Eigentlich würde der Komplex in diesem Jahr ein kleines Jubiläum feiern, sein 45-jähriges Bestehen. Doch das fällt nun ins Wasser. Beziehungsweise eben nicht ins Wasser. Denn die Becken im baff sind leer. Horst Schaefer, Geschäftsführer der Technischen Werke (TWE), die das Sportzentrum Westend betreiben, sieht dies mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite sei die Schließung ein wirtschaftliches Problem, auf der anderen Seite seien die jetzt überall geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen eben kaum oder nur sehr schwer in der Sport- und Schwimmhalle umzusetzen, gesteht Schaefer.

Regeln schwer umsetzbar

Die Deutsche Gesellschaft für Bäderwesen habe zwar einen Pandemieplan herausgegeben. Der sei sicher "ein guter Leitfaden" und decke sich in vielen Punkten mit den Auflagen der Gesundheitsämtern. Allein die in der Praxis zu realisieren, wäre eine echte Herausforderung. Am einfachsten wäre es noch im Eingangsbereich, im Foyer. Dort seien etwa Zwei-Meter-Mindestabstand, Mitarbeiterschutz durch Plexiglasscheibe oder Maske kein Problem. Kompliziert werde es indes in den Umkleideräumen sowie in den Duschen. Sicherlich würde es bei einer Wiedereröffnung auch Beschränkungen in puncto Besucherzahlen geben, vermutet Schaefer, der überdies davon ausgeht, dass Schwimmbäder mit zu den letzten Einrichtungen gehören, die in der Corona-Zeit wieder ans Netz gehen dürfen. Dabei soll das Virus eigentlich durch das Chlorwasser abgetötet werden. Und auch in der Sauna dürfte es wegen der hohen Temperaturen kaum eine Chance haben. Das Problem sei halt die Nähe der Gäste, die hohe Frequenz.
Wegen der Zwangspause seit 18. März und des ungewissen Fortgangs habe man versucht, etliche Arbeiten aus der regulären Schließzeit während der Sommerferien vorzuziehen, sagt Schaefer. Das Wasser aus den Becken etwa wurde abgelassen. Firmen rückten an, führen Reparatur- und Wartungsarbeiten durch. Der Fitnessraum wird erneuert. Auf diese Weise könnte, wenn das Bad überhaupt öffnen darf, die Schließzeit im Juli verkürzt werden. "Wir haben alles versucht, um Betriebskosten zu sparen. Ganz runterzufahren, geht aber nicht." Dass die Einsparungen die Einnahmeverluste kompensieren, glaubt er im Übrigen nicht.

Stadt schießt eine Million zu

Bislang sei man ohne Kurzarbeit für das insgesamt 20-köpfige Team des Sportzentrums ausgekommen. Die Kollegen, darunter etliche Teilzeitkräfte, hätten Urlaub genommen, Überstunden abgebaut, einige seien auch immer in die aktuellen Arbeiten eingebunden. Ohne Perspektive aber, müsse man spätestens Anfang Juni eine Entscheidung treffen, verhehlt Schaefer nicht.
Das Bad ist von jeher ein Zuschussgeschäft. Mit einer Million Euro unterstützt die Stadt den Betrieb jährlich. Diese Summe sei auch 2020 und 2021 in den Etat eingestellt, sagt Bürgermeister Friedhelm Boginski. Größere Ausfälle müssten die TWE aus ihrer Rücklage decken, so das Stadtoberhaupt, das darauf verweist, dass Corona viele Unternehmen und Selbständige in die Bredouille gebracht habe. Und etliche noch härter. Der Aufsichtsrat der TWE werde sich dieser Tage mit der Situation befassen. In der Regel bewegt sich der Zuschussbedarf fürs baff laut Schaefer bei 1,4 Millionen Euro.