Stadtlauf
: Autofreies Massen-Treffen

Beim 13. Eberswalder Stadtlauf geht es nicht mehr in erster Linie darum, die Teilnehmerzahlen weiter zu steigern. Am 15. September soll das Begleitprogramm stärker in den Vordergrund gestellt werden.
Von
Sven Klamann
Eberswalde
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Weltrekordversuch im Jonglieren: Was Anfang Juni im Fritz-Lesch-Stadion noch scheiterte, als auch die Mädchen und Jungen jeweils drei Bälle in die Höhe warfen, soll beim Stadtlauf im Westendstadion zum Erfolg geführt werden.

MOZ/Thomas Burckhardt

Elf Jahre lang hatten die Partner für Gesundheit ihren Fokus vergeblich darauf gerichtet, beim Stadtlauf die Schallmauer von 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu durchbrechen. 2018 war ihnen dies mit 2208 Kindern, Frauen und Männern, die bei der zwölften Ausgabe an den Start gingen, endlich gelungen. „Jetzt setzen wir uns neue Ziele“, kündigt René Hoffmann an, der dem veranstaltenden Verein vorsteht.

Zum Ersten soll der gesundheitsfördernde Aspekt des Volksfestes in Bewegung stärker ins Bewusstsein gerückt werden. „Nicht nur ich habe den Eindruck, dass der Verkehr in Eberswalde mehr und mehr zunimmt“, sagt der Vereinsvorsitzende. Da sei der autofreie Stadtlauf-Sonntag als  kleiner Gegenpol nur zu begrüßen.

Rekordversuch im Jonglieren

Zum Zweiten wird dem Rahmenprogramm mehr Aufmerksamkeit geschenkt, ohne dass dies den Wert der Hauptveranstaltung schmälert. Vor allem soll der Weltrekordversuch im Jonglieren wiederholt werden, an dem Eberswalde beim Tag des Sportabzeichens Anfang Juni noch gescheitert war. Damals hatten sich im Fritz-Lesch-Stadion 470 Kinder, angeleitet vom Jonglier-Papst Stephan Ehlers aus Minden, Nordrhein-Westfalen, mit viel Einsatz darum bemüht, drei Bälle gleichzeitig in der Luft zu behalten. 90 Jonglier-Anfänger waren am Ende dabei erfolgreich, 162 hätten es sein müssen, um den Rekord in die Barnimer Kreisstadt zu holen. „Beim Stadtlauf hoffen wir auf wenigstens 750 Freiwillige, die im Westendstadion, wieder angefeuert von Stephan Ehlers, ihr Bestes geben“, betont René Hoffmann. Auch Freiwillige, die den Weltrekordversuch als Betreuer begleiten, würden noch gesucht.

Zwar sollen die Teilnehmerzahlen beim 13. Stadtlauf nicht mehr auf Biegen und Brechen weiter gesteigert werden, aber egal ist den Partnern für Gesundheit deshalb noch lange nicht, wie viele Kinder, Frauen und Männer sich bei der 13. Ausgabe auf die Strecke begeben. Denn  von den Organisationsbeiträgen, die vor dem Start zu entrichten sind, erfüllt der veranstaltende Verein auch diesmal materielle Wünsche. Auf Spendenschecks können sich die Dancing Siblings von der Tanzsportabteilung Grün-Gold des SV Motor, der Lichterfelder Faschingsverein, das Tanzhaus Eberswalde, das Eltern-Kind-Zentrum im Brandenburgischen Viertel und die Kita „Pusteblume“ freuen.

Erlös fließt in Gemeinnütziges

„Wie viel Geld wir für sportliche, kulturelle oder soziale Zwecke vergeben können, hängt entscheidend von den Teilnehmerzahlen ab“, erklärt der Vorsitzende.

Vom Stadtlauf-Erlös 2018 waren jeweils 500 Euro an die Johanna-Schule in Bernau, an die Grundschule Schwärzesee in Eberswalde und an den Eberswalder Ortsverband des Technischen Hilfswerkes gegangen. 300 Euro hatte das Flötenorchester Con passione aus Eberswalde erhalten. Jeweils 250 Euro waren an das Orchester The Sounds of Akkordia und an die Johanniter-Unfallhilfe, beide aus Eberswalder, sowie an die Kindertanzgruppe des SC Althüttendorf gegangen,

Beim 13. Stadtlauf bleibt vieles Altbewährte erhalten: Start- und Ziel ist das Sportzentrum Westend. Die Strecke führt bis zur Maria-Magdalenen-Kirche. Seine Premiere feiert der Bambini-Lauf für Kinder bis zu fünf Jahren. Die 500 Meter sollen die Lust aufs Laufen schüren.

Info:www.eberswalder-stadtlauf.de

Kommentar: Dabei sein ist ein Anfang

Höher, weiter, schneller? Die Organisatoren des Eberswalder Stadtlaufes sind geschickt genug, nicht mehr nur die Jagd nach immer neuen Teilnehmerrekorden in den Vordergrund zu stellen. Wohl wissend, dass die 2000er-Marke, die 2018 erstmals geknackt werden konnte, nicht im Selbstlauf und automatisch fortan  immer wieder gerissen werden kann.Natürlich bleibt es wichtig, dass möglichst viele Kinder, Frauen und Männer an den Start gehen.  Schon um genug Geld für Spenden zusammenzubekommen. Doch den Stadtlauf zeichnen eben nicht nur die Sportlerinnen und Sportler auf der Piste aus, die ihrer Gesundheit und der Gemeinschaft Gutes tun. Zum Volksfest in Bewegung wird die Veranstaltung erst durch das jubelnde Publikum am Streckenrand, das im Begleitprogramm vielfältig selbst aktiv werden darf.Wer beim Stadtlauf an den Start gehen will, ist gut beraten, langsam sein Trainingspensum zu steigern. Und wer sich das Mitlaufen (noch) nicht zutraut, sollte zumindest den Termin in seinem Kalender festhalten. Denn am 15. September  feiert Eberswalde wieder ein Volksfest in Bewegung. Und jede und jeder darf sich herzlich eingeladen fühlen und ist zum Stadtlauf willkommen!⇥Sven Klamann