Fridays for Future: Eberswalder protestieren für klimagerechtes Konjunkturpaket

Aktion am Kirchhang: Fridays for Future-Aktivistin Jana Engler malt mit Kreide aufs Pflaster.
Michael HeiderPlakate und Kreidestifte
Bundesweit wurde zu ähnlichen Aktionen aufgerufen, allesamt unter dem Motto „#KlimazielStattLobbydeal.“ „Es wird heute an über 60 Orten in ganz Deutschland gestreikt“, erzählt Julia Thöring von Fridays for Future Eberswalde. Grund seien die in Berlin stattfindenden Beratungen für ein Konjunkturpaket, die am selben Abend beginnen sollen. Es geht um Milliarden, mit denen die Große Koalition die Pandemie geplagte deutsche Wirtschaft ankurbeln möchte.
„Es wird ein Wirtschaftsfundament sein, das sich auf uns auswirken wird“, meint die Studierende. „Deshalb haben wir ein Recht dazu, mitzureden und laut zu sein.“ Die Aktivisten stören sich nicht zuletzt daran, dass auch Kaufprämien für Autos zur Debatte stehen. Sie fordern stattdessen eine klimafreundliche Verteilung der staatlichen Gelder.
„Wenn wir jetzt über Krisenbewältigung reden, dann müssen wir die Klimakrise und andere soziale Krisen mitdenken“, sagt Thöring. Man brauche daher weniger Autos in den Städten und mehr Möglichkeiten für einen öffentlichen Nahverkehr.
Eine ältere Passantin, die auf dem Weg zu einem Termin zufällig an der Aktion vorbeikommt und sich die Szenerie ansieht, stimmt den Forderungen zu. „Das brauchen wir schon lange“, meint sie. „Wird endlich mal Zeit.“
Um ihren Anliegen Gehör zu verschaffen, setzen die Klimaaktivisten auf „gesundheitlich unbedenklichen Protest“, wie sie im Vorfeld ankündigten. In der Praxis bedeutet dies, dass nicht mehr als 50 Teilnehmer der Aktion beiwohnen sollen und entsprechend auf Abstand und Maskentragen geachtet wird. Auf dem Programm stehen ein Gitarrenkonzert sowie einige Reden. Ausgestattet mit Kreidestiften und Plakaten wird in kleinen Gruppen abseits des Aktionsplatzes vor der Maria–Magdalenen–Kirche auf die Forderungen aufmerksam gemacht — Demonstration in Zeiten der Krise.
Julia Pelikan möchte in der Krise aber auch eine Chance sehen. „Diese sollten wir unbedingt nutzen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für tiefgreifende, mutige Veränderungen“, sagt sie.
