In mehr als 50 deutschen Städten haben Schüler heute die Schule geschwänzt. Nicht einfach aus Jux, sondern für den Klimaschutz. Den Aufruf, der eigentlich von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg ausgeht, haben auch junge Menschen in der Waldstadt gehört. Gegen 14 Uhr zogen Eberswalder und Bernauer Schüler im Rahmen von „Fridays For Future“ am Bahnhof los. Unter Polizeibegleitung ging es für die etwa 50 Demonstranten, darunter auch Studenten, in Richtung Eberswalder Innenstadt.
Vorbei am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium, wo viele der Teilnehmer zur Schule gehen, ging es zum Marktplatz. Die Aktion nach Eberswalde geholt haben vor allem Schüler der Oberbarnim Schule. „Wir haben zunächst Freunde angeschrieben und gefragt, ob sie Lust haben mitzumachen“, sagt Landelin Winter (16). Die Idee hätte schnell die Runde gemacht und auch schulübergreifend Anhänger gefunden. Der Oberbarnin Schule folgend beteiligten sich Schüler des Humboldt-Gymnasiums und des Gymnasiums Finow sowie Aktivisten von Greenpeace Eberswalde. Die Eberswalder Schüler schwänzten die Schule sogar mit Erlaubnis. Sie alle wurden freigestellt. Auf dem Marktplatz war dann Gelegenheit für ernste Worte und harte Fakten zum Kohleausstieg. Ein Redner fand klare Worte gegen den Kapitalismus. Besonders berührend war der Beitrag der achtjährigen Lola: „Wir demonstrieren gegen den Kohleabbau. Also ich finde das nicht so gut, weil dann alle Bäume abgeholzt werden.“ Der Protest geht gerade deshalb von jungen Menschen aus, da sie es sind, die die Folgen des Klimawandels zu spüren bekommen.
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Auf einem Banner stellten die Schüler deshalb klar: „Ich lerne nicht für eine zerstörte Zukunft.“ Sie fordern stärkere Entscheidungen in der Politik für den Klima- und Umweltschutz sowie einen schnellen Ausstieg aus der Kohleindustrie.
In Schweden geht die 16-jährige Greta Thunberg aus Protest seit Monaten freitags nicht mehr in die Schule. Stattdessen positioniert sie sich mit ihren Schulbüchern vor dem schwedischen Parlament. Ihrem Vorbild folgen nicht nur in Deutschland Städte und Gemeinden. Auch in Australien und Belgien fanden Proteste statt.