Bereits eine gute halbe Stunde vor der offiziellen Eröffnung vom Weihnachtsmarkt waren die ersten Neugierigen da und schauten mit gespannter Ruhe und Vorfreude den letzten Aufbauarbeiten zu. Gegen 14 Uhr wurden dann das Tor geöffnet und die Besucher konnten auf den Festplatz Am Schwanenteich strömen.
Anfangs besonders begehrt war der Stand mit Kaffee, Stollen und Quarkbällchen. Ein zarter Hauch dieser Köstlichkeiten legte sich auch schnell auf den Festplatz. Natürlich waren auch all die anderen Weihnachtsklassiker vom Glühweinstand bis hin zur Bratwurst mit dabei. Besonders beliebt bei den Kleinen der Stand mit kandierten Früchten, gebrannten Mandeln und Zuckerwatte.
Vor der offiziellen Eröffnung durch Viktor Jede, Vorsitzender des Stadtteilvereins Finow und Prof. Dr. Jan König, Wirtschaftsdezernent der Stadt Eberswalde, hatte MOZ.de Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch mit beiden.

Süßigkeiten vom Weihnachtsmann für alle Kinder

Viktor Jedes Ziel war, dass „kein Kind den Platz verlassen haben sollte, ohne vom Weihnachtsmann eine Süßigkeit bekommen zu haben.“ Der Weihnachtsmarkt ging nur einen Tag, denn: „Die Händler, die hier sind, das sind alles Hobbyaussteller. Die können nur einen Tag, anders ist das nicht zumutbar.“ Der Stadtteilverein organisierte den Weihnachtsmarkt.
„Die Kooperation gibt es seit 2013“, so Jan König. 2013 gab es einen Händlerstammtisch, aus diesem heraus habe sich der Weihnachtsmarkt gegründet und wird seit 2015 vom Stadtteilverein Finow durchgeführt. König berichtete, dass die Stadt ganz praktisch unterstützt. Sie stellt zum Beispiel die Hütten zur Verfügung und hilft über den Bauhof beim Aufbau mit.

Regionale Händler von Berlin bis Eberswalde

Die Händlerinnen und Händler kamen alle aus der Region, laut Viktor Jede aus Bernau, Groß Schönebeck oder Eberswalde, aber auch aus Berlin. Heike Stermann aus Biesenthal betreibt ein Nebengewerbe mit Produkten aus Glas und Holz. Sie gestaltet Bilder und Fotos auf Flaschen und auf Holz in vielfältiger Art und Weise, fertigt Windlichter und baut Tabletts – und hiermit sind keine elektronischen Geräte gemeint. „Es ist eine Serviettentechnik mit Reißpapier. Zum Schluss kommt ein Schutzlack darauf, der auch die Feuchtigkeit abhält.“ Ein Großteil der Produkte an ihrem Stand waren Glasflaschen, die auch als Lampe benutzt werden können. Inspiration für sie war, dass sie selber einmal eine solche Flasche auf einem Weihnachtsmarkt entdeckt hatte.
Nur ein paar Meter weiter hatten Schülerinnen und Schüler der dreizehnten Klasse aus dem Oberstufenzentrum II in Eberswalde einen Kuchenstand aufgebaut. Sie haben Kuchen und salziges Gebäck verkauft. So wollten sie einen Teil der Finanzen für ihren Abi-Ball am 24. Juni 2023 erwirtschaften.

Aus alt mach neu

Ein wahrhaft buntes Bild bot sich am Stand von „Krummsummsell“, einem noch jungen Berliner Label. Es stellt Taschen verschiedenster Größen her und verwendet dabei ausschließlich Stoffreste. Susanne Hilbert sagte dazu: „Jede Frau kennt das, wenn man Handtaschen wechselt, dann braucht man so eine Innentasche. Also eine Tasche, die man von einer Tasche in die andere Tasche tun kann. Die Taschen von uns sind alle handgemacht und Einzelstücke. Sie sind meistens aus recyclebarem Stoff, wie zum Beispiel Jeans. Aber auch aus Stoffresten oder Materialien, die man in den meisten Stoffläden kaufen kann.“ Ergänzt wurde das Angebot von selbstgemachten Portemonnaies und Postkarten.
23 Verkaufsstände sorgten für ein vielfältiges Angebot. Eine offene Feuerstelle und vier Feuersäulen boten Gelegenheit zum Aufwärmen. Denn minus drei Grad am Nachmittag waren schon knackig kalt, konnten aber nicht mithalten mit dem Tag, an dem der Finower Weihnachtsmarkt zum ersten Mal stattfand: da hatte es laut Viktor Jede minus 26 Grad.