Waldbrand im Barnim: Ungewöhnliche Kooperation – so werden Waldbrände früh erkannt

Waldbrände früh erkennen: Künstliche Intelligenz hilft neuerdings beim Wald- und Umweltmonitoring. Sie liefert Informationen für eine punktgenaue Löschung von Schwelbränden und zur Waldgesundheit. Dryad nutzt dazu ein Gateway (Netzinfrastruktur), Gassensoren (Mitte) und die Komponente für den Netzwerk-Server (rechts).
Viola Petersson1.240 Hektar Wald wurde allein in Deutschland im vergangenen Jahr durch Waldbrände zerstört. Das entspricht fast 1.800 Fußballfeldern. Brandenburg ist das Bundesland mit der höchsten Waldbrandgefahr. Das zeigen die Statistiken der vergangenen Jahre. Die meisten der 1.060 Waldbrände in Deutschland sind 2023 in unserem Bundesland ausgebrochen. Es wurden 251 Brände auf rund 765 Hektar gezählt.
Wie schnell es gehen kann, dass ein Brand nicht nur Wälder zerstört, sondern auch das Umland lahmlegen kann, zeigte sich auch im Landkreis Barnim mehrfach. Im Mai 2023 gab es zwei große Brände in Wandlitz und bei Joachimsthal.
Mit Technologie aus Eberswalde gegen Waldbrand
Waldbrände sind gerade in Dürre-Sommern eine große Gefahr für Leib und Leben. Dryad Networks aus Eberswalde dämmt diese mit einer innovativen Idee ein. Die Firma bietet Lösungen zur Früherkennung von Waldbränden. Über mehrere Jahre wurde ein drahtloses Umweltsensornetzwerk entwickelt, das auf einem offenen Standard für Funknetze mit großer Reichweite basiert.
Mittlerweile ist das Start-up auf dem Weg zum Weltmarktführer, der auch auf anderen Kontinenten aktiv ist. „Wir haben inzwischen 50 Installationen weltweit, mit knapp 20.000 Sensoren“, erklärte Geschäftsführer Carsten Brinkschulte vor einigen Wochen gegenüber diesem Nachrichtenportal.
Kooperation zu beider Seiten Nutzen
Dryad Networks nutzt seit diesem Jahr auch den Stiftungswald der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal als Forschungsgebiet für ihre Waldbrandfrüherkennungssysteme. Die Systeme, die mithilfe von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen kontinuierlich verbessert werden, dienen dem Wald- und Umweltmonitoring. Sie liefern dabei Informationen für eine punktgenaue Löschung von Schwelbränden durch Drohnen.

Waldbrände in Brandenburg: Die Feuerwehr bei Löscharbeiten in Joachimsthal bei Barnim. Im Mai 2023 brach hier ein großer Waldbrand aus, der die Feuerwehr über mehrere Tage beschäftigte.
Julian Stähle/tv7news.de/dpa„Die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal setzt sich für den Schutz und Erhalt unseres gemeinsamen Lebensraums ein und strebt nach einem guten Leben für alle. Mit ihrer ökologischen, Naturland-zertifizierten Landwirtschaft und ihren 290 Hektar großen PEFC-zertifizierten Waldflächen, auf denen sowohl ökologische, ökonomische als auch soziale Aspekte Berücksichtigung finden, engagiert sich die Stiftung für einen nachhaltigen und regenerativen Umgang mit der Natur“, erklärt Pressesprecher Wolfgang Kern.
So funktioniert das Frühwarnsystem gegen Waldbrände
Brände sollen schon in der Schwelbrandphase erkannt werden. Sensoren sollen dazu alle 130 Meter an Bäumen angebracht werden, alle zwei Kilometer muss ein sogenannter Repeater installiert werden, der das Signal in das Netzwerk einspeist. Satelliten erkennen Brände meist erst, wenn sie schon eine bestimmte Größe haben, das System von Dryad Networks soll die Brände weitaus früher erkennen.
Die Zusammenarbeit zwischen Dryad Networks und der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal zeige, wie innovative Technologien und nachhaltige Waldwirtschaft gemeinsam zum Gemeinwohl beitragen können. „Die Forschung im Stiftungswald ermöglicht es, die Sensitivität und Zuverlässigkeit der Waldbrandfrüherkennungssysteme kontinuierlich zu verbessern, die Reaktionszeit im Notfall drastisch zu verkürzen und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit unserer Wälder und der Menschen zu leisten“, so Kern weiter.


