War es die Tat von Menschen, die etwas gegen Vielfalt von Lebensweisen und Homosexualität haben? Eine Attacke mit Steinen auf die Geschäftsstelle der Partei Die Linke in der Lindenallee legt das nahe. Der Staatsschutz hat inzwischen die Ermittlungen übernommen, da eine politische Motivation bei der Tat nicht auszuschließen ist.
Für David Manietta war es ein großer Schreck. Als er am Montagnachmittag (11. Juli) in die Geschäftsstelle der Partei die Linke in der Lindenallee kam, sah er im „Roten Café“ vier Steine auf dem Boden liegen. „Die waren handgroß“, sagt er.

Vier größere Steine lagen auf dem Fußboden

Mit den Steinen war eine Fensterscheibe eingeschmissen worden. Das eigentliche Ziel, so vermutet David Manietta, dürfte eine Regenbogen-Fahne mit Peace-Zeichen gewesen sein, die vor dem Fenster hing. „Da hat wohl jemand homophobes gezielt versucht, die Fahne anzugreifen“, sagt Manietta, der zum dreiköpfigen Sprecherrat der Linken in Eisenhüttenstadt gehört.
Dafür spricht, dass sich auf dem Vordach weitere Steine gefunden haben, die vom Gehweg in der Lindenallee stammen. Da eine politische Tat nicht ausgeschlossen werden kann, ermittelt nur der Staatsschutz.

Bisher keine Anfeindungen

Wann genau die Tat passiert, kann noch nicht gesagt werden. Tatzeitraum ist von Freitag, 15. Juli, 16 Uhr – da war zuletzt jemand in der Geschäftsstelle –, bis Montag, 11. Juli, 15 Uhr, als David Manietta in die Geschäftsstelle kam. Er kann sich nicht vorstellen, dass die Attacke tagsüber passiert ist.

Eisenhüttenstadt

Anfeindungen hat es wegen der Regenbogenflagge, die für sexuelle Vielfalt und Toleranz steht, bisher nicht gegeben. Dass sie inzwischen nicht mehr dort hängt, hat nichts mit Vorsicht zu tun. Ein Parteimitglied, der die Fahne gehört, will sie zu einem Christopher-Street-Day -Umzug mit nach Berlin nehmen.
In einem Statement des Sprecherrates heißt es: „Dies war eine Tat von einer ,lauten‘ Minderheit, welche die Mehrheitsmeinung der Eisenhüttenstädterin und Eisenhüttenstädter versucht für sich zu beanspruchen. Wir glauben fest daran, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt nach wie vor ihr Recht auf Meinungsäußerung mittels legaler Mittel nutzen und ein großes Maß an Toleranz gegenüber ihren Mitmenschen besitzen.“
Der Schaden, der an dem Fenster entstanden ist, wird auf 500 Euro geschätzt. Mitte Mai hatte es einen Farbanschlag auf das Wahlkreisbüro der Grünen in der Fellertstraße gegeben. Auch dort hatte der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.