Die Corona-Krise mag zwar auch im Kreis Barnim noch immer nicht so ganz ausgestanden sein. Aber der Veranstaltungskalender ist schon wieder fast so voll wie vor der Pandemie. Mit der Folge, dass sich Unternehmungslustige genau überlegen müssen, wohin es sie zieht.
Liebhaber historischer Fahrzeugtechnik kommen beim 18. Eberswalder Veteranentreffen auf ihre Kosten, das am 7. Mai bei der Barnimer Busgesellschaft an der Poratzstraße 68 beginnt. Dort treffen sich zwischen 8 und 10 Uhr die Oldtimerfreunde mit und ohne fahrbaren Untersatz.

Durchhalten wichtiger als Schnelligkeit

„Wir erwarten Autos und Motorräder, die bis zu 80 Jahre alt sind“, sagt Thomas Kühl, der als Fahrtleiter in der Verantwortung steht. Um 10 Uhr brechen die rollenden Vertreter der Automobilgeschichte zu einer Zuverlässigkeitsfahrt auf, die über 113 Kilometer unter anderem Liepe, Oderberg, Stolzenhagen, Hohenwutzen, Neureetz, Altranft, Bad Freienwalde und Niederfinow berührt. „Hier geht es nicht um Schnelligkeit, sondern ums Durchhalten“, betont Thomas Kühl. Ab etwa 14.30 Uhr würden die ersten Teilnehmer wieder bei der Barnimer Busgesellschaft eintreffen. Dort könnten die Fahrzeuge noch bis 16 Uhr bewundert werden.
Ab 10.50 Uhr sind am 7. Mai auch wieder historische Oberleitungsbusse in der Barnimer Kreisstadt unterwegs.

93 Barnimer Ateliers öffnen ihre Türen

Wer sich lieber zu den schönen Künsten hingezogen fühlt, ist am 7. und am 8. Mai bei den Tagen des offenen Ateliers gut aufgehoben, an denen sich 93 Künstler aus dem Barnim beteiligen. Maler, Bildhauer, Grafiker, Keramiker, Modemacher, Schmuckdesigner, Illustratoren und Fotografen lassen sich am 7. Mai von 14 bis 19 Uhr und am 8. Mai von 11 Uhr bis 18 Uhr über die Schulter schauen. Einige Akteure bieten zudem Kunstaktionen oder ein kulturelles Rahmenprogramm.
Um Schönheit und Eleganz geht es überdies beim Kinder- und Jugendfestival in Eberswalde, das am 7. Mai um 14.15 Uhr auf dem Marktplatz eröffnet wird. „Endlich bietet sich nach der sehr schwierigen Corona-Zeit jetzt wieder tanzbegeisterten Kindern und Jugendlichen aus Eberswalde, dem Landkreis Barnim und aus der Region eine Plattform, ihre Leistungen zu präsentieren“, sagt Heike-Doreen Klein vom Förderkreis für künstlerische Jugendfestivals, der das Spektakel im Zentrum der Barnimer Kreisstadt organisiert.
Eine Bühne für den Nachwuchs: Hier tanzt AWO-Kita Kinderland vor den Besuchern des Barnimer Kinder- und Jugendfestivals auf dem Marktplatz in Eberswalde. Das Foto stammt vom Mai 2017.
Eine Bühne für den Nachwuchs: Hier tanzt AWO-Kita Kinderland vor den Besuchern des Barnimer Kinder- und Jugendfestivals auf dem Marktplatz in Eberswalde. Das Foto stammt vom Mai 2017.
© Foto: Thomas Burckhardt (Archiv)
Die Intention sei es, über die sinnvolle Freizeitgestaltung die Kinder und Jugendlichen zu Gewinnern zu machen.

Grüner Markt an den Gewächshäusern

Um allen Tanzbegeisterten die Möglichkeit zur Teilnahme zu geben, werden wie immer weder Startgelder noch Kautionen erhoben, und selbstverständlich, um allen Familien und Besuchern ein tolles Wochenende ermöglichen zu können, ist der Eintritt völlig kostenfrei.
Am 8. Mai gibt es auf dem Gewächshausgelände des Forstbotanischen Gartens der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde von 10 bis 17 Uhr wieder einen Tag der Sortenvielfalt.
„Zum 13. Mal treffen sich Gärtner und Händler zu einem bunten Pflanzenmarkt rund um das Gewächshaus des Forstbotanischen Gartens der HNEE, um eine großen Vielfalt alter und neuer Nutzpflanzen sowie samenfestes Saatgut anzubieten“, teilt Veronika Brodmann von der Stiftung WalWelten mit, die neben dem Forstbotanischen Garten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung zu den Veranstaltern gehört. Wer seltene Sorten für den Garten suche oder ein besonderes Geschenk zum Muttertag brauche, ist dort genau richtig.

Umfangreiches kulturelles Begleitprogramm

Frei nach dem Motto „Erhalte die Vielfalt“ können die Besucher an diesem Tag unter anderem Pflanzenraritäten, Hexenkräuter und Färberpflanzen erwerben. Neben den Expertentipss an den einzelnen Marktständen gibt es auch Workshops wie zum Beispiel eine Einführung ins „Shinrin Yoku“, eine Art Waldbaden, oder zur Samenball- und Seifenkugelherstellung. „Ein buntes Kinderprogramm mit Strohhüpfburg, Kinderschminken, Slackline, Riesenseifenblasen und Schnipseljagd im Forstbotanischen Garten sowie kulinarische Köstlichkeiten von regionalen Händlern laden zum Verweilen ein“, informiert Veronika Brodmann. Umrahmt werde der Markt wieder mit einem bemerkenswerten musikalischen Angebot von Klassik bis Klezmer und einem Gastspiel des Kinderzirkus „Hand in Hand“.

Erfrischende Einsichten vom platten Land

Doch damit noch immer nicht genug: Auch die Prost-Genossenschaft in Eberswalde beendet ihre Corona-Zwangspause. Und zwar mit dem Theaterstück „Die Kümmerer“ über die Nöte unserer Dörfer mit Jens-Uwe Bogadtke, Franziska Hayner und Kay Dietrich, das vom Oderbruchmuseums zum Jahresthema (2020) „Menschen“ produziert wurde.
„Heike, Klaus und Renate halten das Dorf am Laufen. Das wird täglich schwieriger, denn immer weniger Leute beteiligen sich an Chor, Feuerwehr und Heimatverein. Außerdem ist das Dach im Gemeindehaus nicht mehr dicht. Als ein neuer Dorfwettbewerb den Anschluss an eine Bahnlinie verspricht, machen sie mit, um frischen Wind in den Ort zu bringen. Aber der Antrag hat seine Tücken: Man soll neue und innovative Maßnahmen versprechen, obwohl man doch genug damit zu tun hat, zu erhalten, was noch da ist. Also verfallen die drei auf einen Trick. Sie spielen der Jury ein Leben vor, das gerade zu verschwinden droht. Was ist Wahrheit, was ist Lüge? Und was nützt dem Dorf?“, heißt es in der Pressemitteilung, die von der Prost-Genossin Steffi Schneemilch weitergeleitet wurde.

Ticket-Reservierung ab sofort möglich

Gespielt wird am 7. Mai ab 20 Uhr in der Johanniskirche an der Friedrich-Engels-Straße in Eberswalde und am 8. Mai ab 18 Uhr im Dietrich Bonhoeffer Haus im Brandenburgischen Viertel. Einlass ist eine Stunde vorher.
Für das Theaterstück gilt: Eintritt bei Austritt. Soll heißen, das Publikum gibt am Ausgang, was ihm der Abend und der kulturelle Beitrag wert waren.