Nicht einmal eine Viertelstunde hat es am Nachmittag des 25. September gedauert, die Stelle neu zu besetzen, die seit August vorigen Jahres vakant war. Die Verbandsversammlung hat in offener Wahl und einstimmig Stefanie Maylahn (33) als neue Vorsteherin des Zweckverbandes für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung (ZWA) gekürt. Die Diplom-Wasserwirtschaftlerin aus Eberswalde, die an der TU Dresden studiert hat, war die einzige Bewerberin, die zur Wahl zugelassen wurde.

Insgesamt 16 Bewerbungen um den Posten

Auf sie hatte sich eine Auswahlkommission geeinigt, die von Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski, seinem Schorfheider Amtskollegen Wilhelm Westerkamp sowie den Amtsdirektoren Jörg Matthes aus Britz-Chorin-Oderberg, Dirk Protzmann aus Joachimsthal (Schorfheide) und André Nedlin aus Biesenthal-Barnim gebildet worden war. Auf die beiden Ausschreibungen, die erste war wegen zu geringer Beteiligung aufgehoben worden, hatten sich insgesamt 16 Bewerber gemeldet, von denen sieben die Kriterien erfüllten. Vier dieser als geeignet zu Vorstellungsgesprächen eingeladenen Kandidaten erklärten, sie hätten kein Interesse mehr.

Auswahlkommission einigt sich auf Stefanie Maylahn

Vom zur Wahl stehenden Trio habe Stefanie Maylahn den mit Abstand besten Eindruck gemacht, erklärte André Nedlin, der Vorsitzende der Verbandsversammlung.
Die neue Vorsteherin arbeitet seit Juli 2012 beim Zweckverband. Seit Juni 2015 trägt sie als stellvertretende technische Leiterin Verantwortung. Sie ist in Eberswalde geboren und aufgewachsen, ist verheiratet und hat zwei Kinder.
„Ich will die operative und strategische Weiterentwicklung des Zweckverbandes nicht nur beobachten, sondern entscheidend mitgestalten“, sagte Stefanie Maylahn in ihrer Bewerbungsrede. Den neuen Posten tritt sie zum 1. Dezember an.

Vorgänger Wolfgang Hein handelt Vergleich aus

Im August vorigen Jahres war gegen Wolfgang Hein, ihren Vorgänger, Anklage wegen Bestechlichkeit und Untreue erhoben worden. Seit Herbst 2019 war er freigestellt, zum 30. Juni 2020 ist der ehemalige Vorsteher im Ergebnis eines Vergleiches aus dem Zweckverband ausgeschieden. Die juristischen Vorwürfe gegen ihn haben bisher nicht zu einer Verurteilung geführt.
Seit der Beurlaubung Wolfgang Heins hatte seine Stellvertreterin Petra Walter als Vorsteherin amtiert. Sie geht zum Jahresende in den Ruhestand.

Das Wichtigste zum Eberswalder Zweckverband


Der Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, kurz ZWA, ist im kompletten Altkreis Eberswalde sowie in der Gemeinde Sydower Fließ aktiv. Der ZWA unterhält für die Trinkwasserversorgung 551 Kilometer Leitung, 48 Brunnen, zehn Wasserwerke und sechs Druckerhöhungsstationen.

Die Abwasserentsorgung wird über 389 Kilometer Leitung, 148 Pumpwerke, sechs Kläranlagen und sechs Fäkalannahmestationen bewerkstelligt.

Der ZWA ist am 22. November 1992 gegründet worden. Ihm gehören 17 Mitgliedskommunen an.