Hund in Eberswalde
: Kranker Lupin braucht Hilfe

Als ausgebildeter Assistenzhund hilft Lupin seiner Besitzerin Ria Baumeister eigentlich tagtäglich im Alltag. Doch nun ist er erkankt. Wer kann helfen?
Von
Laura Lückemeyer
Eberswalde
Jetzt in der App anhören
Hund Lupin am Strand von Usedom.

Hund Lupin aus Eberswalde vor seiner Erkrankung am Strand von Usedom. Gemeinsam mit seiner Besitzerin Ria Baumeister trainierte er hier, um Baumeister im Alltag bestmöglich zu unterstützen.

Ria Baumeister
  • Assistenzhund Lupin aus Eberswalde ist schwer erkrankt und kämpft um sein Überleben.
  • Der Königspudel leidet an Epilepsie und akuter Blutarmut – Blutspenden sind dringend nötig.
  • Behandlungskosten belaufen sich auf 15.000 Euro, Crowdfunding soll helfen.
  • Lupin unterstützt seine Besitzerin Ria Baumeister bei psychischen Erkrankungen im Alltag.
  • Blutspenden für Lupin sind in der Tierklinik Valera in Berlin Steglitz möglich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit seinen goldenen Löckchen hat der Königspudel Lupin äußerlich wenig mit einem Wolf gemein. Sein Name allerdings schon. Das Wort „Lupin“ leitet sich vom lateinischen lupus ab, dem Wort für Wolf und bedeutet so viel wie „wolfsähnlich“ oder „vom Wolf“. Wölfe gelten als hoch sozial und äußerst intelligent.

Eigenschaften, die auch Lupin in sich trägt. Denn Lupin ist Anker, Mutmacher und Frühwarnsystem zugleich. Seit drei Jahren weicht er seiner Besitzerin Ria Baumeister aus Eberswalde nicht mehr von der Seite.

Lupin ist eine unverzichtbare Stütze im Alltag, die Baumeister hilft, mit einer psychischen Erkrankung umzugehen. Doch ausgerechnet jetzt braucht Lupin selbst Hilfe. Der Rüde kämpft um sein Überleben.

Hund Lupin spürt, wenn es Baumeister nicht gut geht

Mit neun Wochen zog Lupin bei Ria Baumeister ein. Gemeinsam mit einer Trainerin wurde er zum Assistenzhund ausgebildet. „Lupin ist da, weil er Flashbacks erkennt und merkt, wenn ich dissoziiere und langsam abdrifte. Er kann mich mit seinem Körperkontakt anstupsen oder je nach Situation einfach unterstützen und helfen“, erzählt Baumeister.

Dank Lupin könne sie wieder alleine das Haus verlassen und alltägliche Dinge tun, wie zum Beispiel einkaufen gehen. Als Assistenzhund hat Lupin nämlich einen besonderen Status: Er darf seine Halterin überallhin begleiten. Ebenso erkennt Lupin, wenn sein Frauchen eine Panikattacke bekommt. Dann beruhigt er sie mit Körperkontakt.

Weiterbildung der Assistenzhunde sei essentiell

Die Ausbildung ist zwar mit der Assistenzhundprüfung abgeschlossen, Lupin lerne jedoch immer weiter dazu. „Wir haben ihm jetzt im Intensivtraining neue Sachen beigebracht. Wenn ich im Schlafzimmer schlafe und eine Panikattacke kriege, kann Lupin jetzt selbstständig die Tür öffnen, zur Schublade gehen, die Schublade öffnen, die Medikamente herausholen und mir die bringen“, erzäht Baumeister. Es sei essentiell für sie, dass ihr Hund diese Dinge könne.

Doch nun geht es Lupin gar nicht gut. Begonnen habe alles letztes Jahr im November. Da habe er seinen ersten Krampfanfall gehabt und kurz danach seinen zweiten. Der Tierarzt diagnostizierte daraufhin eine idiopathische Epilepsie. Diese Art von Epilepsie ist genetisch bedinkt, kann aber medikamentiös behandelt werden. Nach dem ersten Schock Erleichterung bei Baumeister. Lupin darf weiter an ihrer Seite bleiben.

Lupin aus Eberswalde ist schwer erkrankt

Aber dann kam der Rückschlag. Das Medikament, welches Lupin bekommt, verursacht bei ihm eine seltene Nebenwirkung. Es greift das Knochenmark an, wodurch er keine Blutkörperchen mehr produzieren kann. Der Assistenzhund leidet nun an akuter Blutarmut und ist stationär in einer Tierklinik. Er benötigte Bluttransfusionen, die ihm halfen, weiße und rote Blutkörperchen zu bilden.

xx

Lupin in der Tierklinik Velara in Berlin Steglitz.

Ria Baumeister

Blutreserven sind knapp

Einen passenden Hund für eine Blutspende zu finden, war dabei nicht einfach. „Hunde können nicht alle vier Wochen spenden. Die brauchen teilweise drei bis sechs Monate“, so Baumeister. Sie habe Freunde, Familie und Bekannte mit Hund aufgerufen, spenden zu gehen. Außerdem teilt sie ihr Anliegen auf Social Media.

Weiter hat Lupin hat eine seltene Blutgruppe und kann nur von wenigen Hunden Blut annehmen. Wie lange Lupin noch Blutspenden brauche, dass sei unklar, erzählt Baumann. Es käme darauf an, wie schnell er sich erhole.

Wie das Blutspenden bei Hunden funktioniert

Wenn Hundebesitzer sich dafür entscheiden, spenden zu wollen, wird zunächst etwas Blut abgenommen und im Labor untersucht. Dabei wird ein großes Blutbild erstellt und die Blutgruppe bestimmt. Sollte der Hund gesund sein, darf gespendet werden. Die Menge hängt dabei vom Gewicht des Hundes ab.

Ein großer Vorteil ist, dass Halter und Halterinnen nichts für die Blutuntersuchung bezahlen müssen und das große Blutbild kostenfrei erhalten. Hundehalter können somit etwas gutes tun und selbst die Gesundheit des eigenen Hundes überprüfen.

Hohe Behandlungskosten sind ebenfalls Problem

Lupins Zustand ist weiterhin kritisch, auch wenn es jetzt erste Anzeichen gebe, dass er wieder selbst Blutkörperchen bilde. Weiter sind die hohen Behandlungskosten für Ria Baumeister ein Problem. Diese belaufen sich mittlerweile auf 15.000 Euro.

Aber nicht nur diese hohen Kosten bereiten Baumeister Sorge. Die allgemeinen Kosten, wie die Anschaffungskosten für den Hund, die Ausbildung und weitere Ausgaben, tragen die Besitzer und Besitzerinnen von Assistenzhunden oft selbst.

Krankenkassen beteiligen sich nur in Ausnahmefällen

Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in Ausnahmefällen. Das ist derzeit nur bei Blindenführhunden der Fall. Diese gelten nach dem Sozialgesetzbuch als anerkanntes Hilfsmittel. Halter und Halterinnen von Assistenzhunden, die keine Blindenführhunde sind, können jedoch individuell prüfen, ob eine Erstattung der Kosten möglich ist.

Ria Baumeister kritisiert die aktuellen Regelungen. Die Kosten für die Ausbildung von Lupin zahlten zwar verschiedene Stiftungen, Fonds und die Eingliederungshilfe des Landkreises Barnim, aber weitere Trainingsstunden und Alltagskosten werden auch bei ihr nicht übernommen. Das ist eine finanzielle Belastung für Baumeister, die auf einen Assistenzhund angewiesen ist und ohne diesen nicht in der Lage wäre, zu arbeiten. Seit zwei Jahren ist sie deshalb mit ihrer Anwältin vor Gericht, um die Erstattung der Kosten einzufordern.

So kann Lupin geholfen werden

Blutspenden für Lupin können im medizinischen Kleintierzentrum Valera in Berlin Steglitz gemacht werden. Finanziell kann Ria Baumeister via Crowdfunding unterstützt werden, um die Behandlungskosten für Lupin zu bezahlen.

Hier geht es zum Crowdfunding: https://t1p.de/jp5ja

Hier geht es zur Tierklinik in Berlin Steglitz: https://www.valeratierklinikberlin.com/blutspende/

Mit seiner Erkrankung ist Lupin nicht alleine. Es gibt keine exakte statistische Gesamtzahl, wie viele Hunde in Deutschland jährlich Blutspenden benötigen, aber Tierärzte berichten von einem ständigen Mangel und einer hohen Nachfrage, berichtet eine Studie der Freien Universität Berlin. Besonders bei Unfällen, Operationen oder Vergiftungen ist der Bedarf hoch.