Mit 20 Einsatzkräften des Technischen Hilfswerkes (THW) kam der Technische Zug aus Eberswalde vor zwei Wochen in das Ahrtal. Wie viele andere THW-Kräfte auch halfen die Eberswalder THW-Helferinnen und -Helfer den Menschen im Ahrtal ein Stück weit, schrittweise einen Weg aus der scheinbar ausweglosen Situation nach der Flutkatastrophe zu finden.

Es gab viele praktische Aufgaben zu lösen

Sie arbeiteten mit Einheiten von Ortsverbänden aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen. Viele kleine und große Dinge gab es zu tun. „Mit Schweißtechnik schnitten wir zum Beispiel aus Kellern beschädigte Öltanks heraus. Aus einer Tiefgarage in Bad Neuenahr-Ahrweiler zogen wir 14 Autos und übergaben diese an Abschleppdienste. Kurz vor dem Schulstart in Rheinland-Pfalz ging es immer noch darum, Schlamm aus Schulgebäuden zu pumpen oder dort defekte Türen und Fenster mit Holzplatten notdürftig zu sichern“, sagt Zugführer Daniel Kurth, der im Barnim eher als Landrat bekannt ist.
Barnims Landrat im Ehrenamt unterwegs: Daniel Kurth, Zugführer beim TH Eberswalde, hilft im Ahrtal mit.
Barnims Landrat im Ehrenamt unterwegs: Daniel Kurth, Zugführer beim TH Eberswalde, hilft im Ahrtal mit.
© Foto: Nicole Endres/THW

Zeitdruck durch nahenden Schulbeginn

Ob Grundschule, Gymnasium oder Realschule – das Ziel war, möglichst so viele Schulgebäude wie möglich für den Schulstart notdürftig herzurichten oder die Substanz vor weiteren Schäden zu bewahren. „In einigen Fällen mussten wir auch Bodenplatten mit dem Trennschleifer herausschneiden, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen und bessere Ausgangsbedingungen für das nötige Herrichten von beispielsweise Bodenbelägen in Turnhallen und Eingangsbereichen zu schaffen“, sagt Daniel Kurth. Die THW-Kräfte arbeiteten eine dringende Aufgabenliste ab, damit bald wieder ein Stück Normalität im Ahrtal einziehen kann.

Spendenaktion der MOZ

Die Spendenaktion „Wir helfen“, zu der die Märkische Oderzeitung und die Lausitzer Rundschau in Kooperation mit dem Landkreis Märkisch-Oderland aufrufen, nimmt Spenden auf folgendem Konto des Landkreises Märkisch-Oderland entgegen:
IBAN: DE39 1705 4040 0020 0662 95, Stichwort: Spenden Hochwasserhilfe 2021

Gewaltige Sachschäden zu beklagen

Fast sieben Wochen nach dem Flutereignis gibt es an vielen Stellen noch allerhand anzupacken für die eingesetzten THW-Kräfte. Das leistet das THW nun in Amtshilfe für die Kommunen. Einige der Eberswalder THW-Kräfte haben das Hochwasser 2013 im Einsatz miterlebt. Doch was sie im Ahrtal an Zerstörung sahen, ist eine andere Dimension: „Das Ausmaß der Zerstörung ist enorm. Ob öffentliche Infrastrukturen, Feuerwehrgerätehäuser, Wohnhäuser und eben auch Schulen – was zum normalen Leben im Landkreis gehört ist einfach kaputt, nicht nutzbar und kann nicht in wenigen Tagen durch eigene Kraft in der Region wieder hergestellt werden“, so Daniel Kurth. „Es war uns ein Bedürfnis, so gut es ging mitzuhelfen, dass am vergangenem Montag auch die Schulen wieder öffnen konnten“, sagt er.
Einsatz an einer Schule: Das Eberswalder THW bereitet mit anderen Einrichtungen die Bildungsstätten für die Rückkehr der Schüler vor.
Einsatz an einer Schule: Das Eberswalder THW bereitet mit anderen Einrichtungen die Bildungsstätten für die Rückkehr der Schüler vor.
© Foto: Nicole Andres/THW

Zuhause beginnt das Aufbereiten des Erlebten

Jetzt ist das THW-Team wieder nach Eberswalde zurückgekehrt und hat den Einsatz beendet. Die Eindrücke und Erfahrungen zu verarbeiten wird sicher noch etwas länger dauern.
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