Wohnungsbau: Fast auf gepackten Koffern im Eberswalder Leibnizviertel

Hat gut lachen: Mieterin Monika Huwe auf ihrem Balkon. Auch diese Vorbauten werden im Zuge der Sanierung komplett erneuert. Im April soll es mit den Arbeiten an der Virchow-Straße 17–25 richtig losgehen.
MOZ/Thomas BurckhardtIn puncto Wohnkomfort schon. Der Block Virchow-Straße 17–25 wird jetzt saniert. Die städtische Wohnungsgesellschaft WHG investiert bis zum Jahresende 6,6 Millionen Euro. „Wir freuen uns schon auf das neue Bad“, sagte De Lasberg am Donnerstag beim offiziellen Baustart. Ein Fahrstuhl werde auch eingebaut. „Wir werden trotzdem die Treppe nehmen. Solange es geht“, so die Mieterin aus der dritten Etage.
Technisch anspruchsvoll
Die Belastungen bzw. Einschränkungen in den kommenden Monaten nimmt sie gelassen. "Das geht ja nicht anders.“ Lediglich für zwei Wochen, voraussichtlich im Juni, müsse man die Wohnung verlassen. Wenn das alte Treppenhaus demontiert und das neue eingebaut werde. Dann zieht das Paar vorübergehend in eine Gästewohnung der WHG. „Wir gehen mit einem Koffer raus und kommen mit einem Koffer zurück.“
Es ist die letzte unsanierte Platte, die die WHG mit dem Projekt unter dem Titel V 17/25 in Angriff nimmt. Und gleichsam ein Pilotprojekt, wie Geschäftsführer Hans-Jürgen Adam am Donnerstag sagte. Denn mit der Modernisierung des Blocks an der Rudolf-Virchow-Straße geht die städtische Gesellschaft gewissermaßen einen neuen Weg. Und dies gleich in mehrfacher Hinsicht. Alle Wohnungen werden durch die Art des Aufzug-Einbaus barrierefrei erschlossen. In der fünften Etage, also ganz oben, entstehen zwei Senioren-Wohngemeinschaften. In Kooperation mit dem Pflegedienstleister Camilla, mit dem die WHG bereits in Westend in der Eisenhammerstraße 2 zusammenarbeitet.
Zudem setze das kommunale Unternehmen ein „Signal für den sozialen Wohnungsbau“, wollte Bürgermeister Friedhelm Boginski, zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats, betont wissen. Denn: Die Hälfte der Wohnungen werde nach Abschluss der Arbeiten, dank Förderung des Projektes, mietpreis- bzw. belegungsgebunden sein. Der Mietzins liege dann bei 4,90 Euro pro Quadratmeter bzw. sechs Euro. Voraussetzung für den Bezug ist ein Wohnberechtigungsschein (WBS). Die WHG nehme damit einmal mehr ihre soziale Verantwortung wahr und biete Wohnungen für alle Schichten und jeden Geldbeutel an. Von 4,90 Euro bis jenseits der zehn Euro (Bebel-Quartier). Und dies im Übrigen zentrumsnah.
Übergabe zum Jahresende
Insgesamt entstehen aus den jetzt 50 Wohnungen, wovon aktuell etwa 20 leer stehen, dann 40 Wohnungen. Allesamt Drei-Raum-Wohnungen mit gut 60 Quadratmetern. „Wobei auf Wunsch der Mieter Grundrissänderungen möglich sind“, wie Mathias Tietze, Geschäftsführer des Planungsbüros Agora+ aus Angermünde, erklärte. Die nichttragende Wand zwischen Bad und Küche könne entfernt werden, sodass eine große Küche oder ein großes Bad denkbar sei.
Der Bauherr sprach mit Blick auf den Fertigstellungstermin zum Jahresende selbst von einem „ambitionierten Ziel“. Mathias Tietze zeigte sich dennoch optimistisch. Einerseits verfüge sein Büro über Erfahrungen bei der Plattensanierung, etwa in Prenzlau und Schwedt, andererseits habe man das Projekt akribisch und sehr intensiv vorbereitet. Agora arbeitet bereits seit einem Jahr an dem Eberswalder "Architekturwunder“.
Zahlen und Fakten zum Projekt
Die Sanierung der Virchow-Straße 17-25, unter bewohnten Bedingungen, ist das größte Investitionsvorhaben der WHG in diesem Jahr. Das Projekt hat ein Volumen von 6,6 Millionen Euro. Es wird mit vier Millionen Euro gefördert.
Es entstehen 40 Wohnungen von der 1. bis zur 4. Etage. Der Mietpreis für den nicht geförderten Bereich wird nach Modernisierung bei 8,50 Euro liegen.
Die zwei Senioren-WGs unterm Dach bestehen aus jeweils zehn Einzelzimmern und Gemeinschaftsräumen. Interessenten können sich bereits anmelden.
Im Hof werden die Kreiswerke eine öffentliche E-Ladesäule installieren.⇥ vp