Johannes Gohlke spielt seit 21 Jahren Tischtennis. Vor sechs Jahren ist der 31-Jährige hauptsächlich des Sports wegen aus der Lausitz in den Barnim gezogen. Als Mannschaftsführer der 1. und 2. Mannschaft und Pressesprecher des TTC fiebert er dem Saisonstart freudig entgegen.

Herr Gohlke, sie spielen seit 21 Jahren Tischtennis. Sind Sie noch aufgeregt vor einem Saisonstart?

Ja klar. Es wäre schade, wenn es nicht so wäre. Wir mussten nun ja auch lange genug warten, dass wir wieder spielen dürfen. Und in dieser neuen Situation ist es eh alles spannender als sonst.

Das funktioniert nur mit einem Hygienekonzept. Wie sieht das in Ihrem Fall aus?

Die Abstandsregeln müssen eingehalten werden. Das gilt für Spieler und Zuschauer. Wir lassen maximal 50 Leute in die Halle, d.h. wir haben Platz für 25 bis 30 Zuschauer. Das haben wir getestet, um da wirklich auf der sicheren Seite zu sein. Für unsere drei Damenmannschaften und die erste Herrenmannschaft gilt außerdem die Maskenpflicht, wenn sie nicht spielen. Das kommt aber nicht von uns, sondern vom Deutschen Tischtennis-Bund.

Doppel mit Abstandsregeln nicht vereinbar

Sie sind auch in verschiedenen Funktionen beim Tischtennis-Verband Brandenburg tätig. Auch da haben Sie sich ausführlich mit dem Thema Corona beschäftigen müssen.

Ja, wir haben uns da entschieden, bis zum Ende des Jahres keine Doppel spielen zu lassen. Das lässt sich nicht mit den Abstandsregeln vereinbaren. Auch wenn diese Regeln in den kommenden Wochen gelockert werden sollten, bleiben wir erst einmal dabei. Falls die Zügel dann doch wieder angezogen werden, müssten wir wieder nachziehen und das wäre dann ein hin und her. Wir wollen aber lieber mit einer Marschroute durchspielen.

Wie kommt das bei ihren Spielern an? Viele sind es ja gewohnt, dass der Spieltag mit einem Doppel beginnt.

Begeistert ist niemand, aber sicher ist sicher. Dadurch geht für die Spieler natürlich Spielzeit verloren. Wir haben aber beschlossen, dass bei den Einzel die Spiele jetzt ausgespielt werden und nicht wie sonst mit dem Siegpunkt Schluss ist. So haben die Spieler mehr Spielzeit und können, trotz Niederlage noch persönliche Punkte für die Rangliste sammeln. Außerdem geht der Spaß verloren, wenn man eine gefühlte Ewigkeit zu Auswärtsspielen unterwegs ist, nur um dann kurz an den Tisch zu kommen. Ich glaube, dass das daher die momentan beste Lösung ist.

Nicht-Abstieg als Ziel für beide Teams

Bleibt da der Spielspaß nicht auf der Strecke?

Hoffentlich nicht. Wir sind ja froh, überhaupt wieder an die Kelle zu dürfen. Klar, einige sind skeptisch, einige auch gelassen. Wir schauen mal, wie die Stimmung nach ein paar Wochen ist.

Welche sportlichen Ziele haben Sie beim TTC Finow Eberswalde?

Unsere 1. und 2. Männermannschaft sind aufgestiegen und die Ziele für beide sind klar: Nicht-Abstieg und sich in den neuen Ligen zurechtfinden. Wir haben starke Spieler, wie die Kirsten-Brüder und mit Andre Depta einen Neuzugang aus Hennigsdorf, der gern bei uns spielen wollte. Leider fällt Bernhard Thiel krankheitsbedingt länger aus, was uns sowohl persönlich, als auch sportlich betrübt. Bei den Damen heißt es ebenfalls erst einmal Punkte sammeln gegen den Abstieg und dann schauen wir weiter.

Der TTC  ist bekannt für eine gute Jugendarbeit. Wie sind Sie da aktuelle aufgestellt?

Der Nachwuchs ist auf einem guten Weg. Wir haben wieder einige junge Spieler, die sich bewähren wollen. Allein vier neue Talente beweisen sich in der U10-Verbandsrangliste. Da sind wir sehr gespannt, wie sie sich schlagen. Also wir in der Breite und in der Spitze sehr gut aufgestellt.

Der TTC  Finow Eberswalde ist bereit


Während die Frauenteams noch nicht ins Geschehen eingreifen, müssen die Männer gleich im ersten Saisonspiel Farbe bekennen. Nach der direkten Rückkehr in die Verbandsoberliga Ost haben die Finower Heimvorteil. Am Sonnabend ist um 14 Uhr in der Heinz-Seeger-Halle mit dem Vorjahresfünften SC Charlottenburg ein spielstarkes Sextett zu Gast. Finow  hat Philipp Höhn, Holm Kirsten, Bernhard Thiel, Erik Kirsten, Andrè Depta und Nils Postler als Stammteam gemeldet. Für den erkrankten Bernhard Thiel rückt der 15-jährige Johannes Bernitz nach.