Der noch zarte Zierapfelbaum mit den bunten Bändern bildet die Kulisse bei der Eröffnung des mittlerweile 13. Freiwilligentags in Eberswalde. Er steht oben auf dem Drachenkopf und kurzzeitig im Mittelpunkt der Ansprachen. Mitglieder des Initiativkreises Sternenkinder hängen Sterne an die zierlichen Äste des sogenannten Seelenbäumchens. Sie erinnern an Kinder, die still zur Welt gekommen sind, wie es heißt. Die Initiative lenkt damit den Fokus auf das Thema Tot- und Fehlgeburten und bietet betroffenen Eltern seit 2018 eine Anlaufstelle.

Dank an Stadt, Hospiz und Stiftung

Mitbegründerin Lena Settke bedankt sich zur Veranstaltung am Vormittag für die „grandiose Unterstützung“ der Stadt und des Hospiz. Ein Dankeschön geht ihrerseits unter anderem auch an Martin Hoeck und seine Stiftung sowie an Bäcker Björn Wiese, der mit einer Spendenbox im Café Gustav unterstützt. Das Domizil des Evangelischen Vereins „Auf dem Drachenkopf“, der am Fuße der Eberswalder Erhebung das Hospiz betreibt, ist an diesem 13. Freiwilligentag das erste Mal bei der Mitmach-Aktion in der Waldstadt dabei. Geschäftsführerin Gesine Höhn verweist in ihrer Willkommensansprache auch auf jene, die zum Auftakt oben auf dem Balkon des Altbaus auf dem Drachenkopf lauschen. Es handelt sich, wie sie erklärt, um Ehrenamtler, die eine Ausbildung zum Sterbebegleiter gemacht haben.

Boginski spricht Schreiambulanz an

Für Bürgermeister Friedhelm Boginski ist es absolut richtig, dass die Ehrenamtlichen an jenem Vormittag oben auf der Empore stehen. Er freue sich, dass es Bürgerstiftung Barnim Uckermark und der Stadt gelungen sei, das Ehrenamt im Rahmen des Aktionstags in den Vordergrund zu rücken. „Es ist wichtig, dass Menschen für andere Menschen da sind“, so das Stadtoberhaupt in seiner Ansprache, bei der er auch auf die neue Schreibambulanz zu sprechen kommt, die derzeit in der Stadt und im Landkreis diskutiert wird – ein Hilfsangebot für Eltern mit sogenannten Schreibabys. „Ich finde, das sind Sachen, da muss man helfen“, so Boginski.
Helfen wollen auch am Freiwilligentag wieder viele. So wird auf dem Gartenweg, der vom Altbau hinunter zum Hospiz führt, das Grün gerichtet, Unkraut gejätet und die Anlage in Schuss gebracht. Allein 250 Menschen hatten sich bereits im Vorfeld für die 38 Gelegenheiten zum Anpacken an verschiedenen Orten der Stadt angemeldet. Stolpersteine putzen, Müll sammeln, Nistkästen bauen oder eine Kreidemalaktion für die Bewohner des Altenheims Freudenquell – die gemeinsamen und individuellen Möglichkeiten waren vielfältig. Das Motto des Freiwilligentags verweist auf die gebotene Vorsicht in Pandemiezeiten: „Gutes tun an einem Tag – Mit Abstand am besten“.

Dankeschön-Party diesmal nur online

Coronabedingt konnte daher die abschließende Dankeschön-Veranstaltung im Paul-Wunderlich-Haus diesmal nicht stattfinden. Stattdessen sollte das „Fest nach getaner Arbeit“ online gefeiert werden. Wer wollte, konnte über die Plattform wonder.me daran teilnehmen. Katja Schmidt von der Freiwilligenagentur der Bürgerstiftung lädt zum Auftakt am Vormittag noch einmal dazu ein. Marietta Böttger vom Vorstand des Vereins „Auf dem Drachenkopf“ weist in ihrer Ansprache nochmal auf die Bandbreite der Mitmach-Aktionen hin und benennt für wen die Helfer Gutes zun. „Wir tun das für die Gemeinschaft, für eine bestimmte Gruppe und für uns selbst“, sagt sie. Denn helfen bringe Freude und Selbstwertgefühl.