Freisprechung
: Freude über Gesellenbriefe

Mit Gesellenstücken und Prüfungen hatten sie Erfolg, nun haben sie auch den Abschluss, den Gesellenbrief in der Tasche.
Von
Ellen Werner
Eberswalde
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Ab sofort Geselle: Zimmerer Juri Möhlenkamp aus Brodowin freut sich über den Gesellenbrief. Die Abschlusszeugnisse werden traditionell in der Maria-Magdalenen-Kirche übergeben.

MOZ/Thomas Burckhardt

Das ging fix. Auf zwei Jahre konnte Juri Möhlenkamp seine Ausbildung verkürzen. Unter den Junggesellinnen und Junggesellen und ihren Gästen ist der 23-jährige Brodowiner am Freitagvormittag in der Eberswalder Maria-Magdalenen-Kirche ein Blickfang: Wie vier weitere Mitstreiter trägt der junge Zimmerer die auffällige Kluft seiner Zunft. Auf den Beruf kam er, erzählt Möhlenkamp, als er nach dem Abi zwei Jahre in Australien umherreiste und jobbte. „Ich möchte unbedingt draußen arbeiten“, sei ihm dabei klargeworden. „Man kommt herum, das finde ich klasse an dem Beruf.“ Von Elite Holzbau in Rüdersdorf sei er übernommen worden und bleibe dem Betrieb auch fürs Erste treu. „Weil es doch jetzt mit dem Lernen erst richtig anfängt.“

Azubizahlen steigen wieder

Mit dieser Einstellung dürfte Möhlenkamp ganz auf der Linie von Barnims Kreishandwerksmeister Uwe Manke liegen. Bei der feierlichen Veranstaltung spricht Manke 47 junge Leute aus den Landkreisen Oder-Spree, Märkisch Oderland, Frankfurt (Oder), Uckermark und dem Barnim frei, die ihre Ausbildung in acht verschiedenen Gewerken abgeschlossen haben – unter anderem als Tischler, Friseurinnen oder Maler. Acht von ihnen werden für gute und sehr gute Leistungen ausgezeichnet. So wie der Elektroniker Lukas Burghardt aus Biesenthal, der Manke im Namen aller um die Freisprechung von Azubipflichten bittet. Den Junggesellen legt Manke ans Herz weiterzulernen. In den nächsten Jahren würden viele Meisterinnen und Meister gebraucht, um Verantwortung oder die Nachfolge in Betrieben zu übernehmen. Der Staat unterstütze den Weg mit dem Aufstiegs-BaföG.

Pfarrer Hanns-Peter Giering als Gastgeber macht auf den besonderen Freitag aufmerksam, an dem Menschen weltweit sich mit der Zukunft des Planeten befassen. „Wir denken hier auch an eure Zukunft“, sagt Giering und betont die nachhaltige Bedeutung des Handwerks. Die Maria-Magdalenen-Kirche selbst sei ein Zeugnis großer Handwerkskunst. „Sie steht seit 700 Jahren.“

Barnim

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Insgesamt waren 53 Prüflinge zu den Sommerprüfungen angetreten, deutlich weniger als im Vorjahr. Mit der Zahl der Junggesellen aus geburtenschwachen Jahrgängen  sei aber die Talsohle erreicht, glaubt Christina Fellmer von der Kreishandwerkerschaft Barnim. „Wir merken es an den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen, die in den letzten Jahren wieder zunehmen“, merkt ihr Kollege Stefan Scholz am Rande der Veranstaltung an. Wer ein Handwerk ergreifen wolle, habe beste Möglichkeiten. Von Seiten der Betriebe gebe es eine hohe Ausbildungsbereitschaft, „aufgrund des Fachkräftemangels“, so Scholz. „Im Fleischer- und Bäckerhandwerk haben wir im Moment die größten Probleme, Nachwuchs zu finden.“

Bei der Übergabe der Gesellenbriefe, den Abschlusszeugnissen, macht sich das nicht bemerkbar. Sechs junge Leute haben den Bäckerberuf erlernt. Zu ihnen zählt Lydia Clemens aus Beeskow. Sie habe ein Studium abgebrochen und beim Jobben gemerkt, „dass mehr dahinter steckt“. Ihre Lehre in einem kleinen, familiären Handwerksbetrieb habe sie in ihrer Berufsentscheidung bestätigt.

Gesellenbriefe für 26 Barnimer

■Elektroniker/Energie- und Gebäudetechnik: Alexander Fritzke (Bernau), Lukas Burghardt und Daniel Kleber (Biesenthal), Kevin Debrah und Eric-René Müller (Eberswalde), Lucas Henck (Marienwerder) ■Friseurinnen: Sarah-Michelle Dubuy (Bernau), Denise Schibilski (Eberswalde), Julia Krotz (Lichterfelde), Beatrice Koppe (Oderberg), Michelle Tröger (Schönow), Michelle Schulz (Werneuchen) ■Kraftfahrzeugmechatroniker/Personenkraftwagentechnik: Marc Lehmann (Bernau), Tom Hartwig (Eberswalde) ■Maler- und Lackierer/-innen/Gestaltung und Instandhaltung: Max Theisinger (Eberswalde), Pascal Feick (Friedrichswalde), Lisa-Marie Stolz (Niederfinow), Lucas Lehmann (Sydower Fließ) ■Zimmerer: Juri Möhlenkamp (Brodowin) ■Tischler: Lars Korbicki (Ahrensfelde), Marcel Sperling (Bernau), Jeremy Kosbab, Lucas Platzek und Raphael Schütte (alle drei Eberswalde), Franz Vogel (Wandlitz) ■Metallbauer/Konstruktionstechnik: Johannes Schulz (Bernau)