Ökologisch
: Mit Bambus zu sauberen Zähnen

Inzwischen gibt es Alternativen zur herkömmlichen Zahnbürste aus Kunststoff. Wie es sich mit einer Bambus-Zahnbürste putzt, beschreibt dieser Selbstversuch.
Von
Marlena Wessollek
Eberswalde
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Geht auch ohne Plastik: Marlena hat sich das eine oder andere Exemplar zugelegt und ist überzeugt. Auch Freunde berichten Positives von dem etwas anderen Putzerlebnis.

Marlena Wessollek

Sei es Fridays For Future, der ausgerufene Klimanotstand in Konstanz und Kiel oder das Verbot von Plastikstrohhalmen in der EU: Klimaschutz ist ein zunehmend wichtigeres Thema. Immer mehr Leute befassen sich mit der Thematik und versuchen, etwas an ihrem Lebensstil zu ändern, um damit einen kleinen Beitrag zum Schutz der Umwelt beizutragen. Ein einfacher Schritt in Richtung Nachhaltigkeit ist die Bambus-Zahnbürste. Äußerlich gleicht sie einer handelsüblichen Zahnbürste, jedoch ist ihr Griff nicht aus Plastik, sondern – wie der Name schon sagt – aus Bambus.

„Ich benutze die Bambus-Zahnbürste, weil ich finde, dass sie eine gute Alternative zur Plastik-Zahnbürste ist: Es sammelt sich viel Plastik an, bei so vielen Zahnbürsten, die benutzt werden“, sagt der 16-jährige Jonah Behring.

Doch ist die Bambus-Zahnbürste wirklich besser? Bambus wird normalerweise nicht in Europa angebaut, muss also aus Ländern wie China importiert werden. Sind diese langen Transportwege nicht eher umweltschädlich als nachhaltig?

Zunächst kann man sagen, dass Bambus extrem schnell nachwächst. Der in China wachsende Riesenbambus kann sogar bis zu 70 Zentimeter Tag wachsen, bis er seine endgültige Höhe von 20 Metern erreicht hat. Anschließend dauert es etwa vier bis fünf Jahre bis der Bambus seine hartholzähnliche Eigenschaft entwickelt hat. Das „richtige“ Hartholz benötigt dafür mit 50 bis 100 Jahren deutlich länger. Der Bambus kann in großen Mengen geerntet werden, ohne dass eine Gefährdung der Art entsteht. Erdöl hingegen ist endlich, weshalb die Verwendung von Plastik sehr sparsam ausfallen sollte. Weil der Bambus zudem CO2 produziert, liegt hier also kein Problem vor.

Viele Bambuszahnbürsten werden in China produziert. Der Bambus wächst vor Ort, die Menschen kennen sich genau mit der Verarbeitung von Bambus aus, was gute Qualität gewährleistet. Auch die nötigen Maschinen sind in China bereits vorhanden, in Deutschland nicht. Die teuren Anschaffungskosten würden also auf das Produkt zurückfallen. Aufgrund der Herstellung in China kostet eine Bambuszahnbürste somit nur drei bis vier statt zehn Euro.

Weniger Restmüll

Die Zahnbürste selbst besteht aus einem ergonomischen Bambusgriff und liegt damit gut in der Hand. Ihre Borsten bestehen in den meisten Fällen aus biobasiertem Nylon oder sind recycelt. Ein kleiner Anteil an Plastik ist also trotzdem enthalten, dieser fällt aber deutlich geringer aus als bei der „normalen“ Zahnbürste. Bei der Entsorgung reicht es, den Kopf der Bürste abzubrechen und ihn in den Restmüll zu werfen. Doch nicht nur wegen der Umwelt  auch für die eigene Gesundheit lohnt sich die Bambuszahnbürste: Bei der Benutzung der Plastikzahnbürste lösen sich mit dem Reiben an der Schleimhaut kleine Plastikpartikel und gelangen so in den Körper.

„Ich benutze die Bambuszahnbüste vor allem aus Neugierde“, sagt Theresa Bolte über das Utensil zur Zahnpflege. „Außerdem gehen mir Plastikzahnbürsten schnell kaputt, bis jetzt hat sich die Bambuszahnbürste länger gehalten. Im Mund hat es sich auch zuerst etwas anders angefühlt, aber keineswegs „rau“ wie man sich das vorstellt.“

Für mich fühlt sich die Zahnbürste nicht anders an, das ist also von Person zu Person unterschiedlich. Dennoch: Theresa, Jonah und ich sind uns einig: Die Bambus-Zahnbürste ist definitiv empfehlenswert, da sie nur wenige Euro teurer ist als eine normale Zahnbürste und einen unterschätzten Teil zum Umweltschutz beiträgt.

Man spart sogar doppelt Plastik, denn auch die Verpackung ist aus recyceltem Papier. Die Bambuszahnbürste ist mittlerweile in vielen Geschäften erhältlich. So in Drogerien und auch im Bioladen.