Fußball: Leckerbissen zum Start der Rückrunde

Rückblick auf das Hinspiel: der Eberswalder Marvin Wegner (links) im Zweikampf gegen Unions Tim Borchert
Dirk SchaalEin Auftakt nach Maß erwartet die Fußball–Fans im Barnim zum Beginn der Rückrunde in der Brandenburgliga. Denn im ersten Spiel wartet gleich ein Leckerbissen: Im Barnim–Derby stehen sich Preussen Eberswalde (11.) und Union Klosterfelde (5.) gegenüber.
Die Preussen haben keine guten Erinnerungen an das Hinspiel in Klosterfelde. Mit 2:4 unterlag man damals den Gastgebern. Hätte man sich einen anderen Gegner zum Auftakt der Rückrunde gewünscht? „Wir nehmen es, wie es kommt. Ein Derby ist ja eigentlich toll, das bringt nochmal zehn Prozent mehr“, findet Teammanager Francesco Fast.
Die Vorbereitung bei den Preussen sei gut verlaufen. Das Team hatte vor der Winterpause für Aufregung gesorgt, weil Trainer Obrad Marjanovic überraschend von Spielertrainer Marcin Dymek abgelöst wurde. Natürlich sei es nicht einfach, wenn man vorher als Spieler in die Mannschaft integriert sei und nun plötzlich Trainer sei, gibt Fast zu. „Aber das klappt eigentlich ganz gut bislang.“ Bis auf Ausnahmen werde Dymek, der eine UEFA–Trainerlizenz hat, auch weiterhin selbst auflaufen. Wie das Derby ausgeht? „Also ich habe so ein Gefühl, dass es ein Unentschieden wird“, sagt Francesco Fast.
Auch Union–Trainer Gerd Pröger fühlt sich gut gerüstet für die Rückrunde. „Wir können befreit aufspielen. Wir haben uns mit dem Mittelfeldplatz eine sehr gute Grundlage gelegt. Die wollen wir jetzt nutzen, um noch attraktiver Fußball zu spielen“, erklärt er. Von den Neuzugängen vom Sommer ist der Trainer sehr angetan. „Lukas Bianchini hat eine tolle Saison gespielt, ansatzweise auch Matthias Klotsche.“ Lediglich bei Matthew Barsalona seien die Erwartungen höher gewesen. „Die Hoffnung, das er ein Führungsspieler werden könnte, haben sich leider nicht erfüllt. Wenn alle fit sind, wird er Probleme haben, sich einen Stammplatz zu erobern.“
Den Gegner Preussen wird Pröger nicht unterschätzen. „Es hat mich überrascht, dass die in der Tabelle so weit unten stehen. „Das ist eine Mannschaft, die ich höher erwartet hatte.“
Aber auch in Bernau wird an diesem Sonnabend Fußball gespielt. Tabellenführer Einheit erwartet den arg ins Trudeln gekommenen SV Grün–Weiß Lübben, der auf Tabellenplatz 13 liegend dringend jeden Punkt braucht, um Abstand zu den Abstiegsrängen zu bekommen.
Einheit kann fast aus den Vollen schöpfen. Lediglich Fritz Söllner und Tim Gromelski werden verletzungsbedingt noch ausfallen. „Wir sind gut vorbereitet, haben das letzte Testspiel gegen Ludwigsfelde gewonnen. Gegen Lübben wollen wir natürlich drei Punkte mitnehmen, aber wir werden den Gegner schon ernst nehmen“, kündigt der Vorsitzende Olaf Skotnik an.
Inzwischen macht man bei Einheit kein Geheimnis mehr daraus, dass man den Aufstieg in die Oberliga schon gerne verwirklichen würde. „Brandenburgmeister — das wäre schon ein Traum, das schaffen ja nicht viele Vereine“, so Olaf Skotnik, der schon einmal voraus blickt: „Wir haben jetzt drei Heimspiele hintereinander, in denen wir eigentlich neun Punkte holen müssten, auch wenn wir mit Klosterfelde im zweiten Spiel einen schwerer Gegner haben. Ich hoffe, dass wir dann vier Punkte Abstand auf den Tabellenzweiten haben werden.“
Auswärts muss der FSV Bernau (8.) ran, es geht zum Tabellendritten FC Frankfurt. Im Hinspiel trennten sich die beiden 1:1. Eine schwere Aufgabe für das Team von Trainer Christian Städing. Denn bei den Bernauern zieht sich das Dilemma aus der Hinrunde weiter fort. Immer noch fehlen verletzungsbedingt zahlreiche Spieler. Die Diskussionen um den Trainerwechsel und die Umstrukturierung der Mannschaft wird es in der Rückrunde nicht viel einfacher machen.
