Der Kreissportbund (KSB) Barnim ehrt jährlich in sieben Kategorien seine Sportler des Jahres. Auch in diesem Jahr darf online mitbestimmt werden, wer zum Sieger gekürt wird. Bis zum 17. November läuft die Onlineabstimmung, es kann nur einmal abgestimmt werden!
Dabei werden die drei Besten der verschiedenen Kategorien, durch 75 Prozent Onlineabstimmung und 25 Prozent Vereinsstimme – alle KSB Mitgliedsvereine haben 1 Stimme pro Kategorie – ermittelt und qualifizieren sich für die Barnimer Sportgala. Dort werden am 25. November die Sieger gekürt.

Nominierte in sieben Kategorien

Die Nominiertenliste zeigt ein buntes Potpourri der Barnimer Sportlandschaft: Fußball, Tischtennis, Reiten – eine breite Palette wurde bei der Vorauswahl bedacht. Bei den Abstimmungen könnte es in den Kategorien eng zugehen. Kreismeister, Deutsche Meister und sogar Weltmeister stehen zur Auswahl.
„Die Vorschläge kommen zum größten Teil aus unseren Mitgliedsvereinen, aber auch direkt aus der Bevölkerung. Im Vordergrund sollten sportliche Erfolge des zurückliegenden Jahres stehen. Hier müssen es nicht immer Weltmeister oder Olympiasieger sein, sondern persönliche Erfolge auf die die Kandidaten und die dazugehörigen Vereine und das persönliche Umfeld stolz sind, stehen im Vordergrund“, erklärt KSB-Geschäftsführer Ron Jordan die Vorauswahl. „Unsere Vereine gehen mit den Nominierungen sehr verantwortungsbewusst um und überlegen sich gut, wen sie zur Wahl vorschlagen. In der Regel versuchen wir daher alle Vorschläge zu berücksichtigen.“
Der KSB als Dachorganisation zeigt sich stolz auf die Erfolge der Sportlerinnen und Sportler, so Jordan weiter. „Das wollen wir nach außen tragen. Mit der Sportgala haben wir einen würdigen Rahmen für diese Auszeichnung geschaffen. Wir feiern unsere "Besten" gemeinsam mit den Vereinen, Vertretern aus Politik und Wirtschaft und den KSB- Ehrenmitgliedern. Die Titel "Sportler-, Sportlerin-, Team- und Trainer des Jahres" sind begehrte Auszeichnungen bei den Sportlern und den Vereinen gleichermaßen.“
Vier Frauen kämpfen um die Auszeichnung zur Sportlerin des Jahres in der Kategorie der über 18-Jährigen. Die Bernauer Ju-Jutsu-Kämpferin Alexa Frei, 18 Jahre jung, hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Sie erreichte unter anderem den dritten Rang bei den Europameisterschaften und gilt über weit über die Kreisgrenzen hinaus als großes Talent in ihrem Sport. In Abu Dhabi krönte sie sich gerade erst zur Weltmeisterin in ihrer Klasse. Sie muss sich mit der 24-jährigen Tischtennisspielerin Annie Jordan vom TTC Finow Eberswalde messen, die zu den Topspielerinnen im Land gehört. Zudem verstärken die Kraftsportlerin Nicole Kegeler und Leichtathletin Sigrun Müller die Kategorie.

Weltklasse-Athleten auf der Liste

Die 46-jährige Sigrun Müller gehört zu den besten Ü45-Läuferinnen in der Bundesrepublik. Neben Siegen bei den norddeutschen Meisterschaften im 100- und 200-Meter-Lauf belegt sie derzeit Platz 7 in der Deutschen Bestenliste in ihrer Altersklasse. Die Eberswalderin Nicole Kegeler gehört als Kraftsportlerin sogar zu den besten der Welt. Sie ist nicht nur Deutsche Meisterin und Ostdeutsche Meisterin im Powerlifting – sie ist auch Weltmeisterin und wurde zur Mrs. Olympia-Ausscheidung nach Las Vegas eingeladen.
Bei den Männern reicht die Altersspanne von 20 bis 89 Jahre. Rudolf Radecke von Motor Eberswalde ist der älteste aktive Teilnehmer beim Turner-Treff. Nur unwesentlich jünger ist Tischtennisspieler Siegfried Lemke vom TTC Finow Eberswalde. Der 83-Jährige ist Einzel- und Doppeleuropameister in der Altersklasse Ü80 und darf sich mit weiteren Titeln schmücken. Genauso fit bleiben will auch Peer Hänsicke – und er ist auch auf einem guten Weg dahin. Der 61-Jährige ist aktueller Europameister im Kraftdreikampf, zudem wurde er in der Disziplin bereits Deutscher Meister und konnte zweimal die Europameisterschaft im Bankdrücken gewinnen.

Deutsche Meister und Europameister

Die weiteren beiden Nominierten sind dagegen noch zarte Pflänzchen im Alter von 20 Jahren. Der Kraftsportler Ben Zimmermann darf sich nicht nur „Deutscher Meister im Bankdrücken“ nennen – er hält auch den Rekord in der Jugendklasse bis 82,5 Kilogramm und konnte den Worldcup der Junioren mit einem deutschen Rekord gewinnen. Auch Motorsportler David Trefilov von der MSG Eberswalde durfte bereits mehrfach internationale Luft schnuppern. Der Kartfahrer konnte diverse internationale Siege einfahren und darf sich Vize-Europameister nennen.
Holten den Vize-Europameistertitel im Voltigieren nach Bernau: Bei der Europameisterschaft für Junioren im Voltigieren holten sich Frances Moldenhauer und Finn Gallrein im ungarischen Kaposvar in der Disziplin Pas de Deux die Silbermedaille. Als Team sind sie auch als Sportler des Jahres nominiert.
Holten den Vize-Europameistertitel im Voltigieren nach Bernau: Bei der Europameisterschaft für Junioren im Voltigieren holten sich Frances Moldenhauer und Finn Gallrein im ungarischen Kaposvar in der Disziplin Pas de Deux die Silbermedaille. Als Team sind sie auch als Sportler des Jahres nominiert.
© Foto: Daniel Kaiser
Gehört zu den stärksten Frauen der Welt: Bankdrückerin Nicole Kegeler aus Eberswalde.
Gehört zu den stärksten Frauen der Welt: Bankdrückerin Nicole Kegeler aus Eberswalde.
© Foto: Matthias Fanselow
Fünf Nominierte dürfen sich auch Hoffnungen in der Kategorie „Beste Mannschaft – Ü18“ machen. Darunter auch die Ü35-Fußballer von Preußen Eberswalde und die Spielgemeinschaft Finow/ Lichterfelde, die in der abgelaufenen Spielzeit den Aufstieg in die Kreisoberliga schaffte. Bis in die Zweite Bundesliga schafften es auch die Kegler der SG Eberswalde. Holm und Erik Kirsten vom TTC Finow Eberswalde dürfen sich sogar Deutsche Doppel-Vizemeister in der Altersklasse Ü60 im Tischtennis nennen. Das Team ist im Jahr 2022 bisher noch ungeschlagen.
Das Team des Reitsportvereins Integration Bernau erklomm sogar den zweiten Platz in der Voltigier-Weltrangliste in der Kategorie „Senior Pas de Deux“.

Viele Nachwuchstalente nominiert

Auch bei den Junioren könnte es bei der Abstimmung eng ausgehen. Bei den Jugendmannschaften sind wiederum die Reitsportler von Integration Bernau vertreten. Frances Moldenhauer und Finn Gallrein sind Junioren-Vizeeuropameister im Voltigieren und konnten einige internationale Wettkämpfe gewinnen. Sie messen sich bei der Abstimmung mit der Mädchenmannschaft vom TTC Finow Eberswalde (2. Platz bei den norddeutschen Meisterschaften), den A-Junioren des 1. FC Finowfurt (Landesklassenmeister 2021/22 mit nur einer Niederlage), dem U16-Mädchenteam des SSV Lok Bernau (Brandenburger Meister) und der weiblichen 4 × 100 Meter-Staffel des SG Empor Niederbarnim. Die 15- bis 17-Jährigen sicherten sich die norddeutsche Meisterschaft und damit die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft.
Auch bei der Wahl zur besten U18-Sportlerin ist das Team mit der 15-jährigen Levke Netta vertreten. Wohlverdient nach ihrem Sieg bei den norddeutschen Meisterschaften im 200-Meter-Lauf. Doch die Konkurrenz ist hart: Die ebenfalls 15-jährige Chiara Marie Grohe von Motor Eberswalde ist die amtierende Landesmeisterin im Geräteturnen. Eva Maria Knobloch von Lok Bernau, ebenfalls 15 Jahre, gilt als großes Basketballtalent. Sie nahm am Sichtungslehrgang für die U16-Nationalmannschaft teil und gewann das internationale Basketballfestival in Göteborg als Kapitänin.

Acht Nominierte bei den Mädchen

Der Eberswalder SV Empor bringt seit Jahrzehnten Kanuten-Talente hervor. Dazu darf sich auch die 14-jährige Florentina Sophie Hoffmann zählen. Die Deutsche Meisterin über 2000 Meter und Vizemeisterin über 500 Meter darf sich über viele Platzierungen im aktuellen Jahr freuen. Auch die 13-jährige Jessica Hoppe steht noch am Anfang ihrer Sportlerkarriere. Die Ju-Jutsu-Fighterin aus Bernau wurde jeweils Dritte bei den renommierten German Open und den deutschen Schülermeisterschaften.
Teil des Junioren-Nationalteams: Leon-Michael Reckzeh (2.v.r.) hat eine erfolgreiche Saison hinter sich. Der 17-jährige Kanute aus Eberswalde gehört zu den Toptalenten in der Bundesrepublik.
Teil des Junioren-Nationalteams: Leon-Michael Reckzeh (2.v.r.) hat eine erfolgreiche Saison hinter sich. Der 17-jährige Kanute aus Eberswalde gehört zu den Toptalenten in der Bundesrepublik.
© Foto: Michael Reckzeh
Der TTC Finow Eberswalde stellt die jüngste Nominierte in diesem Jahr. Mira Petereit ist trotz ihrer acht Jahre viel unterwegs und kann schon einige Erfolge für sich verbuchen. Unter anderem belegte sie die Topplatzierung in der Brandenburger Rangliste der unter 11-Jährigen, erreichte vordere Plätze bei internationalen Turnieren in Polen und Belgien. Ähnliche Erfolge kann auch die Springreiterin Mia Meyer vom PSV Löwenherz verbuchen. Die 14-Jährige erreichte Siege und Podestplatzierungen bei vielen Turnieren – unter anderem bei den berühmten Reitertagen in Helenenau und Altlandsberg.

Auch eine Wintersportlerin ist dabei

Auch wenn der Barnim nicht als Wintersportregion bekannt ist, wird hier doch erfolgreich Wintersport betrieben: beim WSV Wandlitz. Die 16-jährige Lilian Zurawski ist deutsche Jugendmeisterin im Biathlon und konnte sechs Podestplätze bei den Deutschlandpokal-Wettkämpfen abstauben.
Erfolgreiches Team: Die Herrenmannschaft der SG Eberswalde, die in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist – mit Kathrin Görz, Inhaberin des Sanitätshauses Fuchs und Hauptsponsor und Bürgermeister Götz Herrmann (links).
Erfolgreiches Team: Die Herrenmannschaft der SG Eberswalde, die in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist – mit Kathrin Görz, Inhaberin des Sanitätshauses Fuchs und Hauptsponsor und Bürgermeister Götz Herrmann (links).
© Foto: Ulf Worlitzer
Jüngste Nominierte: Die achtjährige Mira Petereit kann, trotz jungem Alter, schon einige Erfolge vorweisen.
Jüngste Nominierte: Die achtjährige Mira Petereit kann, trotz jungem Alter, schon einige Erfolge vorweisen.
© Foto: Johannes Gohlke
Bei den U18-Jungs dürfen sich sechs Kandidaten Hoffnungen machen. Unter anderem der einzig nominierte Judoka Askhab Kazbekov vom Judoclub Eberswalde. Der 12-Jährige krönte sich zum Nord-Ost- und Landesmeister in der Gewichtsklasse bis 37 Kilogramm. Auch Alexej Engel von Motor Eberswalde hat viel Kraft bewiesen. Unter anderem gelang ihm der zweite Platz im Gewichtheben in der Athletikliga Schwedt.
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Eberswalde

Tischtennisspieler arbeiten weniger mit Kraft, mehr mit Genauigkeit und Speed. Matti Klein vom TTC Finow Eberswalde hat davon jede Menge bewiesen. Der 16-Jährige ist bereits Mitglied der ersten Herrenmannschaft des Vereins und konnte sich Platz in der U19-Rangliste in Brandenburg sichern. Der Eberswalder Kanute Leon-Michael Reckzeh hat es gar zum Vizeweltmeister geschafft. Seit diesem Jahr ist der Sportler vom Eberswalder SV Empor auch Teil der Nationalmannschaft.
Viele Nominierte: Der TTC Finow Eberswalde dominiert die Nominierungen in diesem Jahr. Unter anderem sind auch Holm und Erik Kirsten in der Kategorie "Beste Mannschaft" nominiert.
Viele Nominierte: Der TTC Finow Eberswalde dominiert die Nominierungen in diesem Jahr. Unter anderem sind auch Holm und Erik Kirsten in der Kategorie „Beste Mannschaft“ nominiert.
© Foto: Johannes Gohlke
Zu den Nominierten gesellen sich Leichthletik-Ass Tobi Rack vom SG Empor Niederbarnim (Meister bei den norddeutschen Meisterschaften über 300 Meter Hürden und Kadersportler des Deutschen Leichtathletikverbandes) und der Deutsche Schülermeister im Ju-Jutsu, Nicolas Schulz aus Bernau.

Auch Trainer werden geehrt

Last, but not least werden auch die Trainer des Jahres ausgezeichnet. Auch hier ist der TTC Finow Eberswalde erneut vertreten. Claudia Petereit kann auf zahlreiche Erfolge ihrer Schützlinge auf deutscher, norddeutscher und Brandenburger Ebene blicken. Vier Tage in der Woche nimmt sich die A-Lizenz-Trainerin für die Jugend. Auch Fabian Fünfstück ist für die Jüngeren nicht nur ein Trainer, sondern auch ein Vorbild. Der Bernauer Ju-Jutsu-Trainer ist selbst erfahrener Kampfsportler, langjähriges Mitglied der Nationalmannschaft und mehrfacher Meistertrainer.
Weltklasse: Die Bernauer Ju-Jutsu-Athletin Alexa Frei wurde gerade erst Weltmeisterin in Abu Dhabi.
Weltklasse: Die Bernauer Ju-Jutsu-Athletin Alexa Frei wurde gerade erst Weltmeisterin in Abu Dhabi.
© Foto: Marco Heinemann
Die SG Empor Niederbarnim vertraut voll und ganz der Leichtathletik-Trainerin Kathrin Sachse. Die ehemalige aktive Leichtathletin betreut die Kindergruppe und die Leistungsgruppe im Verein. Zudem fungiert sie als Kampfrichterin im Leichtathletikverband Brandenburg. Auch Andrea Harwardt vom Reitverein Integration gehört zu den Größen ihres Sports. Die 44-Jährige trainiert unter anderem die Vize-Europameister der Junioren im Voltigieren und erreichte den 2. Platz beim wichtigen CHIO in Aachen.

Abstimmung ist offen

Für sein unermüdliches ehrenamtliches Engagement ist auch Michael Wendlandt bekannt. Der 48-Jährige ist seit fünf Jahren Nachwuchstrainer und Vorstandsmitglied bei Lok Eberswalde. Er organisiert nicht nur Trainingslager und Arbeitseinsätze, sondern vermittelt mit seinem Tatendrang auch ein Wir-Gefühl im Verein.
„Sport in der heutigen Zeit ist eine komplexe Struktur von allgemeinen Sportvereinen über den Leistungssport bis hin zum Individualsport. In dieser Komplexität hat er eine große gesellschaftliche Bedeutung“, sagt Ron Jordan zum Engagement aller ehrenamtlichen Sportler im Kreis. „Angefangen von der gesunden Lebensführung und der sinnvollen, aktiven Freizeitgestaltung über das Vermitteln von sozialer Kompetenzen, wie Teamfähigkeit, Respekt dem anderen gegenüber, Fair Play und das Akzeptieren von Regeln bis hin zu einem wirtschaftlichen Aspekt, z.B. mit sportlichen Großveranstaltungen, beeinflusst der Sport nahezu jeden Bereich des gesellschaftlichen Lebens. Sport steht für Integration, gemeinschaftliches Miteinander und nicht zuletzt für jede Menge Spaß.“
Hier geht es zur Abstimmung. Die Märkische Oderzeitung wünscht allen Nominierten viel Erfolg.