Naturschutzprojekt bei Eberswalde
: Akzeptanz bei Wiedervernässung mitentscheidend

Das Projekt zur Wiedervernässung von Mooren im Osten des Barnims sorgt weiterhin für Diskussionen. Im Februar könnte vielleicht mehr Klarheit geschaffen werden.
Von
Stephan Backert
Liepe
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Eine landwirtschaftliche Fläche bei Liepe, im Hintergrund die Schiffshebewerke Niederfinow. Das Thema Wiedervernässung gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Stephan Backert

Es ist ein Projekt großer Dimensionen und es könnte Einfluss auf die Lebensbedingungen von Menschen und Natur im Osten des Barnims über lange Zeit haben. Doch bereits im Vorfeld gibt es intensive Diskussionen um das Für und Wider. Jetzt wird eine Idee umgesetzt, die bei einer Gemeindevertretersitzung in Liepe im vergangenen Dezember diskutiert wurde.

Anfang Dezember letzten Jahres haben die Gemeindevertreter intensiv über das Projekt zur Wiedervernässung der Moorbereiche des Niederoderbruchs und Unteren Finowtals debattiert. Ein Ziel dieses Vorhabens ist eine Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes. Eine Ablehnung des Projektes stand in Liepe im Raum, eine entsprechende Erklärung war bereits als Entwurf vorbereitet. Amtsdirektor Jörg Matthes brachte damals den Vorschlag ein, vor einem entsprechenden Beschluss Vertreter des Projektes einzuladen.

Informationsveranstaltung für drei Gemeinden

Das soll im Februar passieren. Am 22. Februar wird es eine Informationsveranstaltung in Liepe geben, bei der neben den Einwohnern von Liepe auch Bewohner der betroffenen Gemeinden Niederfinow und Hohenfinow eingeladen sind. Das geht aus einem Schreiben von Vera Strüber hervor, die das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in diesem Projekt vertritt.

Das Projekt befindet sich gegenwärtig in der Vorbereitung. Sollte das Vorhaben genehmigt werden, schließt sich eine dreijährige Planungsphase an, die im Herbst 2024 beginnen soll. Erst danach steht zur Debatte, ob das Projekt auch in die auf zehn Jahre angesetzte Umsetzung geht. Die Wiedervernässung von rund 1500 Hektar trockenem Moor ist dabei ein Teilaspekt der Maßnahmen für das 7000 Hektar umfassende Planungsgebiet des Naturschutzgroßprojektes Niederoderbruch und Unteres Finowtal.

Weitere Informationstermine in Planung

In einer Sitzung der Gemeindevertreter von Hohenfinow im Dezember wurde unter anderem kritisiert, dass die Bürger nicht genügend in das Vorhaben einbezogen werden. Die Federführung des Projektes, an dem auch die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe beteiligt ist, liegt beim World Wide Fund for Nature (WWF). Garreth Kratz, Projektmanager Flächennaturschutz beim WWF, sagte auf Anfrage, dass es im Frühjahr noch vor Beginn der dreijährigen Planungsphase einige Termine und Exkursionen für Interessierte in das Projektgebiet geben wird. Genaue Informationen hierzu sollen zeitnah bekannt gegeben werden.

Konkreter wird es für die dreijährige Planungsphase, die ab dem dritten Quartal 2024 beginnen wird und bis 2027 dauert. Hier soll es 15 Informationsveranstaltungen geben. „Eine genaue Planung dieser Veranstaltungen erfolgt durch das bis dahin eingestellte Projektteam“, so Garreth Kratz. „Bei Exkursionen vor Ort im Gebiet um das Niederoderbruch und Untere Finowtal wird es grundsätzlich keine Beschränkungen der Teilnehmerzahlen geben und alle Anwohnerinnen und Anwohner sind herzlich eingeladen“, heißt es vom Projektmanager. Genauere Informationen zu diesen Veranstaltungen sollen über die Amtsverwaltungen und weitere Kanäle bekannt gegeben werden.

Akzeptanz soll unabhängig geprüft werden

Die Akzeptanz des Projektes ist ein entscheidendes Kriterium, ob es über die Planungsphase hinaus in die zehnjährige Umsetzung geht. „Ohne eine ausreichende Akzeptanz für die geplanten Maßnahmen, die in der Planungsphase laufend durch ein unabhängiges Moderationsbüro geprüft wird, kann keine Folgefinanzierung bewilligt werden. Der durch das Moderationsbüro erstellte Bericht zur Akzeptanz wird unabhängig von dem Projekt bei den Fördermittelgebern vorgelegt und entscheidet über das weitere Vorgehen nach 2027“, so der WWF-Projektmanager.

Die Informationsveranstaltung in Liepe

● Wann: Donnerstag, 22. Februar, 18 Uhr

● Wo: Landhof Liepe in der Festscheune, Gutshof 1, 16248 Liepe

● Für wen: interessierte Einwohnerinnen und Einwohner von Liepe, Niederfinow und Hohenfinow