Jubiläum
: Kindergarten als nächstes Projekt

Pfarrer Martin Lorenz feiert seinen 60. Geburtstag. Ihm zu Ehren richtet die Stadtkirchengemeinde einen kleinen Empfang aus.
Von
Viola Petersson
Eberswalde
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Gut aufgelegt: Pfarrer Martin Lorenz (r.) feierte in der Gemeinde seinen 60.

Thomas Burckhardt

Eberswalde. Das Rampenlicht ist seine Sache nicht. Meist steht er eher im Schatten. Am Mittwoch jedoch war er der Mittelpunkt. Pfarrer Martin Lorenz wurde 60. Und die Stadtkirchengemeinde gab einen kleinen Empfang für ihn.

Die Mädchen und Jungen der Vorschulgruppe aus dem Evangelischen Kindergarten sind die ersten Gratulanten. Sie bieten Pfarrer Martin Lorenz ein Ständchen und überreichen Präsente. „Ich schenke dir einen Regenbogen“, singen die Schützlinge von Kita–Leiterin Elvira Behmler. Und übergeben dazu die passenden Zeichnungen. Einen Kuchen gibt es natürlich auch.

Der Kindergarten liege ihm — neben der Arbeit mit Konfirmanden – besonders am Herzen, freut sich Pfarrer Martin Lorenz über den Überraschungsauftritt.  „Hier geht es schließlich um den Nachwuchs.“ In den kommenden Wochen wird der 60–Jährige sehr häufig zu „Gast“ in der Einrichtung an der Pfeilstraße sein. Denn: Der Kindergarten soll saniert und erweitert werden. Die Gemeinde wartet nur noch auf die Baugenehmigung. Dann geht es los. Wieder eine Baustelle, um die sich Martin Lorenz kümmern wird.

Baustellen, Sanierungsprojekte hatte es in seiner Zeit als Pfarrer seit 1990 schon jede Menge: Gotteshäuser, darunter beispielsweise die Dorfkirche Britz, das Gemeindezentrum Eberswalde, nun also der Kindergarten. Neben der eigentlichen, der inhaltlichen Arbeit auch als Bauleiter zu fungieren, sei sowohl Lust wie auch mitunter Last. „Aber wir haben eben nicht nur den Menschen gegenüber eine Verantwortung, sondern auch den Häusern gegenüber.“ Dem Erbe. Auf alle Fälle komme ihm dabei zugute, dass er vor dem Theologiestudium eine Berufsausbildung als Elektriker absolviert hat. Als Sohn eines Pfarrers habe er kein Abitur machen dürfen, weshalb dieser Umweg nötig war. So seien ihm bestimmte (Bau-)Abläufe nicht fremd. „Das erste Jahr als Dorfpfarrer hatte ich immer noch einen Werkzeugkasten im Kofferraum dabei“, erinnert sich Martin Lorenz schmunzelnd. Seine erste Station, die erste Pfarrstelle war damals Trampe, Tuchen–Klobbicke, Gersdorf.

2004 wechselte er dann in die Stadtkirchengemeinde Eberswalde, wozu auch Britz, Sommerfelde und Tornow zählen. Eberswalde sei ihm „sympathisch“ gewesen. Und vertraut von der Ausbildung her. Ein halbes Jahr nachdem der „Entsendungsdienst“ den jungen Pfarrer, ein gebürtiger Potsdamer, in den Barnim verschlagen hatte, folgte auch Bruder Andreas, Pfarrer in Chorin/Brodowin.

Auf den ersten Blick für manch einen vielleicht ein ungleiches Geschwister–Paar. Doch die Zwei teilen nicht nur die Liebe zum Beruf und zur Berufung, sondern auch ein Hobby: die Musik. Beide singen beispielsweise im Berliner Vokalkreis sowie in dem Ensemble „Vokalkolorit“. Eine gemeinsame Leidenschaft, die die Brüder genießen, wie Martin, der fünf Jahre ältere, sagt.

Und von der auch die Gemeinde profitiert. Die Mitglieder, so ist beim Empfang zu hören, schätzen Pfarrer Lorenz zum einen wegen seines Humors, seiner „sinnigen und teils lustigen Lesungen“, aber auch wegen seiner „Strukturiertheit“. Pfarrer Hanns–Peter Giering, sein Kollege, hebt vor allem „den wachen Blick auf die Prozesse in der Gemeinde“ hervor. Und Lorenz’ Kontakte in der Landeskirche. Er sei „sehr gut vernetzt“. Zudem gehört er dem Leitungskollegium des Kirchenkreises Barnim an.