Küche spart Lieferwege und setzt auf regionale Anbieter wie „Globus Naturkost“.
  • Speisekarte nennt Herkunft der Zutaten, z. B. Bio-Bratwurst vom Gut Kerkow.
  • Netzwerk in Brandenburg fördert lokale Wertschöpfung und kurze Transportwege.
  • Podcast zeigt, wie regionale Küche mit Kreativität und Kooperation gelingt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zu teuer, zu kleines Angebot aus der Region, zu schwierig zu organisieren – die Gründe, die Gastronomen in Brandenburg gegen eine direkte Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern nennen, sind vielfältig. Einer, der es trotzdem versucht, ist Ricco Stiehm.

Er ist einer von drei Köchen, die gemeinsam die „Kochkommode“ in Eberswalde eröffnet haben und auch das Gasthaus „Lokal“. Ihre Arbeit bei all ihren Projekten ist radikal regional, die Zutaten hochwertig und biologisch erzeugt. In der neuen Folge des Podcasts „Brandenburg, lass uns über Essen reden“, erklärt Stiehm, wie Regionalität funktionieren kann und was diese mit Netzwerken und saisonalem Essen zu tun hat.

Brandenburg, lass uns über Essen reden – der Podcast

Alle zwei Wochen sprechen Lisa Voigt und Sandra Ketterer in Brandenburg, lass uns über Essen reden darüber, wo man richtig gut essen kann. Was gibt es Neues von der Gastronomie, Landwirtschaft und Produzenten im Land Brandenburg? Was hat Genießen mit Erinnern zu tun? Die beiden Food-Reporterinnen von MOZ.de und LR.de gucken in die Töpfe, nehmen ihre Hörer*Innen mit aufs Feld oder berichten aus der Backstube. Was tut sich in Sachen Genuss und Küche in Brandenburg und wo soll es hingehen? Der Podcast mit Biss auf allen gängigen Plattformen wie Apple Podcasts oder Spotify.

Ob im Ganzen karamellisierter Rotkohl aus dem Ofen mit hausgemachtem Kartoffelpüree oder eine Pizza, belegt mit Rote-Bete-Mus statt Tomatensauce, Ziegenkäse und regionalem Schinken – Stiehm hat viele Ideen. Dass im „Lokal“ nicht abgehoben gekocht wird, sondern einfach mit guten Zutaten und einer modernen Idee, hat sich in Eberswalde inzwischen herumgesprochen. Manchmal sei es einfach nur ein interessantes Kräuteröl als Topping oder eine andere Idee der Präsentation, verrät der Koch.

Wertschöpfung direkt in Eberswalde und Umgebung

Saisonale und regionale Küche sind für Stiehm untrennbar miteinander verknüpft, denn das Gemüse der Saison aus der Region braucht keine langen Lieferwege oder viele Zwischenhändler. So kann es preiswerter sein, wenn man weiß, bei wem man es einkauft.

Daher schwört Stiehm in Eberswalde und Umgebung auf sein Netzwerk an Anbietern, ob „Globus Naturkost“, Süßwasser-Fisch aus Brodowin, Kaffee von der Waldstadtrösterei in Eberswalde oder Bio-Bratwurst vom Gut Kerkow in der Uckermark. In der Speisekarte sind sie alle genannt, sodass Gäste wissen, wo die Zutaten herkommen.

Sandra Ketterer von der Lausitzer Rundschau und Elisabeth Voigt von der Märkischen Oderzeitung sind die beiden Foodie-Reporterinnen, die sich alle zwei Wochen über Essen in Brandenburg unterhalten.

Alle zwei Wochen sprechen wir über Essen in Brandenburg: Sandra Ketterer von der Lausitzer Rundschau und Elisabeth Voigt von der Märkischen Oderzeitung

Bettina Winkler

„Aber wie weit reicht eine Region eigentlich – 10 Kilometer in den Umkreis des Wohnortes hinein oder doch eher 100?“, fragen wir uns - und ihn - im Podcast. „So weit, wie man fahren muss, um richtig gute Produkte zu bekommen“, findet unser Gast. „Wichtig ist vor allem, dass die Wertschöpfung vor Ort stattfindet.“

Auch seine Flyer bestelle er bei einem Anbieter in der Region, nennt Stiehm ein weiteres Beispiel, weil er damit einen Ansprechpartner vor Ort habe, der vielleicht auch wieder Gästen das „Lokal“ empfiehlt oder selbst zum Essen kommt. Regionalität funktioniere im Land Brandenburg wie überall nur durch ein Geben und Nehmen.

Bewusst genießen

Von der Lausitz bis ins Oderbruch, vom Havelland bis in die Uckermark - Brandenburg ist keineswegs die kulinarische Wüste, als die das Land oft geschmäht wird.

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