Pflege in Eberswalde: Neues Angebot will pflegenden Angehörigen helfen

Pflegende Angehörige in Eberswalde und Umgebung: Ein neues Angebot der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal will pflegende Menschen unterstützen.
Mascha Brichta/dpaNach der Arbeit herunterkommen und entspannen – das ist für viele Menschen eine wahre Wohltat nach einem Arbeitstag. Kaffee trinken, Fernsehen schauen oder einfach nichts tun. Für viele Menschen geht die Arbeit nach der Arbeit aber weiter. Wer pflegebedürftige Angehörige zu Hause hat, der kennt oft das Wort Freizeit nicht mehr. Die häusliche Pflege ist ein Knochenjob.
Nicht nur körperlich, sondern vor allem psychisch sind pflegende Angehörige oft einem enormen Stress ausgesetzt. „Wo fange ich an, wo hört der andere auf? Diese Frage stellen sich viele, die vor dieser großen Herausforderung stehen und sie täglich meistern müssen“, sagt Peggy Nitzke von der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal.
Angebot bereits erprobt
Im Rahmen des Projektes „Pflege vor Ort“ will sie Angehörigen eine „Atempause“ gönnen. „Eine Pause von der ständigen Verfügbarkeit, eine Pause von der Fragestellung, wie es weitergeht. Die Menschen müssen sich nicht erklären und auch nicht erklären, was sie machen. Alle hier haben ähnliche Erfahrungen gemacht“, führt Peggy Nitzke aus. „Betroffene haben oft einen anderen Zugang zueinander, wir geben hier bloß den Rahmen vor.“
In Bernau und Basdorf existiert dieses Angebot bereits. Am 8. August soll es erstmals in Eberswalde starten, danach an jedem zweiten Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr. Treffpunkt ist die Wohnanlage der Volkssolidarität am Richterplatz in der Mauerstraße 17 in Eberswalde. Die Resonanz sei bisher ganz unterschiedlich, sagt Peggy Nitzke. „Trotz der Niederschwelligkeit ist oft eine Hemmung da. Es ist für viele beim ersten Mal eine Hürde und ein Kraftakt, hinzugehen. Wenn sie es gemacht haben, kommen die Leute aber oft wieder. Weil es guttut.“
Die meisten Pflegefälle werden zu Hause versorgt
Es sei für pflegende Angehörige oft schwierig, über sich zu sprechen, da es zumeist um ihre selbstauferlegte Aufgabe geht. „Man hat oft diesen Tunnelblick und geht dabei manchmal unter. Gefühle wie Wut und Ohnmacht, die zwangsläufig da sind, wenn man etwas von sich aufgibt und für jemanden anderes opfert, werden oft unterdrückt. Aber sie sind da und darüber zu sprechen, hilft oft ungemein“, rät Nitzke.
Pflegende Angehörige sind mittlerweile eine tragende Säule der Versorgung pflegebedürftiger Menschen in Deutschland. Ohne sie würde sich die aktuelle Pflegekrise schon heute gravierender auswirken, denn die meisten Pflegebedürftigen werden hierzulande vor allem durch Angehörige unterstützt. Laut der aktuellen Pflegestatistik werden in Deutschland über vier Millionen pflegebedürftige Menschen zu Hause versorgt. Das entsprach etwa vier von fünf Fällen.
Projekt „Atempause“
Wann? Erstmalig am 8. August 2024. Danach an jedem 2. Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr
Wo? Wohnanlage der Volkssolidarität am Richterplatz, Mauerstraße 17, 16225 Eberswalde
Eine Anmeldung für das kostenfreie Angebot ist nicht notwendig.
Kontakt:
Aufwind vor Ort, Tel. : 03338 661650, E-Mail: aufwind@lobetal.de
oder direkt an Peggy Nitzke: Tel. : 016092295139, E-Mail: p.nitzke@lobetal.de


