Nicht nur in der Ukraine haben die Ereignisse seit Donnerstag das Leben vieler Menschen komplett auf den Kopf gestellt. Viele, die Verbindungen in das osteuropäische Land haben, verspüren den Drang, unbedingt etwas tun zu müssen – helfen soweit es geht.

Welle der Hilfsbereitschaft nach Abschied von ukrainischem Gastwissenschaftler

So sei es auch Professoren, Studierenden und weiteren Hochschulangehörigen in Eberswalde gegangen, berichtet Angela Dichte, Projektkoordinatorin im Fachbereich Wald und Umwelt. Sie hätten sich am Donnerstagvormittag überraschend von einem ukrainischen Gastwissenschaftler verabschieden müssen, der zu seiner Familie zurückkehren wollte. Daraufhin habe sich an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) eine Gruppe zusammengefunden, mit dem dringenden Bedürfnis, direkte Hilfe zu organisieren – so schnell und so zielgerichtet wie möglich.

Partner in Lviv und Transkarpatien im Fokus

Im Fokus stünden zunächst die Partnerinstitutionen der Hochschule wie die Ukrainische Nationale Forstuniversität in Lviv oder das Karpatenbiosphärenreservat in der westukrainischen Region Transkarpatien. Alle ukrainischen Kolleginnen und Kollegen sowie Freundinnen und Freunde seien dafür kontaktiert und es abgefragt worden, woran es fehle. Parallel seien Aufrufe an die deutschen und internationalen Netzwerke der Hochschule sowie des Europäischen Buchenwaldnetzwerkes rausgegangen, um Unterstützung anzufragen.

Schon 650 Unterstützer und eine Website

Aktuell, gibt Angela Dichte eine Zwischenbilanz, hätten sich dazu circa 650 Menschen in eine Unterstützer-Liste eingetragen „und es werden kontinuierlich mehr“. Um ihnen Informationen zur Verfügung zu stellen, hat die Gruppe eigens eine Webseite erstellt.
„Nachdem Freitagnacht die erste Abholaktion von Familienangehörigen einer HNEE-Studentin in der von der Initiative eingerichteten Telegram-Gruppe geplant und über das Wochenende umgesetzt wurde, kam am Samstagvormittag die erste konkrete Anfrage aus den Karpaten, in der um Hilfe in Form von Decken, Kleidung, Lebensmittel, Medizin, aber auch Treibstoff, Generatoren und Schutzausrüstung gebeten wurde“, berichtet die Hochschulmitarbeiterin weiter. Daraufhin habe die Gruppe ein Aufruf zur Sach- und Geldspende gestartet.

Donnerstag starten drei große Transporter in Richtung Ukraine

Seit Sonntag werden nun Sachspenden am Waldcampus im Haus 10 gesammelt. Von den bisherigen Spenden in Höhe von circa 32.000 Euro würden derzeit die benötigten Hilfsgüter gekauft. „Am Donnerstagmittag sollen dann drei große Transporter von Eberswalde in Richtung rumänisch-ukrainischer Grenze starten“, sagt Angela Dichte.

Spendenaktion geht weiter mit der Stadt und anderen Partnern

„Die nächsten Anfragen aus den Karpaten und dem Raum Lviv werden schon parallel bearbeitet, so dass dieser Transport nicht der letzte sein wird.“ Daher habe sich die Gruppe entschieden, die Spendenaktion weiter fortzuführen. Darüber hinaus werde gemeinsam mit der Stadt Eberswalde und weiteren lokalen Akteuren und Akteurinnen an Aufnahme- und Beratungsstrukturen gearbeitet.

Studentin stellt zwei Fahrzeuge zur Verfügung

„Die Initiative Support Ukraine möchte sich ganz herzlich bei allen Unterstützer:innen bedanken, die bereits Geld gespendet und die alte Bibliothek im Haus 10 mit Sachspenden gefüllt haben“, unterstreicht die Sprecherin der Initiative. „Leider reicht der Platz nicht aus, um alle zu nennen, aber hervorheben möchte ich die Initiative die GLG als Betreibergesellschaft der hiesigen Krankenhäuser, die derzeit medizinische Sachspenden organisiert, die Zahnarztpraxis Klingbeil, die eine Vielzahl an notwendigen Zahnpflegeutensilien gespendet hat, sowie eine HNEE-Studentin mit breitem Unterstützer:innen-Netzwerk in Stralsund, die für den Transport zwei Fahrzeuge mit Fahrer:innen und Treibstoff zur Verfügung stellen.“
Angaben zum Spendenkonto und dazu, wo und wann Spenden entgegengenommen werden, finden sich auf der Website der Initiative Support Ukraine.
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