Aus Berlin-Wedding über Biesenthal bis nach Eichhorst ging die Tour bis jetzt. „Wir wollen einmal um den Werbellinsee und danach noch zum Schiffshebewerk in Niederfinow“, berichtet Ralf Schumacher.

Beliebteste Strecken mit größtem Nervpotential

Die Strecke, die der 55-jährige Berliner und seine zwei Brüder vorhaben, ist der Motorradklassiker im Barnim schlechthin. Das ist auch der Grund, weshalb die drei auf Familientour am Pfingstsonntag in die Polizeikontrolle geraten. Vor allem Zweiradfahrer auf der Werbellinseerunde haben die Beamten von der Polizeiinspektion Barnim im Fokus. Vor allem auf der Straße entlang des Westufers kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Erst am Freitag auf der Seerandstraße ein 23-jähriger Kradfahrer gestürzt und schwer verletzt worden.

An jedem Wochenende Unfälle

„Sie sind laut, sie fahren zu schnell und wir können eigentlich sagen, dass hier an jedem Wochenende Unfälle passieren“, sagt Polizeihauptkommissarin Dajana Rex-Thon. Da liege es auf der Hand, dass auch Anwohner sich häufig beschweren. „Aus all diesen Gründen versuchen wir jetzt, an fast jedem Wochenende rund um den Werbellinsee zu kontrollieren.“

Diesmal vor allem Pkws zu schnell

Bei den Schumacher-Brüdern, die mit Helmkamera, aber gemütlich unterwegs sind, ist alles in Ordnung. Am Kontrollpunkt in Eichhorst hat das Viererteam von der Polizei in der ersten Stunde ab der Mittagszeit nur Pkws herausgewunken, die zu schnell unterwegs waren.

Bei Regenwetter am Vormittag kaum Kradfahrer unterwegs

Am Vormittag standen Rex-Thon und ihre Leute schon an der Seerandstraße in Joachimsthal, während andere Kollegen sich an der Schleusentreppe in Niederfinow aufbauten. Das Wetter war allerdings durchmischt. Bei heftigen Schauern waren zunächst nur wenige Motorradfahrer auf den Straßen. Bei den Kontrollen nahe Hubertusstock und Am Spring fischten die Beamten nur einen Kradfahrer mit überhöhter Geschwindigkeit heraus.

Insgesamt 35 Geschwindigkeitsverstöße

Insgesamt kommt die Polizei bei den Kontrollen am Pfingstsonntag auf 35 Geschwindigkeitsverstöße – fast alle begangen von Pkw-Fahrern. Nur drei Kradfahrer waren zu schnell und müssen Verwarngelder zahlen. „Aufgrund der Witterung konnte unser Schwerpunkt Kradfahrer nicht greifen“, stellt Einsatzleiterin Natalie Mattusch fest. „Die Straßen waren wirklich sehr gering frequentiert.“

Vier von 65 Krädern wiesen technische Mängel auf

Insgesamt kontrollierten die Beamten der Polizeikommissarin zufolge 65 Kräder. In vier Fällen stellten sie dabei technische Mängel fest, „wobei dreimal die Weiterfahrt untersagt wurde“, so Mattusch. Veränderungen an der Lautstärke oder an sicherheitsrelevanten Motorradteilen führten demnach dazu, dass Fahrer ihre Maschinen stehenlassen mussten.

Dezibel-Killer demontiert

In einem Fall sei die Lenkung manipuliert worden. Bei einer anderen Maschine sei die Profiltiefe der Reifen weit unterschritten gewesen. In einem Fall war der sogenannte dB-Killer am Schalldämpfer demontiert. „Dadurch wird das Fahrzeug wesentlich lauter“, erklärt Mattusch.
Einzelne Kontrollen sollen voraussichtlich am Pfingstmontag fortgesetzt werden.