GLG-Krise
: Umstrukturierung beschäftigt jetzt Abgeordnete in Eberswalde

Die neue Struktur der GLG soll zum 1. Januar stehen. Dafür müsste jetzt alles wie am Schnürchen laufen. Und alle Gremien müssten zustimmen. Ist das realistisch?
Von
Viola Petersson
Eberswalde
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AfD-Fraktion im Kreistag Barnim: Mit Verwunderung nahmen viele Abgeordnete und Besucher die Wahl eines AfD-Abgeordneten im Kreistag Barnim zum stellvertretenden Vorsitzenden wahr.

Der Barnimer Kreistag: Er entscheidet über die Umstrukturierung der GLG.

Markus Pettelkau
  • Die GLG wird bis 1. Januar 2026 umstrukturiert, alle Gremien müssen zustimmen.
  • Der Landkreis Uckermark wird Mehrheitseigner des MSZ Uckermark, Barnim bleibt GLG-Mehrheitseigner.
  • Geplante Anteile: Barnim 71,1 %, Uckermark 16,9 %, Eberswalde 3,8 %, GLG GmbH 8,2 %.
  • Die GLG GmbH soll in eine gemeinnützige Gesellschaft umgewandelt werden.
  • Uckermark will bis 2026 bis zu 4 Mio. € für das Krankenhaus Prenzlau als Grundversorger bereitstellen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Kreistag, Stadtverordnetenversammlung, Aufsichtsrat. Gesellschafterversammlungen. Bis zum Jahresende soll beim Klinikkonzern GLG und vor allem beim Medizinisch-Sozialen Zentrum (MSZ) Uckermark, zu dem die Krankenhäuser Prenzlau und Angermünde gehören, alles in trockenen Tüchern sein. Denn ab 1. Januar 2026 sollen die neuen Strukturen zum Tragen kommen. Zeitlich ein ambitionierter Plan. Aber zu schaffen, wie die eng getaktete Terminkette zeigt.

Vorausgesetzt, alle Gremien stimmen dem Vorhaben zu. Am heutigen Montag (10. November) berät der Barnimer Kreisausschuss über die avisierten Veränderungen beim Klinikkonzern GLG und die geplante neue Gesellschafterstruktur, vor allem das MSZ Uckermark betreffend. Die finale Entscheidung trifft der Kreistag am 26. November. Der Kreis Barnim ist bekanntlich mit 71,1 Prozent Mehrheitsgesellschafter der GLG.

In der Stadt Eberswalde, die 3,8 Prozent an der GLG hält, sollen sich am 4. Dezember der Hauptausschuss und am 11. Dezember die Stadtverordnetenversammlung mit dem Thema befassen und die neue Struktur absegnen.

Die Beschlussvorlagen seien gleichlautend mit denen, über die ab 10. November die Kreistagsmitglieder diskutieren. Darüber informierte Bürgermeister Götz Herrmann (parteilos für BfE) während der jüngsten Stadtverordnetentagung. Gleichzeitig versicherte er auf Nachfrage von Dietmar Ortel (CDU), zugleich Mitglied des Kreistages und des GLG-Aufsichtsrates, dass die geplanten Veränderungen keine finanziellen Auswirkungen für die Stadt Eberswalde haben.

So ändert sich die GLG-Struktur im Barnim und in der Uckermark

Kern der sogenannten Entflechtung der Gesellschafterstrukturen bei der GLG: Der Landkreis Uckermark wird Mehrheitsgesellschaft beim MSZ Uckermark. Er übernimmt 87,5 Prozent der Geschäftsanteile. Im Gegenzug tritt er 8,2 Prozent seiner Anteile an der GLG an selbige ab. Mit diesem „Anteilstausch“ würde sich das Konstrukt GLG dann ab 1. Januar so darstellen: Landkreis Barnim 71,1 Prozent, Landkreis Uckermark 16,9 Prozent, Stadt Eberswalde 3,8 Prozent sowie GLG GmbH 8,2 Prozent. Gleichzeitig würde die GLG GmbH in eine gemeinnützige Gesellschaft umgewandelt werden.

Und auch die MVZ Prenzlau GmbH, jetzt noch eine hundertprozentige Tochter der GLG, soll nach dem Territorialprinzip neu geordnet werden. Insbesondere mit Blick auf die ambulante medizinische Versorgung, also die Arztpraxen im MVZ, hat die Barnimer CDU-Fraktion vor einem Votum Klarheit gefordert: „Die Einigung mit der Uckermark darf nicht zu Lasten der Barnimer Gesundheitsversorgung gehen.“

Last but not least hat der Landkreis Uckermark Sicherheiten nachzuweisen. Und zwar für ein Darlehen, das das Eberswalder Martin-Gropius-Krankenhaus dem MSZ Uckermark gewährt hat. Die Höhe ist öffentlich nicht bekannt.

Der Kreistag Uckermark hatte bereits am 23. Oktober auf einer Sondersitzung die neue Struktur per Grundsatzbeschluss befürwortet. Und sich ferner dafür ausgesprochen, im Jahr 2026 bis zu vier Millionen Euro für den Erhalt des Krankenhauses Prenzlau als Grundversorger zur Verfügung zu stellen. Die neue Gesellschaftsstruktur geht auf eine Einigung der Landräte Daniel Kurth (SPD, Barnim) und Karina Dörk (CDU, Uckermark) zurück. Glückt diese, bliebe einerseits die GLG erhalten und würde andererseits die Uckermark Entscheidungskompetenz für das MSZ erlangen.