Anlauf. Absprung. Landung auf dem Bauch und schon rutscht der junge Pinguin dem Eingang in der Höhle entgegen. Die Höhle ist ein umgekippter Plastikbottich, in den ein Loch geschnitten ist. Rumms. Das geht daneben. Der Pinguin schlittert gegen die Plastikwand und umschifft auf der glitschigen Erde elegant die Plastikwanne. Den Höhleneingang hat nur ein anderes Geschwisterchen getroffen. Seit 1. April hat der Zoo Eberswalde wieder Nachwuchs bei den Humboldt-Pinguinen.
Gleich drei Geschwisterpaare sind es. Wer Brüderchen und wer Schwesterchen ist, lässt sich nicht so einfach feststellen. „Dafür müssen wir die Federn untersuchen lassen“, sagt Paulina Ostrowska, Vize-Direktorin im Zoo. Tierpflegerin Silke Lemm ergänzt: „Aber das machen wir erst in einigen Wochen, damit die Jungtiere nicht zu viel Stress haben.“

Küken-Sextett ist jetzt im Pinguin-Kindergarten

Und stressig ist es für das Sextett zurzeit schon ein bisschen. Sie gehen nämlich seit wenigen Tagen in den Pinguin-Kindergarten. Dafür sind die Küken umgezogen in ein Glashaus, das zwischen Affengehege und Pinguinbecken steht. „Wir gewöhnen die Tiere hier an die Menschen“, sagt Lemm. Das ist zum Beispiel wichtig, um die Pinguine später einmal tierärztlich behandeln zu können.
Wenn sie den Umgang mit Menschen nicht gewohnt sind, lassen sie als ausgewachsene Pinguine niemanden mehr an sich heran. Und noch etwas ist sehr wichtig, erklärt Tierpflegerin Lemm: „Die Küken benötigen viele Vitamine, die sie in freier Wildbahn mit dem Fisch aufnehmen.“ Doch der Fisch, den sie im Zoo fressen, ist nicht fangfrisch, sondern wird tiefgefroren angeliefert.

Beim Einfrieren gehen wichtige Vitamine verloren

„Und weil beim Einfrieren wichtige Vitamine verloren gehen, bekommen die Pinguin-Küken mit dem Fisch zusätzliche Vitamine verabreicht“, sagt Ostrowska. Die Vitamine gibt es in Tablettenform, die für die Vögel zwischen die Kiemen der Fische versteckt werden, damit sie diese auch sicher zu sich nehmen. „Das ganze Procedere wird dann dokumentiert, damit wir auch wissen, wie viel Fisch die einzelnen Pinguine gefressen haben“, sagt Lemm.
Zum Fototermin kommen die Küken in das Freigehege hinter dem Glashaus. Lemm kontrolliert noch schnell, ob der Zaun wirklich dicht ist, denn die Pinguine sind flink – und sie machen sich gern schnell aus dem Staub. Wichtig ist, dass die Küken beim Transport aus dem Haus ins Gehege auch am Kopf festgehalten werden, denn die großen Schnäbel können schon gefährlich für menschliche Finger werden.

Gefieder am Bauch ist wie ein Fingerabdruck

Drei der sechs Geschwister sind für die Kamera dabei. Zu unterscheiden sind die Pinguine nur über ihre Gefiederzeichnung am Bauch. „Diese sind individuell wie ein Fingerabdruck beim Menschen“, sagt Lemm. Für Menschen zu erkennen sind die Vögel im Wasser daher kaum. Denn dann schwimmen sie auf dem Bauch und die markante Zeichnung ist unter der Wasseroberfläche.
Ob die Pinguine auch nach dem Ende der Kindergartenzeit noch im Zoo bleiben, hängt auch ein wenig davon ab, wie viele Männchen und Weibchen unter dem Nachwuchs ist. Denn zurzeit herrscht im Zoo Eberswalde ein leichter Männerüberschuss. Dass Jungtiere aus der eigenen Zucht in der Gruppe bleiben, ist nicht problematisch.

Pinguine bleiben ein Leben lang als Paar zusammen

„Pinguine leben monogam“, erklärt Ostrowska. Mit anderen Worten, Paare, die sich einmal gefunden haben, bleiben ihr Leben lang zusammen. Daher besteht keine Gefahr, dass der Gen-Pool im Zoo in Eberswalde durcheinander gerät, wenn die Kinder auch hier bleiben, um dann wiederum Paare zu bilden, die sich fortpflanzen.
Regelmäßige Kontrolle des Gewichts ist bei den kleinen Pinguinen immer wichtig. Dies Küken ist aber Jahrgang 2021 und inzwischen deutlich größer geworden.
Regelmäßige Kontrolle des Gewichts ist bei den kleinen Pinguinen immer wichtig. Dies Küken ist aber Jahrgang 2021 und inzwischen deutlich größer geworden.
© Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Bis zur Pinguin-Hochzeit ist für die Küken aber noch ein bisschen Zeit. Davor sucht das Team vom Zoo Eberswalde noch Namen für die sechs neuen Bewohner. Mitmachen kann jeder, einfach eine Mail mit dem Vorschlag und dem Stichwort „Namen für die Pinguinküken“ an folgende Adresse schicken: zoo@eberswalde.de.

Die Gewinner werden benachrichtigt

Das Team vom Zoo wählt die besten Namen dann aus. Die Gewinner werden benachrichtigt, erhalten eine Familienkarte für den Zoo und besuchen selbstverständlich auch ihr Patenkind. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss ist der 20. Juni 2022.
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