Der Finowkanal ist von Eis bedeckt. Das ist selten genug, erreicht doch die Feuerwehr Eberswalde am Montag Nachmittag ein dringender Hilferuf „Hilfeleistung Tier in Not“, der sofort über alle Funkkanäle verbreitet wird.

Vorsichtig tastend über das dünne Eis erreicht der Feuerwehrmann den Vogel

Schnell sind die Frauen und Männer der Berufsfeuerwehr Eberswalde vor Ort. Sie finden nach einiger Suche unterhalb der Wilhelmsbrücke ein schwarzes gefiedertes Bündel im Eis, das schon fast aufgegeben hat. Doch die Helfer in den dicken Neopren-Anzügen haben nicht umsonst gerade geübt, wie Leben aus dem Eis zu retten ist.

Kormoran an sicherer Stelle nach dem großen Schrecken ausgesetzt

Während sich einer der Feuerwehrleute an einem Seil zur eigenen Sicherheit befestigt, das von zwei Berufskollegen gehalten wird, tastet er sich langsam vorwärts in Richtung Vogel. Bei näherem Hinschauen stellt sich heraus, dass es sich um einen Kormoran handelt. Bei Fischern nicht besonders beliebt, hat es das Tier offenbar aus Schwäche nicht mehr geschafft, vor der Nachtkälte zu fliehen. Es friert ein und muss nun gerettet werden.

Dringende Warnung vor dem Betreten des Finowkanal-Eises

Der Feuerwehrmann greift den völlig erschöpften Kormoran und legt ihn in eine Tierbox, um den Vogel ungehindert vom Eis zu bekommen. Langsam tastend arbeitet sich der Mann im dicken Anzug zurück zu seinen Kollegen. Das Eis, warnen die Feuerwehrmitstreiter, sei zu dünn, das Fließwasser im Kanal zu gefährlich. Nachahmen sollte niemand den gefährlichen Spaziergang. An einer sicheren Stelle wird der Kormoran ausgesetzt. Er ist wieder in Freiheit.