Protest
: Jugend gegen Erderwärmung

500 Demonstranten waren beim Klimastreik in Eberswalde dabei, zu dem die Barnimer Gruppe von Fridays for Future aufgerufen hatte.
Von
Sven Klamann
Eberswalde
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Bewegung auf dem Bahnhofsvorplatz: Vor allem Jugendliche folgen dem Aufruf der Barnimer Fridays for Future-Gruppe zum Klimaprotest in Eberswalde.

MOZ/Thomas Burckhardt

Diesmal haben sich in Eberswalde nach Veranstalterangaben gut 500 Demonstranten dem Aufruf der Barnimer Gruppe von Fridays for Future angeschlossen, die zeitgleich überdies Protestkundgebungen in Bernau und erstmals auch in Biesenthal organisiert hatte. Die junge Bewegung ist inzwischen so professionell aufgestellt, dass es beim Klima–streik sogar extra Ansprechpartner für die Presse gibt.

Anfangs verlieren sich nur wenige Teilnahmewillige auf dem Bahnhofsvorplatz. Doch die Schar wird von Minute zu Minute größer. Als es schließlich in Polizeibegleitung in Richtung Kirchenhang losgeht, reicht die Zahl der Klimaschützer aus, kurzzeitig den Verkehr ín der Innenstadt zum Erliegen zu bringen. Das bringt den Demonstranten sofort einige böse Kommentare auf Facebook ein. Doch die wohlwollenden Wortmeldungen dominieren.

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„Jeder Einzelne, der für unsere gemeinsame Zukunft auf die Straße geht, verstärkt den Druck auf die Politik, endlich wirksam zu handeln“, sagt Swantje Kleber (15) aus Eberswalde. „Klimaschutz braucht Aufmerksamkeit“, findet Lillian Branding (17), aus Bernau, die  froh ist, dass doch wieder so viele Demonstranten zusammengekommen sind.

Für Enkel und Urenkel dabei

„Klimakrise — ganz dünnes Eis“, "Hoch die Hände – Klimawende“, „Our House is on Fire“ oder „Die Dinos hatten auch gedacht, sie schaffen es“, steht auf den Plakaten und Transparenten, die beim Fridays for Future–Marsch getragen werden. „Klimaschutz statt Rüstung“ ist auf dem Pappschild zu lesen, das Albrecht Triller aus Finow hält. Der 82–Jährige dürfte der vielleicht Älteste Mitlaufende sein. „Ich weiß, dass meine Zukunft überschaubar ist. Aber ich habe schließlich sechs Kinder, 15 Enkel und drei Urenkel, deren Schicksal mir am Herzen liegt“, sagt er.

Bevor aus der Kundgebung ein Demonstrationszug wird, gibt es ein paar Wortmeldungen. Die Berliner Kinderärztin Ulrike Gillert spricht der weiter wachsenden Menge aus dem Herzen, als sie das vorbildliche Engagement der Fridays for Future–Jugend lobt. „Wir haben jahrzehntelang geschlafen, aber ihr habt den Klimaschutz wieder auf die Agenda geholt. Ihr führt, die Politik folgt! Wie cool ist das denn? Danke!“, ruft die Gastrednerin aus. Und schließt mit einem Plädoyer für die vegetarische und vegane Ernährung, die helfen könne, die Erderwärmung zu verlangsamen und die obendrein gut für die Gesundheit sei.

Konkrete Vorschläge für einen funktionierenden Klimaschutz von unten unterbreitet auch Amelie Pelikan (15) aus Eberswalde. „Wer sich die Folgen seines Handelns bewusst macht, verzichtet vielleicht auf die eine oder andere Anschaffung. Oder überlegt sich die Wahl seines Transportmittels“, sagt sie. So könnten am Ende auch kleine Schritte zu großen Taten führen.