Choriner Musiksommer
: Wie es mit dem Festival im Kloster Chorin weitergehen soll

Das Klassikfestival Choriner Musiksommer feiert gerade sein 60-jähriges Bestehen. Der Spielplan für die Saison 2024 steht. Wie geht es dann weiter?
Von
Viola Petersson
Chorin
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Eröffnungskonzert zur 60. Saison des Choriner Musiksommers: Es spielte das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Leitung von Anna Rakitina.

Thomas Burckhardt

Mit Pauken und Trompeten feiern Kloster Chorin und Choriner Musiksommer in diesem Jahr quasi diamantene Hochzeit. Seit 60 Jahren sind die Zwei fest miteinander verbunden. Wohl auch deshalb sprach Kultur-Staatssekretär Tobias Dünow beim Eröffnungskonzert zur Jubiläumssaison des Klassikfestivals Ende Juni von einem „Kulturdiamant in der brandenburgischen Landschaft“.

Ob das Paar auch die eiserne Hochzeit schafft, dürfte sich 2024 entscheiden. Zumindest aber ist dank der jüngsten Übergangslösung die 61. Saison für den Choriner Musiksommer im Kloster gesichert. Der gleichnamige Verein ist der größte Mieter des Klosterruine.

Eine historische Aufnahme aus DDR-Zeiten: So lief damals der Kartenverkauf vor Ort.

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Verein Choriner Musiksommer legt neue Schwerpunkte

Zuversicht beim Veranstalter. Obgleich der Musiksommer aktuell vor so mancher Herausforderung stand bzw. steht. So gelte es, das Festival - weitestgehend vom Ehrenamt getragen - mit Unterstützung der kulturpolitisch Verantwortlichen vor Ort und im Land institutionell nicht nur zu sichern, sondern in Schlüsselbereichen weiter zu professionalisieren, sagt Norman Reichelt, Vorsitzender vom Verein Choriner Musiksommer. Eben um den mit dem Erfolg gestiegenen Anforderungen auch künftig gerecht zu werden. Neue Schwerpunkte sollen etwa in den Bereichen Vermittlung, Nachwuchsförderung, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Marketing gesetzt werden, kündigt der Vorsitzende an.

Überdies stehen dem Vernehmen nach personelle Veränderungen an, die beim Abschlusskonzert am 27. August bekannt gegeben werden sollen. Nach Informationen dieser Zeitung wurde die 61. Saison schon nicht mehr von Peter Sauerbaum (78), seit 2018 künstlerischer Leiter, vorbereitet. Sondern, wie Reichelt bestätigte, vom Vorstand. Sauerbaum ist zugleich Leiter eines jüdischen Kulturprojektes in Berlin, des Theaterschiffs MS Goldberg. Er setzt damit das Werk, das Engagement seiner vor zwei Jahren verstorbenen Frau Nora fort.

Füllte einst die Konzertsäle, auch in Chorin beim Musiksommer: Tenor und Dirigent Peter Schreier.

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Weniger Plätze für die Festival-Gäste im Kloster Chorin

Nach der Pandemie befinde sich die Klassikreihe wieder „auf der Erholungsspur“, heißt es aus der Geschäftsstelle. Die Auflage 2023 laufe besser als die im Vorjahr. Das Vor-Corona-Niveau habe man allerdings noch nicht wieder erreicht. Beim Publikum sei eine „Zurückhaltung“ spürbar. Aktuell sicher auch aufgrund der Inflation, so die Vermutung. Die Baustelle in Britz (bei Vollsperrung) sowie die Zugausfälle auf der Bahnstrecke Berlin – Eberswalde machen es Veranstalter wie Besuchern derzeit zusätzlich schwer. Überdies musste der Verein im Interesse des Denkmalschutzes die Platzkapazität weiter reduzieren. Aktuell stehen laut Reichelt knapp 1700 Plätze zur Verfügung. Einst waren es 2000. Ein weiterer Abbau im Kirchenschiff hätte zweifellos für den Veranstalter wirtschaftliche Konsequenzen.

Dauerhafte Lösung für Kloster Chorin fehlt noch immer

2024 wird, so die temporäre Einigung mit den Ministerien, erneut die Gemeinde Chorin das Kloster, das sich im Eigentum des Landes befindet, betreiben. Sie erhält dafür aus Potsdam deutlich höhere Zuwendungen. Die Rede war jüngst von zunächst einmal zwei Abschlagszahlungen (in Summe 120.000 Euro). Im Laufe des Jahres soll eine dauerhafte, tragfähige Lösung gefunden werden. Dazu sind Gespräche zwischen Finanz- und Kulturministerium, Gemeinde sowie dem Amt Britz-Chorin-Oderberg geplant. Auf einen Konsens und harmonische Töne hofft auch der Verein Choriner Musiksommer. Denn was wäre der Musiksommer ohne Chorin, ohne seine Spielstätte?

Programm und Tickets für den Choriner Musiksommer: www.choriner-musiksommer.de; Tel. 03334 818472