Party: Forstfasching reist in die Fifties
Damit sind nicht die goldgelben Bögen gemeint, die bis vor Kurzem noch an der Rathauspassage hingen und nun eine Ecke des großen Saals zieren. Der Forstfasching hat sich ein McDonald’s–M gesichert, das nach Auszug der Fastfoodkette von der Fassade genommen wurde, und nutzt es für die Party zum 50er–Jahre–Motto „Pomade unter’m Petticoat“. Das passt. Schließlich wurden die Schnellrestaurants 1955 in Kalifornien gegründet.
Seit Dezember ist McDonald’s in Eberswalde zwar auch Geschichte, doch gibt es andere historische Verweise – sogar aus den 50ern. Damals, so scheint es, konnte sich die Stadt vor Faschingspartys kaum retten. Vereinsmitglied Rüdiger Schulz hat im Kreisarchiv gegraben und Zeitungsanzeigen gefunden. Darin steht, dass in der HOG Ratskeller am 31. Januar 1959 zum Großen Faschingstrubel eingeladen wird, außerdem zum Maskenball in Spechthausen. Am 7. Februar folgt das Kappenfest im Bahnhofshotel Finow, am Rosenmontag darauf sind große Faschingsbälle in vier HO–Gaststätten angekündigt. Eine weitere Veröffentlichung von 1958 zeigt, dass es sich die Eberswalder damals auch nicht nehmen ließen, am Rosenmontag und Fastnachtsdienstag bis spät in die Nacht zu feiern.
Der Eberswalder Forstfasching, der sich 1967 gründete, ist mittlerweile die einzige Institution der Kernstadt, die die Tradition aufrecht hält — immerhin ohne Nachwuchssorgen und mit ungebrochenem Zuspruch. Die Veranstaltung am Sonnabend sowie die zweite Party am kommenden Wochenende im Haus Schwärzetal sind restlos ausverkauft. „Das macht uns alle glücklich“, sagt der frühere Vereinsvorsitzende Klaus Dewitz.
Möglicherweise liegt das auch am Motto und der relativ unkomplizierten Kostümwahl. So erscheinen die Damen zur 52. Saison des EFF alle in bauschigen taillenbetonten Röcken und mit Rockabillyfrisur, die Herren in Jeans, Hemd und, soweit es das Haupthaar zulässt, mit Pomade darin. Verglichen mit den Themen der Vorjahre weniger aufwändig und variantenreich — was der Stimmung im randvollen Schuppen aber keinen Abbruch tut. Die ist schon mit dem Einmarsch des EFF um 20.15 Uhr bestens, was nicht zuletzt an der einnehmend schwungvollen Musik der Fifties und natürlich am besonderen Ambiente liegt. 155 Aufsteller und 333 Quadratmeter Leinwand wurden im Stil der Dekade um James Dean und Marilyn Monroe gebastelt und bemalt. Über die Leinwand des Autokinos flimmern Szenen aus „Manche mögen’s heiß“ und „Frühstück bei Tiffany“. Zwar fällt letzterer Film, ähnlich wie die großen Silhouetten der Beatles eher in die 60er – doch so genau nimmt das niemand. Schließlich war John Lennons Frisur vor dem Pilzkopf auch pomadig.
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Ansonsten präsentieren sich Männerballett, Parodien von Stars und die energiegeladenen Choreografien von Tanzcreation diesmal eben ganz im Stil der Fifties. Die jedes Jahr gebuchte Coverband Roof Garden spielt hingegen eher jüngere Hits.







