Handball
: Kleine Kader, große Ziele

Sechs Barnimer Mannschaften starten in den Landesspielbetrieb.
Von
Hartmut Miersch,
Dirk Schaal
Eberswalde
Jetzt in der App anhören
  • In Wurflaune: Franziska Neumann von den Bernauer Bären

    In Wurflaune: Franziska Neumann von den Bernauer Bären

    Dirk Schaal
  • Dirk Ehrlich Trainer 1. SV Eberswalde

    Dirk Ehrlich Trainer 1. SV Eberswalde

    Dirk Schaal
  • Christopher Metzdorf, Trainer Bären, Mä.

    Christopher Metzdorf, Trainer Bären, Mä.

    Thomas Burckhardt
  • Toni Renz Trainer Finowfurter SV, Männer

    Toni Renz Trainer Finowfurter SV, Männer

    Dirk Schaal/MOZ
  • Jens Müller Trainer vom 1. SV Eberswalde II

    Jens Müller Trainer vom 1. SV Eberswalde II

    Dirk Schaal
  • Dirk Menzel Trainer Finowfurter SV, Frauen

    Dirk Menzel Trainer Finowfurter SV, Frauen

    Dirk Schaal/MOZ
  • Daniel Kahl, Trainer Bernauer Bären, Frauen

    Daniel Kahl, Trainer Bernauer Bären, Frauen

    Lothar Krause
1 / 7

Mit zwölf Mann ins Rennen

In der Verbandsliga Nord der Männer startet der 1. SV Eberswalde am Sonnabend, Anwurf 16 Uhr, zu Hause gegen den 1. VfL Potsdam in die Saison. Der Drittplatzierte der vorigen Saison ist ein Gradmesser für die jungen Eberswalder. „Gern startet man mit einem Erfolg in die Saison. Aber gegen so einen Meisterschaftsfavoriten weiß man dann auch genau, wo man steht“, sagte der neue Eberswalder Trainer Dirk Ehrlich zum Auftaktgegner.

Die Saisonvorbereitung der Eberswalder verlief durchwachsen bis schwierig. Einige Verletzte, wie Robin Wielsch oder Paul Glase haben die Vorbereitung nicht voll mitmachen können. Dazu kamen Urlaub und dienstliche Verpflichtungen. „Ich denke aber, dass wir trotzdem das Zeug haben, um oben mitspielen zu können. Platz drei bis fünf ist realistisch, wenn wir von Ausfällen verschont bleiben. Potsdam und Altlandsberg sehe ich ganz vorn, dahinter sollten wir uns positionieren können“, schätzte Dirk Ehrlich ein.

Mit einem 12–Mann–Kader geht er in die neue Saison. Jedoch sieht er das Potential des Teams noch lange nicht ausgeschöpft. „Da sind noch junge Spieler, die ihr Leistungsvermögen noch lange nicht erreicht haben“, schätzte Ehrlich ein. Eine Prognose, wohin der Weg der Mannschaft mittelfristig führen könnte, wollte er jedoch nicht wagen.

Gegen Potsdam wird Daniel Rethfeld berufsbedingt fehlen. „Eine Schwächung unserer Abwehr, aber ich denke, mit kluger taktischer Leistung können wir einiges ausgleichen“, sagte der SVE–Trainer.

Junge Bären am Start

Fragt man die Trainer der Landesliga Nord, dann werden die Bernauer Bären als Geheimfavorit genannt. "Ach, ist das so?“, reagierte Trainer Christopher Metzdorf darauf. Fakt ist, die Bernauer haben sieben Spieler aus der eigenen A–Jugend hochgezogen, die in der vorigen Saison Dritter der Brandenburgliga wurden. "Da ist dann aber doch noch ein großer Unterschied von den A–Junioren zu den Männern. Spielerisch schätze ich die Jungen sehr stark ein, aber die werden Gegenspieler haben, die körperlich sehr viel mehr entgegenzusetzen haben. Ich bin aber optimistisch, dass wir da viel über die taktisch–technische Komponente wettmachen können“, sagte Christopher Metzdorf.

Ein konkretes Saisonziel wollte er nicht nennen: „Wir wollen als eine wettkampffähige Mannschaft zusammenwachsen.“ Jedoch wollen die Bernauer auch mittelfristig die Verbandsliga nach oben hin verlassen. Favoriten sind für den Bernauer Trainer „Angermünde, Eberswalde II und auch Finowfurt wird eine gute Rolle spielen“. Auftaktgegner ist auswärts Templin. „Eine Mannschaft, die nach Neuzugängen schwer einzuschätzen ist“, sagte Christopher Metzdorf.

Gespannt auf Neuzugänge

Mit einem Heimspiel starten die Landesliga–Männer des Finowfurter SV. Gegner am Sonabend wird Jahn Bad Freienwalde II sein. Der Anwurf dazu erfolgt um 16 Uhr in der Hans–Wendt–Sporthalle. Im Vorjahr gewannen die Schorfheider beide Partien, wenn auch nur denkbar knapp. Von daher hat man auch diesmal die ersten zwei Punkte fest im Visier, sollte sich allerdings davor hüten den Vorletzten der Vorsaison zu unterschätzen. Sehr gespannt sein darf man auch darauf wie sich die Neuzugänge Johann Schewtschuk (Bad Freienwalde) und Oliver Schulze (1. SV Eberswalde) ins Finowfurter Team integriert haben. FSV–Trainer Toni Renz hofft sein stärkstes Aufgebot zur Verfügung zu haben und setzt auf den Teamgeist: „Die Mannschaft brennt darauf dass es nun endlich los geht. Zwei Punkte gleich zu Beginn der Saison, ohne den Gegner zu unterschätzen, sind fest eingeplant und wären enorm wichtig für das Selbstvertrauen“.

Devise: Durchhalten

Sorgenfalten hat Jens Müller, Trainer des 1. SV Eberswalde vor der Landesliga–Saison. Gerade einmal elf Spieler zählt sein Kader, der auch noch durch Bedarf der Verbandsliga–Mannschaft schrumpfen könnte. "Da gibt man ja schließlich auch die Leistungsträger ab. Das ist aber das Schicksal einer zweiten Mannschaft“, erklärte der SVE–II–Trainer. Beim Saisonziel der Eberswalder Reserve hält sich der Trainer vornehm zurück: „Eigentlich kann für uns nur Durchkommen die Devise sein. Alles was Platz fünf und besser ist, wäre schon eine sehr positive Überraschung.“

Doch zum Auftakt sollen Punkte her gegen den HC Pritzwalk, den Jens Müller in der ersten Runde des Landespokals schon beobachten konnte. Anwurf ist Sonnabend um 14 Uhr im Sportzentrum Westend.

Klares Ziel: Aufstieg

Ein ganz klares Ziel haben die Finowfurterinnen in der Verbandsliga Nord: „Wir möchten den Aufstieg“, benannte es Trainer Dirk Menzel ohne Umschweife. Hatte er sich in der Vorbereitungsphase darüber noch bedeckt gehalten, ist die Katze jetzt aus dem Sack. Seinen Optimismus, und auch den der ganzen Mannschaft, begründete er mit dem Pokalwochende. Gegen Brandenburgligist OHC gelang ein knapper Sieg, gegen den HSC Frankfurt bot die Mannschaft eine klasse Leistung.

15 Spielerinnen hat Dirk Menzel auf dem Spielformular. Mit Claudia Höhn kommt eine erfahrene Finowfurterin zurück, mit der 16–jährigen Leonie Schulz, die noch ein Gastspielrecht bei den A–Junioren des OHC hat, ein Riesentalent. Ansonsten haben eine Reihe erfahrener Spielerinnen die Mannschaft in Richtung zweite Vertretung verlassen. „Jetzt sind die Jungen gefordert. Eine Saison lang konnten sie sich bei den Frauen eingewöhnen, jetzt stehen sie im Mittelpunkt“, sagte Dirk Menzel völlig überzeugt von "seinen Mädels“.

In Brandenburgliga–Absteiger HSV Falkensee sieht er den größten Konkurrenten. Doch jedes Spiel muss ernst genommen werden, warnte er vor der Auftaktpartie am Sonnabend beim SV Eichstädt.

Klassenerhalt ist Minimalziel

„Für uns ist die Saison als Abenteuer überschrieben. Wir sind Aufsteiger in die Verbandsliga und müssen uns erst einmal zurechtfinden“, sagte der Trainer der Bernauer Bären–Frauen, Daniel Kahl. Offiziell wird der Klassenerhalt als Ziel genannt, intern liebäugelt man schon mit einem Platz unter den ersten Sechs. Den Grund für den Optimismus  lieferte der Pokalauftritt, bei dem man das Spiel gegen den Ligakonkurrenten HSV Müncheberg/Buckow klar dominierte.

16 Frauen hat Daniel Kahl im Kader. In der Vorbereitung zogen sich zwei Spielerinnen langwierige Verletzungen zu. "Auch haben wir etwa zu 60 Prozent Mütter in unseren Reihen, bei denen schnell mal ein Spiel ausfallen muss, wenn die Kinder krank sind“, berichtete Kahl. Zum Auftakt am Sonnabend, 18 Uhr in der Bernauer Sporthalle am Wasserturm, gegen Aufsteiger Dahlewitz rechnet er schon mit Punkten, bevor es eine Woche später zum ersten Punktspiel–Derby gegen den Finowfurter SV geht.