Historisches
: Rosettenfenster und weitere Schätze

Auflösung Blick fürs Detail
Von
Sven Klamann
Eberswalde
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Sehenswürdigkeit aus Backstein: Die katholische Kirche St. Peter und Paul befindet sich an der Schicklerstraße. Das Gotteshaus wurde 1877 eingeweiht.

Thomas Burckhardt

Wer sich nach seelischem Trost, erbaulichen Gedanken und tiefen Anregungen für seinen christlichen Glauben sehnt, ist zu den Gottesdiensten in der katholischen Kirche St. Peter und Paul willkommen, die sonntags um 10.30 Uhr und dienstags um 9.30 Uhr beginnen. Der Besuch des Gotteshauses an der Schicklerstraße 7, dem diesmal der Blick fürs Detail galt, lohnt sich aber auch aus ganz profanen weltlichen Gründen: Die am 8. November 1877 geweihte Kirche, ein Bauwerk im Stile der norddeutschen Backsteingotik, das nach Plänen des Kölner Architekten Vincent Statz errichtet worden war, hat eine reiche Ausstattung zu bieten. Zu ihren Sehenswürdigkeiten gehört nicht nur das Fenster mit Blumenmuster, das am Sonnabend auf dem Rätselbild gezeigt worden war. Beeindruckend sind überdies zum Beispiel die Statuen von Maria, Joseph und Elisabeth. Das figürliche Abbild der letztgenannten Heiligen ist übrigens eine 2012 vollzogene Schenkung des Schwesternhauses St. Maria Afra aus Ützdorf, das aufgegeben werden musste.

Die Ausstattung des Gotteshauses muss früher noch herrlicher gewesen sein.  Doch die Bombenangriffe zum Ende des Zweiten Weltkrieges haben auch die katholische Kirche erheblich in Mitleidenschaft gezogen. So wurden der Kirchturm und der Südgiebel des Haupthauses zerstört. Die Orgel war nach einem Brand nicht mehr bespielbar. Der Turm hat 1946 als Notmaßnahme ein niedriges Flachdach aus Holz erhalten, die zerstörten Fenster und Wandteile wurden durch Pappe und Bretter geschützt. Die ausgebesserte Mauer lässt sich zum Teil bis heute erkennen — durch die helleren Stellen.

Das Kirchengebäude erhebt sich über einem kreuzförmigen Grundriss, der es auf eine Länge von etwa 21 Meter und eine Breite von 13,80 Meter bringt. Das Gotteshaus besteht vollständig aus rotem märkischen Backstein. Das Hauptschiff wird mit einem Kreuzgewölbe abgeschlossen, verklinkerte Säulen grenzen die beiden Schiffe voneinander ab. Beide Außengiebel des Querschiffs bilden einen Staffelgiebel. Beide Fassaden sind mit großen Rosettenfenstern verziert. Spitzbogenfenster lassen Tageslicht in den Kirchenraum. Die ursprünglich vorhandenen Bleiglasfenster sind in zeitgemäßer Form erneuert worden — wobei die Gibelrosetten aus buntem Kessel– und Topfglas bestehen, das mittels Betonverguss zu mosaikartigem Aussehen gelangt ist, heißt es in der Baubeschreibung.

Seit 1991 ist Bernhard Kohnke Pfarrer der katholischen Gemeinde, die zum Erzbistum Berlin gehört. Er ist der 16. Würdenträger seit Einweihung des Gotteshauses und seit der Fusion vom November 2003 für die Seelsorge in Eberswalde, Finow, Bad Freienwalde und Wriezen zuständig. Das Einzugsgebiet der nach den Heiligen Petrus und Paulus benannten Pfarrgemeinde erstreckt sich von Marienwerder im Nordwesten, Friedrichswalde im Norden, der Oder im Osten und Neuhardenberg im Südosten bis Heckelberg im Süden.

Ob das Rätselspiel diesmal zu schwer war? Nur vier E–Mails mit der korrekten Lösung haben die Redaktion erreicht. Dennoch musste das Los entscheiden: Die beiden MOZ–Glastassen stehen für Barbara Gorschweski aus Eberswalde in der Redaktion am Karl–Marx–Platz 11 zur Abholung bereit. Herzlichen Glückwunsch!

In der Sonnabendausgabe gibt es dann eine neue Möglichkeit, seine Ortskenntnisse zu testen. Neues Spiel, neues Glück!