Aus Bernau und Panketal fahren die Feuerwehren in den Einsatz nach Nordrhein-Westfalen, aus Schwedt werden dringend benötigte Müllsäcke nach Leverkusen geschickt. Die Brandenburger Orte haben über Partnerstädte enge Verbindungen nach Nordrhein-Westfalen. Das hat Eberswalde nicht, dennoch sind auch Retter aus dem Oberbarnim unterwegs in die von der Naturkatastrophe betroffenen Gebiete.

Der erste Weg des THW führt an den Nürburgring

Um 4.30 Uhr am Montagmorgen wurde das Eberswalder THW angerufen, erzählt Mirko Wolter, der Ortsbeauftragte aus Eberswalde. Sie waren bereits zuvor in Bereitschaft versetzt worden, packten die wichtigsten Sachen zusammen.
Um 10.30 Uhr machten sich zehn Einsatzkräfte aus dem Bereich Logistik und Verpflegung auf den Weg in die Eifel. Im Fahrerlager des Nürburgrings sammeln sich die Helfer und warten auf ihren Einsatzbefehl aus den Krisenorten. Die Eberswalder Kräfte werden gemeinsam mit dem Verband aus Berlin-Steglitz-Zehlendorf eine Truppe bilden, berichtet Wolter.

Jemand muss sich um die Helfer kümmern

Ihren genauen Einsatzort und ihre Aufgabe erfahren die Helfer nach einer Lagebesprechung. Als Fachgruppe Logistik und Verpflegung dürfte ihr Schwerpunkt aber darin liegen, die Organisation der Einsätze sicherzustellen und die Retter mit dem Notwendigen zu versorgen. Viele sind seit Tagen im Hilfseinsatz und kurz vor der Erschöpfung. Da kommt jede frische Hilfe gerade recht.
Der Betrieb wird in Schichten rund um die Uhr organisiert, sagt Wolter. Deswegen seien gleich zehn Männer und Frauen ausgerückt, sonst sei das nicht möglich.

Ohne Anforderung zu fahren, behindert den Einsatz

Anders als das THW wurden die Feuerwehren rund um Eberswalde nicht angefordert. Mehrere Wehren aus der Gemeinde Schorfheide und Eberswalde hatten dem Land ihre Bereitschaft zur Hilfe mitgeteilt. Das heißt, wenn ein betroffenes Bundesland Hilfe aus Brandenburg anfordert, können sie in den Einsatz geschickt werden.
Selbstständig rausfahren werden sie aber nicht, erklärt der Schorfheider Wehrführer Christian Seeger: „Wir wollen keine Wege blockieren.“ Wer nicht angemeldet sei, mache vor Ort mehr Probleme, als er helfe.

Mehrere Spendenaktionen im Barnim gestartet

Die Ortswehr Finowfurt hat eine andere Art der Hilfe gefunden und eine Spendenaktion für das stark betroffene Erftstadt gestartet. Auch die Stadt Eberswalde ruft zur Unterstützung auf. Bürgermeister Friedhelm Boginski dankt allen Hilfskräften, die „bis zur Erschöpfung“ im Dauereinsatz sind, aber auch jenen, die spenden.
Die Bilder aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz seien unfassbar. „Es ist einfach nur traurig, meine Gedanken sind bei den Menschen, die es in den letzten Tagen so schwer getroffen hat“, sagt Boginsiki.

Geld hilft den Flutopfern mehr als Sachspenden

1997 sei nach dem Oder-Hochwasser eine enorme Welle der Solidarität zu spüren gewesen, nun ruft die Stadt Eberswalde zu Solidarität und Spenden für die Hochwasseropfer auf. Die Stadt verweist auf die „Aktion Deutschland hilft“, in der sich 23 deutsche Hilfsorganisationen zusammengeschlossen haben.
Finanzielle Hilfen sind sinnvoller als weitere Sachspenden, denn davon gibt es mehr als genug. „Wir ersticken in Sachspenden“, sagt Guido Nisius, Bürgermeister der stark betroffenen Verbandsgemeinde Adenau in Rheinland-Pfalz. Die Helfer bitten um Geld, mit dem vor Ort gezielt die nötigen Dinge angeschafft werden können.
Wie Brandenburg den Unwetter-Opfern hilft, erfahren Sie hier.