Zoo Eberswalde
: Tigerradtour 2026 mit Besonderheiten

Für die Jubiläumsausgabe der Tigerradtour zugunsten des Zoos Eberswalde hat sich das Organisationsteam einiges einfallen lassen. Die Details.
Von
Viola Petersson
Eberswalde
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Hunderte Radsportenthusiasten starten am Samstag, den 28.6., zur Tigerradtour durch den Barnim. Hier Teilnehmer der 100-Kilometer-Strecke.

Ganz in Gelb traten die Teilnehmer im Jahr 2025 zur Tigerradtour an: Hier der Start zur 100-km-Fahrt am Zoo Eberswalde.

Torsten Stapel
  • Zoo Eberswalde richtet die 20. Tigerradtour aus – Start der 257-km-Strecke in Stettin.
  • Rund 35 km verlaufen in Polen, Grenzübertritt südlich von Rosówek; Start um 5 Uhr.
  • Drei Pausen sind geplant in Schwedt, Bernau und Liebenwalde, Zielankunft gegen 17 Uhr.
  • Die 100-km-Tour startet um 10 Uhr im Zoo, Tempo niedriger; beide Felder sind ausgebucht.
  • Erlös soll in die Neugestaltung des Urwaldhauses fließen, Trikotfarbe bleibt geheim.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die begehrten Startplätze sind längst vergeben. Das Teilnehmerfeld steht. Das Training läuft. Und auch in puncto Organisation geht der Daumen bei den Verantwortlichen nach oben. Am 27. Juni lädt der Zoo Eberswalde zur 20. Tigerradtour ein. Eine Jubiläumsausgabe, für die sich der Veranstalter einige Besonderheiten hat einfallen lassen. So wird das Rennen über die lange Distanz erstmals in Polen, in Stettin, gestartet.

„Ich habe lange überlegt, was wir zur 20. Tour anbieten“, sagt Zoo-Direktorin Paulina Ostrowska, die erstmals auch als Chef-Organisatorin in der Verantwortung steht, nachdem über Jahre ihr Vorgänger im Amt, Bernd Hensch, Regie geführt hat. Was lag näher, als ihre Kontakte, ihre Verbindungen in die Heimat Polen zu nutzen? „Immerhin realisieren wir gemeinsam mit Polen Interreg-Programme hier in Eberswalde. Und in unserem Zoo wird Polnisch gesprochen. Die polnischen Gäste sind eine wichtige Zielgruppe, sie machen einen spürbaren Teil unseres Besucheraufkommens aus“, so Ostrowska.

Über eines der EU-Förderprogramme habe sie einen fahrradbegeisterten Partner in Polen kennengelernt, der von ihrer Idee, das Nachbarland in die Tigerradtour zu integrieren, sofort begeistert war. Inzwischen lägen auf polnischer Seite fast alle Genehmigungen für einen Start in Stettin sowie den Streckenverlauf bis zur Grenze vor.

Tigerradtour 2026: 35 Kilometer geht es durch Polen

257 Kilometer messe die lange Strecke, bei der 100 Radsportbegeisterte antreten. Davon lägen um die 35 Kilometer jenseits der Oder, etwas südlich von Rosówek (Neu Rosow) gehe es über die Grenze, also auf deutsches Terrain. Der Startschuss für diese Tour falle bereits um 5 Uhr morgens. Weshalb das Teilnehmerfeld schon am Freitag (26. Juni) anreist. Übernachtungsmöglichkeiten in einer Jugendherberge in Stettin seien organisiert, so Ostrowska.

Bei diesem Ritt, der mit einer Fahrzeit von zehn Stunden (incl. Rast) und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 km/h konzipiert ist, werde es drei Pausen geben: in Schwedt, Bernau und Liebenwalde. Etwas gemütlicher, mit „nur“ 24 km/h, ginge es auf der kurzen, der 100-km-Distanz zu. Der Start für diese Tour, deren Feld 200 Teilnehmer zählt, erfolgt um 10 Uhr im Zoo Eberswalde. Genau dort werden beide Gruppen dann auch gegen 17 Uhr zur Zielankunft erwartet.

Als Tourmanager fungieren auf der langen Strecke Manuel Kattanek vom gleichnamigen Radhaus und ein polnischer Kollege sowie Barnim-Landrat Daniel Kurth und Kreistagsabgeordneter Uwe Liebehenschel auf der kurzen Distanz. Alles erfahrene Sportler und Partner. „Ich wäre wirklich gern selbst mitgefahren“, sagt Paulina Ostrowska, die Anfang Juli Nachwuchs erwartet und der deshalb am Renntag „nur“ die Zuschauerrolle bleibt, wie sie selbst bedauert. „Ich möchte aber auf alle Fälle den Startschuss für die 100 km geben und natürlich das Finale erleben.“

Das Urwaldhaus im Zoo soll 2024 ein neues Dach erhalten.

Urwaldhaus Eberswalde  am 3.1.2017

Das Urwaldhaus im Zoo Eberswalde: Im Sommer soll es endlich ein neues Dach erhalten. Die Spendengelder aus der Tigerradtour sollen dann für die Neugestaltung der Anlage im Inneren eingesetzt werden. So jedenfalls der Wunsch der Zoo-Direktorin.

Thomas Burckhardt (Archivfoto)

Spätzünder, also Interessenten, die jetzt erst Lust auf das Rennen bekommen, haben übrigens keine Chance. Die limitierten Startplätze waren innerhalb weniger Tage Anfang März ausgebucht. Bei der 257-km-Tour habe es keine 48 Stunden gedauert. „Die ersten Anmeldungen gingen unmittelbar nach der Freischaltung um Mitternacht ein“, so Ostrowska.

Zum Teilnehmerfeld gehören etliche „Wiederholungstäter“, wie die Zoo-Chefin mit Blick auf die Startlisten verrät. Natürlich einige polnische Radsportfreunde. Und erneut prominente Sportler bzw. Ehemalige. Wie Klaus Grünke, einst Weltmeister und Olympiasieger im 1000-Meter-Zeitfahren. Dazu als Ehrenteilnehmer Daniel Scheer, Sohn von Reinhard Scheer, mehrfacher Senioren-Weltmeister, der Ende vorigen Jahres bei einem Unfall auf tragische Weise ums Leben kam.

Farbe der 2026er Renntrikots ist noch geheim

Eines verrät Paulina Ostrowska allerdings noch nicht: die Farbe der 2026er Trikots. Kein Geheimnis ist indes der Termin der Übergabe. Am 10. Juni werden die Oberteile ausgegeben. Dann kommen auch noch einmal alle Organisatoren und Sponsoren zu einer finalen Runde zusammen. Aber schon jetzt bedankt sich die Zoo-Direktorin bei allen Unterstützern. Bei all jenen, die seit Jahren an Bord sind, ebenso wie bei „Neulingen“. Freilich auch bei jenen Kräften, ohne die die Tour undenkbar wäre. Etwa bei Polizei und Rettungskräften.

Der Erlös der Tour soll diesmal, dies wäre Ostrowskas Wunsch, in die Neugestaltung des Urwaldhauses fließen. Über den Sommer werde endlich das Dach erneuert. Der Zuschlag nach öffentlicher Ausschreibung sei erteilt. Und danach, bzw. zum Teil schon parallel, wolle man die Anlage innen erneuern.

2005 hatte die Tigerradtour, veranstaltet vom Förderverein des Zoos, ihre Premiere erlebt. Mit der bislang längsten Strecke von 320 Kilometern – von Eberswalde zum Zoo Rostock. 30.000 Euro kamen damals bei der Spendenfahrt zusammen. Ausgefallen ist das Rennen allein während der Corona-Pandemie. Ansonsten strampelten die Sportler bei Wind und Wetter – ob es wie aus Kübeln schüttete oder Sonnenbrand drohte. „Hauptsache, es bleibt trocken“, so die Hoffnung von Paulina Ostrowska für die Jubiläumstour.