Waldweihnacht Eberswalde
: So wird der Forstbotanische Garten in Szene gesetzt

Dustin Traut illuminiert die Anlage am Schwappachweg in Eberswalde und bringt den Wald zum Leuchten. Bis zum vierten Advent lädt die Stiftung Waldwelten dort zum Lichterspaziergang ein.
Von
Viola Petersson
Eberswalde
Jetzt in der App anhören
Waldweihnacht der Stiftung Waldwelten im Forstbotanischen Garten in Eberswalde am 13.12.2025

Höhepunkt der Waldweihnacht: die abendliche Performance auf der Festwiese nach der Choreografie von Janana Klemm. Für die Vorführung vor großer Kulisse gab es am Samstagabend viel Beifall. Die Darsteller haben die Gäste einmal mehr begeistert.

Thomas Burckhardt
  • Die Waldweihnacht im Forstbotanischen Garten in Eberswalde findet dieses Jahr zum 16. Mal statt.
  • Lichttechniker Dustin Traut installierte 488 Lampen und 8 km Kabel für den Lichterspaziergang.
  • Die Veranstaltung, erstmals 2010, bietet Elfen, Waldgeister und künstlerische Darbietungen.
  • Der Lichterspaziergang entstand während der Corona-Pandemie und ist bei freiem Eintritt zugänglich.
  • Farbige Lichteffekte und kreative Objekte schaffen eine magische Atmosphäre im Garten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Berlin hat einen Christmas Garden. Eberswalde hat die Waldweihnacht. Und den Lichterspaziergang im Forstbotanischen Garten. Letzteres – im Unterschied zur Hauptstadt – bei freiem Eintritt. Bis zum vierten Advent können Gäste am Schwappachweg durch die etwa acht Hektar große Anlage flanieren.

Und den Zauber der waldähnlichen Einrichtung genießen. Längst ist das Angebot der Stiftung Waldwelten in Kooperation mit der Hochschule HNE über die Grenzen von Eberswalde hinaus bekannt. Dabei ist der Lichterspaziergang eigentlich aus einer Not heraus geboren worden. Nämlich während der Corona-Pandemie.

Waldweihnacht der Stiftung Waldwelten im Forstbotanischen Garten in Eberswalde am 13.12.2025

Bis zum 21. Dezember lädt die Stiftung Waldwelten zum Lichterspaziergang im Forstbotanischen Garten Eberswalde ein.

Thomas Burckhardt

2010 hatte die Waldweihnacht Premiere. Als „magische Weihnachtsfeier für die ganze Familie“ bzw. als Reise in eine andere Welt. Eine Welt mit Waldgeistern und Feen beispielsweise. Von Anfang an dabei ist Lichttechniker Dustin Traut.

Er verwandelt den Forstbotanischen Garten, eine wissenschaftliche Einrichtung der HNE, in eine Art Märchenwald, verleiht der Anlage einen mystischen, etwas geheimnisvollen und gleichsam festlichen Charakter. Einfach eine zauberhafte Stimmung. Wobei sich der 36-jährige Traut nicht als Lichtkünstler bezeichnet, sondern eben als Techniker. Womit er sein Licht, wie die Resonanz inzwischen zeigt, etwas unter den Scheffel stellt.

488 Lampen bringen den Wald zum Leuchten

Die Veranstaltung sei über die Jahre gewachsen. „Am Anfang bin ich mit meinem Pkw vorgefahren.“ Darin hatte alles Platz, was er für die Ausgestaltung der Waldweihnacht brauchte. Inzwischen seien es seinen Worten zufolge sechs Tonnen Material. Dafür brauche es zwei größere Transporter und einen Anhänger. In diesem Jahr habe er 488 Lampen, 600 Meter Lichtschlauch und um die acht Kilometer Stromkabel „verbaut“, um den Garten zu illuminieren. Gut eine Woche habe die Installation beansprucht. Und er hatte, wie in den Vorjahren, Unterstützung durch zwei, drei freie Mitarbeiter.

Zuletzt habe er für Aufbau und Veranstaltung extra Urlaub genommen, etwa anderthalb Wochen. Denn bis Kurzem war Traut als gelernter Krankenpfleger in einer Eberswalder Klinik tätig. Im Drei-Schicht-Betrieb. Seit 1. Oktober jedoch ist er in einer Veranstaltungsfirma angestellt. „Ganz am Anfang habe ich versucht, das irgendwie mit dem Dienstplan auf Station zu koordinieren“, erinnert sich Traut. Wenn es mal nicht funktioniert hat, „habe ich hier auch schon nachts aufgebaut“. Das sei jetzt nicht mehr nötig.

Wie ist der Krankenpfleger überhaupt zu dem „Job“ als Lichttechniker und dem Engagement im Forstbotanischen Garten gekommen? Er habe sich schon immer für Veranstaltungstechnik interessiert, erzählt Dustin Traut. „Von meinem Jugendweihegeld habe ich mir meine erste Anlage gekauft“, weiß er noch genau. „Und während der Schulzeit, am Gymnasium Finow, habe ich die AG Schulfunk geleitet.“

Waldweihnacht der Stiftung Waldwelten im Forstbotanischen Garten in Eberswalde am 13.12.2025

In eine geheimnisvolle Atmosphäre getaucht: der Forstbotanische Garten. 488 Lampen und Strahler sorgen für die Magie.

Thomas Burckhardt

Irgendwann sei er vom Lichtkünstler Henrik Schade angesprochen worden, ob er nicht mal beim „Inselleuchten“ in Marienwerder mitmachen wolle. Schade hat bekanntlich diese besondere Konzertveranstaltung – damals auf der Insel an der Schleuse Leesenbrück – in Szene gesetzt. Traut hatte Lust. Und war fortan dabei. Ebenso wie bei Jazz in E. sowie beim Filmfest Eberswalde. Inzwischen komme er auf 20 bis 25 Veranstaltungen mit seiner kleinen Firma Veranstaltungsservice Dustin Traut, die er gegründet hat. Ein sogenanntes Kleingewerbe, wie der Eberswalder sagt. Von Purpur bis zum Reclaimfestival am Werbellinsee, das sei das Spektrum.

Die Waldweihnacht zählt laut Traut mit dem Lichterspaziergang aber zu den anspruchsvollsten Events, die er realisiert und betreut. Zum einen sei es eine Veranstaltung mit inzwischen sehr, sehr vielen Besuchern. Die Waldweihnacht, bei der er auch für den Ton verantwortlich zeichnet, zieht mittlerweile jedes Jahr Tausende Gäste an. Zum anderen werde eine „große Fläche“ bespielt. Ein Areal, das durch die Corona-Pandemie noch einmal deutlich gewachsen ist.

Lichtplan wird jedes Jahr angepasst

Und trotz einer gewissen Routine, die er über die Jahre gewann, „jedes Jahr erstelle ich einen neuen Plan“. Ein paar Monate vor der Veranstaltung, also im Sommer, erarbeite er ein Lichtkonzept und einen Stromplan. Dazu gehe er noch einmal drei bis vier Stunden durch den Garten, auch wenn er den inzwischen beinahe in- und auswendig kennen dürfte. In das Konzept fließen selbstverständlich die Erfahrungen des Vorjahres ein. Was hat gut funktioniert? Was vielleicht weniger? Gibt es neue Ideen?

Waldweihnacht

Zauberhaft: Fabelhafte Wesen sind im Garten unterwegs.

Thomas Burckhardt

Farblich gesehen, dominieren – eben weil es um Weihnachten geht – Rottöne und Orange, verrät Traut schon mal. Auch wenn er sich eher als Techniker sieht, so beweist er doch viel Kreativität. Neben ganz „normalen“ Strahlern gibt es etwa Leuchtobjekte Marke Eigenbau. Objekte, die zum Beispiel wie große, bunte Schneeflocken anmuten. Dabei seien Kanister mit Stretchfolie umwickelt. Im Inneren wiederum „liegen“ die mit bunter Folie versehenen Lampen.

Apropos Schnee. Die weiße Pracht sei für die Waldweihnacht - mit ihren fabelhaften Wesen - sowie den Lichterspaziergang natürlich die schönste Kulisse. „In den ersten Jahren gab es sogar Glatteis, sodass die Wege gestreut werden mussten“, erinnert er sich. Für den Aufbau sei trockenes Wetter ideal. Regen könne hingegen schon mal zum Problem werden. Seit 2010 sei quasi alles dabei gewesen. Was zweifellos auch zur Herausforderung der Veranstaltung gehört. Eine Herausforderung, der sich Traut, der mit seinem langen schwarzen Bart irgendwie selbst wie ein Waldgeist anmutet, gern stellt.

Waldweihnacht der Stiftung Waldwelten im Forstbotanischen Garten in Eberswalde am 13.12.2025

Um die Elemente Feuer und Wasser dreht sich alles beim Walking Act.

Thomas Burckhardt

Waldweihnacht: am 13. und 14. Dezember von 14 bis 20 Uhr mit künstlerischen Darbietungen und einem Walking Act (Pkw-Parkplätze stehen am Zoo zur Verfügung); ab 15. bis 21. Dezember täglich von 16 bis 19 Uhr Lichterspaziergang bei freiem Eintritt (es werden Getränke angeboten)