Unwetter: Feuerwehr selbst Opfer des Unwetters in Eberswalde
Mehr als 70 Einsätze stehen fürs vergangene Wochenende bei der Profi–Mannschaft zu Buche.
So viele wie sonst fast in einem Monat. Geflutete Straßen, vollgelaufene Keller, der Brand in der Brachlowstraße in Finow. Die Männer waren allerorten gefordert. So auch in der Breiten Straße/Ecke Oderberger Straße. Die Wassermassen hatten die Gullydeckeln angehoben. An einem blieb ein Bus hängen. Infolge eines Getriebeschadens liefen Betriebsstoffe aus. Die bei Starkregen, Hagel, Sturmböen und Gewitter zu binden, laut Feuerwehr kein einfaches Unterfangen.
Den Helfern helfen
Auch das THW war im Dauerstress. Am frühen Nachmittag kam es zu einem besonderen Einsatz. Die Leitstelle Nord–Ost in der Eberswalder Straße stand unter Wasser. In dem Gebäude sind nicht nur die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Finow untergebracht, sondern auch der Rettungsdienst hat hier eine Wache sowie im Obergeschoss die Leitstelle ihre Räume. Durch den Starkregen drang an mehreren Stellen Wasser in den Keller ein. Dort befindet sich, unter anderem, der Serverraum. Teilweise soll das Wasser bis zu 50 Zentimeter hoch gestanden haben, heißt es. Die Technik drohte auszufallen. Nach dem Leerpumpen wurde das Wasser mittels 240 Sandsäcke umgeleitet.
Noch während der Arbeiten in der Eberswalder Straße erhielt das THW einen weiteren Einsatzauftrag. Fünf Helfer fuhren in die Finower Straße. Hier lag eine Baumkrone auf der Fahrbahn. Auch im Technologie– und Gewerbezentrum blockierte ein umgestürzter Baum den Fahrstreifen. Der dortige Kreisverkehr war daher eine Zeit lang nicht befahrbar. Des Weiteren mussten in der Weinbergstraße mehrere Keller ausgepumpt werden. Zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr wurde das Wasser in die nahe gelegene Schwärze umgeleitet. Teilweise stand das Wasser hier sogar bis zu 90 Zentimeter hoch. Das THW war bis kurz vor Mitternacht im Einsatz.
Wie hoch der Schaden in der Leitstelle ist, konnte das Landratsamt am Montag noch nicht sagen. „Das wird noch ermittelt“, so eine Sprecherin der Kreisverwaltung. Dazu sei man auch im Gespräch mit der Stadt Eberswalde. „Denn wir sind dort Mieter.“ Auch die Erforschung der Ursachen für den Wassereinbruch laufe. Sowohl Leitstelle wie auch Feuerwehr seien aber einsatzbereit, heißt es aus der Wache an der Eberswalder Straße. Bürgermeister Friedhelm Boginski hatte sich dort vom Ausmaß gleich am Montagmorgen ein Bild gemacht. Er dankte den Rettungskräften. Sie hätten Ärgeres verhindert.
Britz mit voller Wucht getroffen
Hart getroffen hat es auch die Eberswalder Nachbargemeinde Britz, wo gleich mehrere Fahrbahnen unter Wasser standen: die Heegermühler Straße, die Dorfstraße, Am Grund, Wilhelmstraße, Friedrichstraße sowie Blütenberger Weg. Der erste Alarm ging gegen 15.20 Uhr. „Und zwar aus Serwest“, erinnert sich Daniel Gerhardt, stellvertretender Wehrleiter. Auf dem Weg dorthin wurde allerdings bereits der erste Notfall in Britz gemeldet. Die Männer und Frauen machten Kehrt, um in der Heimatgemeinde die Schmutzwasserpumpen anzuwerfen. In den Vorjahren war Britz von nennenswerten Schäden durch Unwetter verschont geblieben oder kam glimpflich davon. Diesmal aber habe es das Dorf mit voller Wucht getroffen, schätzt Gerhardt ein.
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