Vorwürfe gegen Till Lindemann
: Stahlzeit treten trotz Skandal um Rammstein in Eberswalde auf

Till Lindemann bestimmt derzeit die Schlagzeilen. Die Rammstein-Tribute-Band Stahlzeit tritt trotz der Diskussionen in Eberswalde auf. Ihr Blick auf den Skandal und wie der Kartenverkauf läuft.
Von
Markus Pettelkau
Eberswalde
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Optisch und akustisch nahe am Original: Stahlzeit covern mit absoluter Detailverliebtheit Songs von Rammstein. Am 15. Juli tritt die Band erneut in Eberswalde auf.

Markus Pettelkau

Innerhalb weniger Wochen hat sich das öffentliche Bild der Metalband Rammstein gewaltig gewandelt. Bisher war die Band als musikalisch streitbare, provokative und mit deftigem Humor ausgestattete Truppe bekannt. Die Band war und ist international anerkannt. Nachdem mehrere Frauen dem Sänger Till Lindemann öffentlich sexuellen Machtmissbrauch vorgeworfen haben, ist die öffentliche Stimmung aber gekippt. Bundesweit wird öffentlich diskutiert und gemutmaßt, wie die Vorwürfe zu bewerten sind.

Die Coverband Stahlzeit lebt vom Ruf Rammsteins. Mit 70 bis 80 Auftritten pro Jahr gilt das Sextett als erfolgreichste und spektakulärste Rammstein-Tribute-Band Deutschlands. Die Konzerte sind regelmäßig ausverkauft, das Publikum ist begeistert. Auch beim Auftritt in Eberswalde im vergangenen Jahr ließ die Band ein verschwitztes und glückliches Publikum zurück. Und auch Eberswalde hinterließ Eindruck bei der Band.

Stahlzeit-Konzert in Eberswalde findet statt

Am 15. Juli wird Stahlzeit erneut im Eberswalder Familiengarten auftreten – ungeachtet des Skandals. Zu den Vorwürfen gegen das große Vorbild will sich die Band nicht äußern. Selbstverständlich habe man die Medienberichte verfolgt, aber darum gehe es bei Stahlzeit nicht. „Wir zollen dem künstlerischen Bühnenwerk Tribut. Wir präsentieren eine Bühnenshow, die dem Original nahekommt. Es ist fast vergleichbar mit einer Theaterinszenierung, mit vielen Effekten, lauter Musik und auch provokanten Texten, wie man sie von Rammstein seit jeher kennt“, sagt Mathias Schaettgen vom Management der Band.

Die Diskussion führt laut Schaettgen auch zu weit. „Teilweise wurde in der Öffentlichkeit ein allgemeines Bild der Konzertbranche gezeichnet, welches wir so in der Realität nicht kennengelernt haben. Hier wäre eine differenzierte Betrachtungsweise aus unserer Sicht sehr wünschenswert.“ Zudem habe man sich an geltenden Grundrechten zu orientieren. „Jeder Angeklagte gilt bis zum rechtsförmlich erbrachten Beweis seiner Schuld als unschuldig“, mahnt Schaettgen.

Nachfrage nach dem Skandal gestiegen

Tatsächlich trägt der Skandal Blüten, die kaum erklärbar sind. Nicht nur, dass die Albumverkäufe von Rammstein wieder angezogen sind, auch Stahlzeit profitiert indirekt vom Skandal. „Tatsächlich stellen wir in den letzten Wochen eine verstärkte Ticketnachfrage fest“, gibt Schaettgen zu, ohne die Situation weiter bewerten zu wollen.

Er hofft aber, dass das Publikum zwischen dem künstlerischen Werk und den Vorwürfen unterscheidet. „Wir bescheren unserem überaus friedfertigen Publikum beeindruckende Konzerterlebnisse. Wir als Stahlzeit stehen schon immer für Toleranz und Respekt und verurteilen Übergriffigkeiten jedweder Art, unabhängig davon, wo oder wie diese stattfinden. Unsere Freude auf die kommenden Konzerte, die alle wie geplant stattfinden werden, ist groß. So auch am 15. Juli in Eberswalde.“

Stahlzeit

Offiziell besteht die Band seit Anfang des Jahres 2004. Seit 2005 tritt Stahlzeit offiziell als Tribute-Band in Erscheinung. Auch die Bühnenshow von Stahlzeit ist an die von Rammstein angelehnt: Pyrotechnik, die Bühnendekoration sowie Spezialeffekte sind an das Original angelehnt.
Die Band besteht aus Helfried Reißenweber (Gesang), Matthias und Mike Sitzmann (Gitarren), Samir Elflein (Bass), Ron Huber (Keyboard) und Thomas Buchberger-Voigt (Schlagzeug).